Das Strundetalfest präsentierte sich größer als je zuvor mit vielen Aktivitäten. Besucher schätzten die autofreien Straßen und das Engagement der Gemeinde.
Autofrei in Bergisch GladbachEine Stadt feiert die Strunde

Schon gegen Mittag war die Kürtener Straße im Ortskern von Herrenstrunden voller Besucher. Viele waren mit dem Fahrrad gekommen.
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Fast alles war anders im Strundetal am Sonntag. Die Straßen von Bergisch Gladbach, Spitze, Eikamp und Herkenrath nach Herrenstrunden waren für den Autoverkehr gesperrt. Hunderte Radfahrer rollten über die zweieinhalb Kilometer der Kürtener Straße, viele Wanderer und Spaziergänger nutzten das Strundetalfest für einen Ausflug im Sonnenschein.
Und am Wegesrand gab es mehr zu erleben, als eine Person an einem Tag aufnehmen kann. Es gab das Papierfest im LVR-Industriemuseum Alte Dombach, die Unternehmen und Betriebe im Strundepark boten Mitmachaktionen oder führten wie das Café „der Franzose“ vor, wie man in einer französischen Patisserie arbeitet. Vereine, Institutionen und Künstlergruppen präsentierten entlang der Straße und auf dem Dorfplatz ihre Arbeit, auf der Bühne vor der Kirche spielten Bands genauso wie im Bestattungshaus Pütz-Roth. Hier gab es auch Haus- und Gartenführungen, Einblicke in die Arbeit des Hauses und viele Mitmachaktionen für Kinder.

Bürgermeister Marcel Kreutz (Mitte) mit (v.r.n.l.) Sponsor Dr. Jürgen Rembold, Landrat Arne von Boetticher, David Roth (Vorsitzender Strundetalverein) und Wolfgang Bosbach, dem Schirmherr der Veranstaltung.
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Also alles andere als ein normaler Tag im grünen Tal der Strunde. Nur eines war am Sonntag wie sonst: Der Bach selbst floss gemächlich wie immer Richtung Bergisch Gladbach und dann Richtung Köln. Nur im Alten Freibad musste auch die Strunde selbst für das Fest herhalten. Hier gab es über den Tag verteilt drei Starts zum Entenrennen. Wer das Glück hatte, dass seine kleine blaue Plastikente als erstes über die Ziellinie der 50 Meter langen Strecke schwamm, konnte am Ende jubeln. Dazu zogen Walking Acts wie der Zauberer Merlin die Kürtener Straße entlang, wurden nur ab und zu überholt von den Dixie Diamonds, die zu fünft auf einer alten BMW mit Beisitzer musizierten.
Alles beteiligt, das im oberen Strundetal arbeitet und wirkt
Auch die Gastronomie im Tal machte mit und hatte geöffnet, bot wie das Café Alte Dombach, Torten Tollkühn, die Dröppelminna und Zur Quelle der Strunde besondere Speisekarten für das Strundetalfest an, backten Kuchen oder Waffeln und schenkten Kaffee aus. Eigentlich war alles beteiligt, was im Strundetal arbeitet und wirkt und das ist auch das Anliegen von David Roth. Der Inhaber des Bestattungshauses ist Vorsitzender des Strundetal e.V., der das Fest 2017 zum ersten Mal veranstaltete.

