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Der Sonne hinterherJugendliche programmieren in Gladbacher Workshops Roboter mit Photovoltaik

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Roboter auf Rädern und mit Kameras stehen in einer Reihe.

Die mit Kameras bestückten Roboter können auch Fußball spielen. Das war Thema in einem weiteren Workshop für Jugendliche.

Ziel des Workshops war, einen Roboter so zu programmieren, dass sich ein PV-Panel immer wieder der Sonne zuwendet.

Der Sonne hinterher: Das sind in diesen Tagen viele Jugendliche. Aber auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Nachdem für die Schülerinnen und Schüler der letzte Schulgong für sechs Wochen geschlagen hatte, suchen viele junge Leute die Sonne an den Stränden des Mittelmeers, auf dem Balkon zu Hause, am See um die Ecke oder im Freibad. Ganz anders, zumindest vorerst, die 13 Jugendlichen, die an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach (FHDW) an den zwei kostenlosen Robotik-Workshops teilnahmen, die der Rheinisch-Bergische Kreis (RBK) in Kooperation mit der Hochschule durchführte. Fünf von ihnen programmierten einen „Sunseeker“-Roboter. Ziel war, einen Programmcode zu entwickeln, der einen Sensor-Motor so steuert, dass ein Photovoltaik-Panel sich automatisiert immer wieder in den günstigsten Sonnenwinkel dreht. Der Sonne hinterher eben.

Dazu musste ein Roboterbausatz zusammengesetzt werden. Über filigrane Käbelchen verbanden die Schülerinnen und Schüler verschiedenste Sensoren mit dem Board des Mini-PC Arduino, schlossen den Elektro-Motor an und schraubten das Photovoltaik-Modul auf seine bewegliche Spitze. Ein 10.000 Zeilen umfassender Programmcode sollte die Elektronik nun dazu bringen, dass die PV-Anlage möglichst viel Energie gewinnt. „Robotik trifft Nachhaltigkeit“ hieß der Workshop.

„Es macht Spaß hier. Ich interessiere mich sehr für Informatik, habe es als Fach auch in der Schule“, sagt die 14-jährige Jana Bettels aus der Jahrgangsstufe 9 des Hölderlin-Gymnasium in Köln-Mühlheim. „Man bekommt hier gut erklärt, wie Programmieren funktioniert.“ Neben ihr sitzt die 15-jährige Caja Busch vom Kölner Ursulinen-Gymnasium. „Die Schwierigkeit ist eigentlich, zu verstehen, was das Programm genau macht.“ Teilweise setzen sie auch KI ein, um Programmcodes schreiben oder abändern zu lassen. Durch die Workshops führte Peter Tutt. Er leitet den Campus der FHDW in Bergisch Gladbach. „Das hier ist ein gutes Anschauungsobjekt, wie man Robotik für eine nachhaltige Energiegewinnung nutzen kann und die Schülerinnen und Schüler können ihre ersten Schritte Richtung Programmieren gehen.“

Zum Ende des Workshops schlug dann hier nicht der Schulgong, sondern die Stunde der Wahrheit. Im Innenhof der FHDW testeten die Schülerinnen und Schüler die Ergebnisse ihrer Arbeit. Gespannt schauten sie auf das Mini-LCD-Display ihres Roboters, der die gemessene Energiegewinnung anzeigte. Die PV-Module zuckten, drehten und neigten sich jetzt so, dass sie die maximale Ausbeute aus der Sonnenkraft herausholen konnte. Zum Abschluss gab es für alle ein Zertifikat, das ihnen eine besondere außerschulische Qualifikation bescheinigt. Arbeit erledigt, jetzt kann es auch für diese 13 Jugendliche auf den Balkon, an den See oder das Meer gehen. Der Sonne hinterher.