Beim Radklassiker Rund um Köln müssen die Profis dreimal den Schlossberg Bensberg erklimmen. Die Stadt Bergisch Gladbach sucht noch Streckenposten.
RadrennenDreimal geht es auf den Schlossberg bei „Rund um Köln“

Die Profis strampeln den Schlossberg hinauf
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Das wird ein Fest für die Radsportfans, ein Bergfest. „Rund um Köln“, der Internationale Radsportklassiker mit seinem Profifeld, wartet für die 108. Auflage am Sonntag, 17. Mai, mit etwas Niedagewesenem auf. Tusch und Applaus: Das Streckenhighlight Schloss Bensberg in Bergisch Gladbach, die legendäre und berühmt-berüchtigte Kopfsteinpflasterpassage, wird erstmals dreimal von den Profis angefahren. Rauf und runter, rauf und runter, rauf und runter kann man dieses Szenario beschreiben.
Ein neuer Streckenzuschnitt bringt den Bensbergern das volle Radsportprogramm: Mehr „Rund um Köln“ geht am Renntag nicht. Der Gladbacher Stadtteil und auch weite Teile der Nachbargemeinde Kürten kommen in den Genuss einer großen Radsportfiesta.
Viele Höhenmeter Bei Kilometer 131, 150 und 168 stehen die Zacken der Bensberger Schlosssteigung im Profil. Die Profis haben also ziemlich viele Höhenmeter zum Strampeln. An der Bande werden die Zuschauer dicht gedrängt stehen, sie werden applaudieren, rufen, kreischen und schreien.
Tausende Zuschauer
Diese Unterstützung hat in den vergangenen Jahren geholfen, wenn die Beine mal schwer wurden. Mit dem Neuen Schloss vor Augen werden die Profis den Berg hinauf fliegen. Tausende Zuschauer zieht das Rennen jedes Jahr in den Bann, und diesmal könnte die Zahl der Fans noch höher ausfallen als bislang.
Auch aus den radsportverrückten Beneluxländern reisen immer Enthusiasten an. Die exakten Streckenkarten sind noch in Vorbereitung bei den Veranstaltern. Und mit den Rennen über 120, 60 und 30 Kilometer strampeln sich auch die Jedermänner und Jederfrauen tüchtig am Schlossberg ab, diese allerdings nur einmal.
Das bunte Feld der Hobbyfahrer ist auch immer eine Attraktion. Anmeldungen sind derzeit noch möglich. Dennoch sollten Interessierte nicht mehr lange zuwarten. Vom Rheinauhafen in Köln aus wird es alle Pedalritter- und ritterinnen hinaus ins Bergische Land ziehen. Dies auch wieder mit so manchen Streckensperrungen links und rechts der Route.
Rad-Dominanz
Bensberg sollte am 17. Mai wohl eher nicht mit dem Auto angesteuert werden, angesichts der Dominanz der Radfahrer. Zumindest für diesen einen Tag wird auch die Schloßstraße zu einer Fahrradstraße. Was auf die Elitefahrer zukommt in Bensberg, in Biesfeld und im oberbergischen Agathaberg, ist ziemlich happig: 191 Kilometer durchs Bergische mit 1850 Höhenmetern. Da müssen die Beine gut geölt sein. Nur die Besten haben eine Siegchance.
Bergwertungen sind angesetzt in Overath-Ferrenberg (Kilometer 37), in Agathaberg (km 78), zweimal in Bergisch Gladbach-Sand (km 126 und 144) und bei zwei von drei Schlossanstiegen . Gesprintet wird auch, Preise auf die Schnellsten warten zweimal in Kürten (km 60 und 112) und an der Radsportinstitution Schmitze Bud in Köln-Rath, kurz vorm Ziel. Verpflegungsposten wird es in Biesfeld, Herkenrath und Wipperfeld geben, die Elitefahrer lassen sich auch durch ihre „Wasserträger“ unterstützen.
Sportverwaltung ist aktiv
Im Hintergrund berichtet auch die Stadt Bergisch Gladbach von ihren Vorbereitungen. Die Sportverwaltung sucht angesichts der Streckenänderungen mehr ehrenamtliche Streckenposten als in den Vorjahren. Interessierte können sich telefonisch im Sportamt unter (02202) 14 25 50 melden.
Belohnt wird der Einsatz am Renn-Sonntag im Mai mit einer Aufwandsentschädigung von 25 Euro. Außerdem gibt es laut Stadt „attraktive Goodies“, etwa eine Eintrittskarte für das Bensberger Thermalbad Mediterana und für ein Eishockeyspiel der Kölner Haie in der Arena in Deutz.
Mit Großbildleinwand
Vorbereitet wird auch der Aktionspunkt am Vorplatz des Bensberger Schlosses – auf der Höhe biegen die Fahrer in die Kadettenstraße ein, die Auffahrt zum Grandhotel Schloss Bensberg wird nicht befahren. Ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm über viele Stunden wartet oben auf der Höhe auf die Zuschauer. Das Profirennen wird live auf eine großen Leinwand präsentiert, ein Diskjockey wird die Zuschauer in beste Sportstimmung versetzen.
Heimische Gastronomen sind ebenfalls dabei, hungrig oder durstig muss niemand bleiben. Als Moderator wird in diesem Jahr Marcel Klöpping durch den Tag führen; als mehrfacher Teilnehmer bei „Rund um Köln“ kennt er sich bestens aus mit dem Radrennen. Martin Hardenacke wird das Renngeschehen mitmoderieren.
Bis 2012 fand der Radklassiker stets am Ostermontag statt. Danach wechselten die Veranstalter auf einen Termin Mitte Mai, des günstigeren Wetters wegen. 2008 musste das Rennen nach Schneefällen abgesagt werden.

