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SchuleStadt feiert Richtfest am neuen Klassenhaus in Bergisch Gladbach-Heidkamp

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Das Foto zeigt das Klassenhaus am Bonhoeffer-Gymnasium.

Das neue Klassenhaus am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium

Am Erweiterungsbau des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Bergisch Gladbach feierte die Stadt am Mittwoch Richtfest

 „Mit Mut begonnen, wohlbedacht...“ Mit fester Stimme sprach Zimmermeister Kevin Volkert am Mittwochnachmittag den Richtspruch für das neue Klassenhaus des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Bergisch Gladbach-Heidkamp. Der Handwerker stieg dafür über Treppenstufen hoch bis in die dritte Etage des in Rekordzeit von drei Monaten errichteten Modulbaus in serieller Holzbauweise.

In den vergangenen Wochen schien das Gebäude am Rübezahlwald nahezu täglich zu wachsen. Sehr zur Freude von Sebastian Rolko, dem Geschäftsführer der städtischen Schulbau-GmbH. Alle Beteiligten, von der Stadt bis zu den Baufirmen, hätten sich hier bestens eingebracht, lobte Rolko den schnellen Fortgang der Arbeiten.

Seit die Schulbau-GmbH am Start ist, gibt es in der Stadt Spatenstiche und Richtfeste Schlag auf Schlag, bei Schulerweiterung und Kita-Bau. Eigentlich müsse es ja Stapelfest und nicht Richtfest heißen, erläuterte Rolko, wegen der besonderen Modulbauweise.

Zufriedener Schulleiter

Auf der Baustelle strahlte Schulleiter Frank Bäcker. „Das wird eine Punktlandung für uns“, sagte er, nachdem er traditionell einen der „letzten Nägel“ in ein Holzbrett geschlagen hatte. Im Sommer 2026 stelle die Schule von acht Schuljahren auf neun um („G9“), die neuen Räume seien dringend erforderlich für die Schülerinnen und Schüler.

Das Innenleben des Klassenhauses

Blick ins Innere des Klassenhauses

Derzeit gebe es 880 Schüler am DBG. Im nächsten Schuljahr seien es aber etwa 1000. Und die Schule haben keine freien Räume mehr. Das dreigeschossige Klassenhaus, hochwertig gebaut und weitgehend vorgefertigt, biete Platz für acht Klassenräume.

Bis zu 150 Heranwachsende aus den letzten beiden Oberstufenjahrgängen, so Bäcker, würden das neue Gebäude künftig nutzen. Im Schulleben wechselten die Schüler auch mal zwischen Hauptgebäuden und Neubau hin und her, da müsse etwas Zeit für den Umzug eingeplant werden. Das Klassenhaus gebe nun Gelegenheit, auch moderne Formen des Unterrichts anzubieten. Dann seien Fenster zum Hof vorgesehen, Paneele für Photovoltaik auf dem Dach, digitale Tafeln, zählte der Schulleiter weitere Fortschritte auf.

54 Module angeliefert

Die Schulgemeinde freue sich auf die Fertigstellung. Beim Richtfest zum 8-Millionen-Euro-Projekt hatte Rolko ein unterhaltsames Wortspiel zur Abkürzung DBG zur Hand. „Die bauen gut“ wäre eine andere Auslegung, bezogen auf die Schulbau-GmbH. Viel Lob richtete Rolko an die Firma Brüggemann Holzbau, die im Herbst insgesamt 54 Module nach Heidkamp geliefert hatte.

Trotz der seriellen Vorfertigung seien die Module ja flexibel zu gestalten und nicht starr. Das Bonhoeffer-Gymnasium solle Blaupause und Vorbild sein für die nun folgenden G8 auf G9-Erweiterungen, etwa am Otto-Hahn-Gymnasium und am Albertus-Magnus-Gymnasium, beide in Bensberg. Bürgermeister Marcel Kreutz (SPD) ergriff ebenfalls das Wort und setzte die Bedeutung des Schulbaus für die Stadt nach vorne. Das zügig nach dem Spatenstich anstehende Richtfest zeige, dass alle Beteiligten an einem Strang zögen.

Lob vom Beigeordneten

„Es zeigt, wie leistungsfähig unsere Stadt ist, wenn alle gemeinsam Verantwortung übernehmen.“ Auch der stellvertretenden Bürgermeister Corvin Kochan (SPD) und die beiden Beigeordneten Stephan Dekker und Thore Eggert machten sich ein Bild von der Baustelle, ebenso Fachbereichsleiterin Alexandra Meuthen. „Dieses Richtfest steht für maßnahmentreue und solide Planung“, erklärte Eggert.

Angeliefert wurden die vorgefertigte Module unter anderem mit Akustikdecken und Sanitäranlagen. Manches andere ist in den kommenden Wochen noch zu erledigen. In den Räumen gingen die Blicke zu den Kabelsträngen und Leitungskanälen, derzeit im Rohbau. In einem der Klassenräume hatte die Schulbau-GmbH einen kleinen Empfang an Stehtischen vorbereitet, und viele der geladene Besucher nutzten die Möglichkeit, vorab einen Blick in das Gebäude zu werfen.

Rundgang durchs Gebäude

Beim anschließenden Rundgang ging es in die weiteren Geschosse. „Merken Sie den Geruch nach Holz?“, machte Rolko auf die besondere Bauweise aufmerksam. Errichtet wird das Klassenhaus vollständig aus Holz, allerhand Verkleidungen fehlen noch.

Einige Schränke zum Verstauen von Utensilien sind schon eingebaut. Ausgeschrieben ist aktuell die Lieferung der Schulmöbel, über das Vergabeportal Rheinland können sich interessierte Lieferanten melden. Zwischen dem 24. und 28. August, so die Ausschreibung, sollen Bürotische und Sitzstühle angeliefert werden, unmittelbar vor Beginn des neuen Schuljahres.

Bei der Stadt gilt das Klassenhaus als Interimsgebäude. Angesetzt ist eine Nutzung auf 15 Jahre. Selbstverständlich werde auch der Schulhof- und Sportflächenbereich neu gestaltet, führte Rolko aus. Genutzt wird bekanntlich eine Fläche am Sportplatz von SSV Jan Wellem. Auch hierfür hatte der Schulbau-Chef Neues zu berichten.

Gemeinsam mit dem Klassenhaus werde auch eine kaum mehr erkennbare Laufbahn über 100 Meter mit Weitsprunggrube erneuert. Und auch der Zuweg vom Schulgebäude zum ausgelagerten Lernstandort werden noch hübsch gemacht.