Im Alten Freibad gab es Wettrennen von Plastikentchen auf der Strunde.
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Seitdem liefert es alle zwei Jahre ein außergewöhnliches Erlebnis mit viele Akteuren vor der malerischen Kulisse der Bachlandschaft. „Heimat und Gemeinschaft“ bedeute die Landschaft für ihn, sagt Roth. „Das sind einfach vertraute Orte hier und Menschen, mit denen man schnell eine Gemeinsamkeit findet und ins Gespräch kommt.“ Der Aufwand für diesen einen Tag ist gewaltig. Über 100 Ehrenamtler waren am Sonntag im Einsatz, kontrollierten die Zufahrtssperrungen und Parkplätze, gaben den Gästen Informationen oder kümmerten sich um Technik, Organisation und die Einhaltung der zeitlichen Abläufe beim Programm.
Das Strundetal zeigt auf engstem Raum unter einer Art Brennglas, was unsere Region ausmacht
Eröffnet wurde das Fest von Roth selbst, dem Ex-Bundestagsabgeordneten Wolfgang Bosbach als Schirmherr, Landrat Arne von Boetticher und Gladbachs Bürgermeister Marcel Kreutz. „Wir wissen alle, wie die Geschichte unserer ganzen Stadt an diesem Bach hängt“, hob Kreutz die Bedeutung der Strunde auch für die wirtschaftliche Entwicklung von Bergisch Gladbach hervor. „Und das macht Ihr heute zum ganz großen Teil sichtbar“, sprach er die Veranstalter vom Strundetal e.V. an. „Und dass Ihr es wieder geschafft haben, das mit so viel Leben zu füllen, mit so viel ehrenamtlichem Engagement, das ist großartig.“

Vielleicht hatte er für das gute Wetter gesorgt: Zauberer Merlin war einer der Walking Acts, die im Tal unterwegs waren.
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„Hier verbinden sich Natur, Geschichte und Kultur“, sagte von Boetticher in seiner Begrüßung. „Und genau das macht ja auch die Qualität des Bergischen Landes aus, das Strundetal zeigt auf engstem Raum unter einer Art Brennglas, was unsere Region ausmacht.“ Und ein gut aufgelegter Bosbach lud vom Podium aus zum „Probeliegen bei Pütz-Roth“ ein.
Das fand natürlich nicht statt, aber ansonsten war das Programm umfangreicher und größer als zuvor. Das stellte auch Bosbach fest: „Wer das Strundetal-Fest über die Jahre begleitet hat, der wird feststellen, dass es von Jahr zu Jahr größer geworden ist.“ Und bei dem Wetter am Sonntag kann es gut sein, dass auch die Zahl der Besucher in diesem Jahr rekordverdächtig war. Wirklich zählbar ist das aber bei einem solchen Festgelände nicht.
Was bedeutet die Strunde für Sie?

Artur Christen
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Artur Christen: Das Strundetal ist meine Heimat, ich komme aus Rommerscheid. Und genau deswegen sind wir heute auch zu dem Fest gekommen. Es gefällt uns bisher gut und es ist schön, das Tal heute mal ohne Verkehr zu erleben, ohne Autos. Denn sonst ist der Verkehr hier auf der Straße logischerweise immer ziemlich stark.

Katrin Müller
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Katrin Müller: Hier im Tal ist es sehr schön, ich liebe die Natur hier und im ganzen Bergischen Land. Wir haben einfach eine wunderbare Umgebung. Mit meiner Familie, den Kindern und den Enkeln waren wir schon immer gerne hier an der Strunde. Heute nehmen wir das als kleine Wanderung und freuen uns jetzt auf das Fest.

Florian Schuch
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Florian Schuch: Wir wohnen hier in der Nähe, haben auch nur vier Minuten hierher gebraucht. Ich habe gerade noch gesagt, dass sich das Bergische Land hier im Strundetal von seiner besten Seite zeigt. Auf dem Fest waren wir beim letzten Mal schon, das hat uns super gefallen, deswegen haben wir uns heute hier mit Freunden verabredet.

Christian Schmeink
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Christian Schmeink: Ich kenne die Gegend hier noch aus Schulzeiten. Wir sind damals von Bechen aus hierhergekommen und haben Wasserproben an der Strundequelle entnommen. Zum Fest kommen wir, seitdem es erstmals stattgefunden hat. Man kann viel mit den Kindern erleben, mit dem Rad von einem Stand zum nächsten fahren.

Melissa Schmeink
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Melissa Schmeink: An der Papierfabrik ist ein schöner Spielplatz, da sind wir oft mit den Kindern hin und im Alten Freibad spiele ich selbst Beachvolleyball. Zur Quelle der Strunde haben wir schon oft Ausflüge gemacht. Zum Fest haben wir hier eigentlich immer gutes Wetter und es gibt viele Aktionen für Kinder. Einfach toll.
