Stadt bleibt untätigFörderverein der Gemeinschaftsgrundschule Gronau kauft Spielgeräte selbst

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Der stellvertretende Schulleiter Christian Brachten steht vor den Grundschülern und kündigt eine Überraschung an.

Förderverein präsentiert Kindern die selbstangeschafften neuen Spielgeräte

Bürgermeister Frank Stein sicherte die Spielgeräte vor Monaten zu. Da sich die Anschaffung hinzieht, wurden die Eltern tätig.

Über ein Happy End, wenn auch ein kleines, jubelten am Dienstagmorgen die Schüler und Schülerinnen der Gemeinschaftsgrundschule in Gronau. Zur großen Pause hatte der stellvertretende Schulleiter Christian Brachten gleich alle Erst- bis Viertklässler auf dem Pausenhof versammelt. Das passiert nicht alle Tage.

„Es gibt eine Überraschung!“, rief Brachten den Kindern zu. „Wisst ihr, was es sein könnte?“ Der Nachwuchs hatte natürlich schon eine Ahnung, um was es sich handeln könnte. Seit Montag schmücken nämlich ein Basketballkorb und vier kleine Fußballtore den bis dato tristen Schulhof. Auch einige Sitzgelegenheiten sind neu hinzugekommen. Zahlreiche Hände reckten sich bei Brachtens Frage gleich in die Höhe und die richtigen Antworten wurden schnell genannt. „Bitte geht vorsichtig damit um“, mahnte der Pädagoge die Kleinen. Die Dinge sollen lange halten.

Eltern haben die Aufgabe der Stadt Bergisch Gladbach übernommen 

Die neuen Spielgeräte hat der Förderverein der Grundschule angeschafft, nicht die für das Schulgelände verantwortliche Stadt. Weil sich die Anschaffung der Spielgeräte, die Vertreter der Stadt und auch Bürgermeister Frank Stein schon vor Monaten zugesagt hatten, hinziehe, seien die Eltern tätig geworden, sagt Michaela von Nocks, Mitglied von Schulpflegschaft und Förderverein. Die Kinder fragten regelmäßig nach den Dingen, die für den Schulhof kommen sollten.

Die Stadt nenne lange Lieferfristen als Grund für den Stillstand auf dem maroden Schulhof. Der Förderverein habe aber unbedingt noch vor den Sommerferien loslegen wollen, damit die gesamte Schülerschaft profitiere. Von der Stadt sei bislang nur ein Eimer Farbe gekommen, berichtet die Schulvertreterin. Für den schicken Basketballkorb, erklärte Brachten, könne in der Schule ein Ball ausgeliehen werden. Das von den Eltern neu markierte Spielfeld für Fußball habe etwas versetzt werden müssen, um Zufahrten für die Feuerwehr frei zuhalten. Brachtens Bitte an die kleinen Fußballer: Sie sollten beim Spielen nicht zu übermütig sein und auf ihre Mitschüler achten.

Auf Schulhof der GGS Gronau muss noch mehr passieren

Das große Ganze, die Aufwertung des Schulhofs mit neuen Spielgeräten, steht unterdessen noch aus. Das hatte zuletzt zu großem Frust bei Kindern und Eltern geführt. Neue Bänke und eine neue Wandtafel als Ersatz für eine zerbrochene sollen bis zu den Sommerferien geliefert werden, fehlende Spielgeräte aufgrund langer Lieferzeiten nach den Sommerferien. Den von den Kindern gewünschten Weidentunnel und ein Sonnensegel als Schattenspender hat die Stadt gestrichen: Die Kosten seien zu hoch, der Pflegeaufwand müsste auch berücksichtigt werden. In den kommenden Hitzesommern fehlt den Schülerinnen und Schülern damit eine Abkühlung. Der Schulhof bietet nur sehr wenig Schattenplätze.

Dass sich etwas tun werde auf dem Schulhof, hatte die Gladbacher Stadtsprecherin Marion Linnenbrink in der vergangenen Woche noch einmal bestätigt. Die Stadt, Träger der Gemeinschaftsgrundschule, halte ihre Zusagen ein.

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