- Für ihren Neubau hat das Büro Auer Weber (in einem Wettbewerb hatte sich dieses Büro durchgesetzt) zuletzt eine Kostenschätzung in Höhe von 59,4 Millionen Euro vorgelegt.
- Allerdings wird in der Vorlage der Verwaltung auch deutlich, dass dies noch nicht das Ende sein könnte.
- Wie die Planungen und die Finanzierung aussehen.
Bergisch-Gladbach – Die geschätzten Kosten für das neue Gladbacher Stadthaus steigen weiter. Nun geht die Beratungsgesellschaft für Behörden (VBD) von 62,6 Millionen Euro aus – im Oktober 2017 waren es 52,5 Millionen im August 2016 (als das Projekt startete) 33,3 Millionen. Der Stadthausneubau, die Finanzierung und die Pläne, wird der Politik am 3. Dezember im Infrastrukturausschuss vorgestellt.
Die Finanzierung
Für ihren Neubau hat das Büro Auer Weber (in einem Wettbewerb hatte sich dieses Büro durchgesetzt) zuletzt eine Kostenschätzung in Höhe von 59,4 Millionen Euro vorgelegt. Die VBD erhöhte die Schätzung auf 62,6 Millionen Euro weil die angenommene Erhöhung der Baukosten mit 2,5 Prozent pro Jahr zu niedrig sei. 4 Prozent seien realistisch.
Allerdings wird in der Vorlage der Verwaltung auch deutlich, dass dies noch nicht das Ende sein könnte. Angesichts des frühen Zeitpunktes der Planung sei mit einer Schwankungsbreite von plus/minus 40 Prozent auszugehen. Frank Wilhelm, der städtische Projektleiter am Freitag im Gespräch mit dieser Zeitung.
Anfang 2021
„Eine wirklich belastbare Kostenberechnung wird nach unserem Zeitplan Anfang 2021 vorliegen.“ Dann wird auch klarer sein, wie sich die Vergleichsrechnung zur Sanierung der bestehenden Stadthäuser entwickelt. Durch den zuerst angenommenen niedrigen Erstellungspreis bei extrem niedrigen Zinsen war der Neubau zum Startpunkt der Vergleichsrechnungen wirtschaftlich wesentlich günstiger als die Sanierung. Das hat sich nun geändert.
Finanzieller Vorteil
VBD rechnet vor, dass der finanzielle Vorteil gegenüber der Sanierung auf 1,3 Millionen Euro geschrumpft ist. Aber: Der Neubau ist damit immer noch günstiger als die Sanierung.Die Altbauten am Konrad-Adenauer-Platz sind eben in einem katastrophalen Zustand und es müssen – im Vergleich zum Neubau – noch zusätzlich Flächen angemietet werden.
Der Bund der Steuerzahler – er wird von der Stadt in jedem Planungsschritt informiert – sieht die Kostensteigerung „mit Sorge“. Schließlich handele es sich nach wie vor nur um eine Grobkostenschätzung. An die Politik wird der Appell gerichtet, unbedingt einen Rahmen für die Planungen zu definieren und eine Budgetgrenze als Selbstbindung zu beschließen.
Die Planung
Wo der Bürgermeister sein Büro im neuen Stadthaus haben wird, steht schon fes: Im dritten Obergeschoss, gemeinsam mit dem Mitarbeitern von Finanzabteilung und Kämmerei.Das Innenleben des neuen Stadthauses (Arbeitsstätte für 350 Mitarbeiter) und der neuen Stadtbibliothek mit ihrer optischen Anmutung wird konkreter: Die Planungen stehen vor dem Einstieg in die Entwurfsphase.
Was an Skizzen vorgelegt wird, nähert sich der späteren Umsetzung an. 2020 wird sich auf der Brachfläche zwischen Jakobstraße und Johann-Wilhelm-Lindlar-Straße noch nichts tun. Für 2021 strebt die Stadt den Maßnahmenbeschluss des Rates an: Anschließend geht es an die Umsetzung. Dann spätestens werden die nicht mehr genutzten Industriegleise Geschichte sein und sich die Stadtmitte entscheidend verändern. Für das neue Stadthaus werden die beiden betagten Verwaltungsgebäude an Adenauer-Platz und Schnabelsmühle aufgegeben.
Gebäude ein bisschen schlanker
Im aktualisierten Konzept, das das Planungsbüro Auer Weber dem Ausschuss vorlegt, sind die Kubaturen der neuen Gebäude ein bisschen schlanker geworden. Für die Fassade der Stadtbibliothek favorisieren die Planer nun statt einer zwei- eine einschalige Glaskonstruktion, die Geschosshöhen wurden minimal reduziert, die Grundfläche nimmt mit den Veränderungen um 16 Prozent ab. Die Freifläche zwischen Stadthaus und Bibliothek gibt die Stadt jetzt mit 3250 Quadratmetern an, an der Bahnhofs-Kopfseite bleiben 3380 Quadratmeter frei. Damit haben Auer Weber Empfehlungen des Preisgerichts umgesetzt.
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Der Baukörper des Stadthauses wird dreigeschossig mit Begrünung und Regenrückhaltung auf dem Dach sein und (neben Bürgermeisterbüro und Kämmerei) auch die Büros für die Mitarbeiter des Fachbereichs Jugend und Soziales, des IT-Services und des Fachbereichs Recht, Sicherheit und Ordnung aufnehmen. Im Erdgeschoss sind Standesamt und Bürgerbüro vorgesehen.
Die Bibliothek, fünfgeschossig und Ersatz für das Forum, gliedert sich in Espressobar, GL-Infoshop, Mobilitätszentrum (alles im Erdgeschoss), Veranstaltungsräume im ersten Geschoss sowie ab Etage zwei die Bibliotheks – und Medienbereiche. Auch Lesegarten und Lesesaal wird es geben



