Bergisch Gladbach – Frisch bezogene Einfamilienhäuser, Wildkräuterwiesen, unfertige Straßenstücke, Baustellen neuer Ein- und Mehrfamilienhäuser – im Neubaugebiet Brandroster am Rande von Bergisch Gladbach-Refrath tut sich einiges. Das Wohnviertel rund um die Hasselstraße, Steinmetzstraße, Lucie-Kahlenborn-Straße sowie die Straße Brandroster wächst. 45 Einfamilienhäuser und etwa 20 Geschosswohnungen entstehen dort.
Die Nachfrage nach Wohnraum und Grundstücken halte an, bestätigt Martin Rölen, Sprecher der Stadtverwaltung, auf Nachfrage: „Dabei ist es ein Ziel der Stadt, dass im Innenbereich von Refrath Baulücken geschlossen werden.“ Gleichzeitig will die Stadt Bergisch Gladbach bei ihrer Planung in diesem Neubaugebiet auch Fußwege vernetzen, bedeutsame Grünflächen schützen, das Außengelände der Kindertagesstätte am Iddelsfeld sichern sowie einen öffentlichen Spiel- und Bolzplatz erhalten. Der Bebauungsplan für das Gebiet ist bereits seit dem Jahr 2003 rechtskräftig.
Die 45 Einfamilienhäuser sind als Einzel- und Doppelhäuser mit zwei Geschossen und ausgebautem Dachgeschoss zugelassen. Für die Mehrfamilienhäuser im nordöstlichen Teil des Wohngebietes sind maximal drei Vollgeschosse mit Flachdach zulässig. Sie sollen die vorhandene Bebauung des Wohnparks Refrath abrunden. Das Recht, dreigeschossig zu bauen, geht zurück auf die ursprüngliche Planung für das Gebiet aus den 70er-Jahren. Unter der Regie der damaligen Stadt Bensberg waren ringförmig angelegte Wohnblöcke mit 200 Wohnungen in ein- bis sechsgeschossiger Bauweise realisiert worden – der heutige Wohnpark Refrath.
Grundschule wurde nie errichtet
Vorgesehen war auch eine neue Grundschule. Da diese nach mehr als 20 Jahren nicht gebaut worden war, wurde die Fläche für den Wohnungsbau freigegeben.
Lange Zeit haben sich Refrather Bürger für die Gestaltung ihres Wohngebietes stark gemacht. Während des mehr als 20-jährigen Verfahrens „haben sich das Plangebiet und die Planinhalte mehrfach, zum Teil auf massiven Bürgerdruck, verändert“, schreibt die Stadtverwaltung in ihrer Begründung zum Bebauungsplan Brandroster.
Die dreigeschossige Bauweise wird beispielsweise für ein Mehrfamilienhaus genutzt, das zurzeit an der Steinmetzstraße entsteht. Es grenzt unmittelbar an den Ballspielplatz. Dort baut ein Gladbacher Immobilienunternehmen einen Komplex mit zehn Eigentumswohnungen. Die Wohnungen haben zwei bis vier Zimmer, Garagen sind im Erdgeschoss angelegt. Auf Nachfrage erklärte das Unternehmen gestern, das Wohnhaus sei bereits an einen Investor verkauft worden. Die Wohnungen sollen vermietet werden.
