Im Februar kann der Karnevalszug die Großbaustelle Laurentiusstraße passieren. Die Bauarbeiten liegen im Zeitplan
BaustelleGladbacher Laurentiusstraße liegt beim Umbau im Zeitplan

Die Baustelle Laurentiusstraße in Bergisch Gladbach
Copyright: Christopher Arlinghaus
Bei einem Großprojekt kann schnell etwas ins Rutschen kommen. Wenn es dann noch über ein Jahr Bauzeit gibt, scheinen Verzögerungen vorprogrammiert. Seit September wird in der Innenstadt von Bergisch Gladbach gebaut. Die Laurentiusstraße, wichtige Verbindungsachse für Radfahrer, Passanten und Autofahrer aus dem Laurentiusviertel ins Zentrum, wird umfassend saniert und modernisiert.
Es entsteht keine „klassische“ Fahrradstraße, aber eine Achse, die mehr Sicherheit und Platz für die Radelnden und zu Fuß Gehenden bringen soll. Schwerlaster rangieren auch in diesen Wintertagen in die Baustelle, laden Split ab oder Sand. Bagger dröhnen übers Gelände, Arbeiter trotzen der Kälte.
Aber liegt das alles im Zeitplan? Ja, sagt die Stadt. Ihnen sitzen, buchstäblich die Karnevalisten im Nacken. Denn für sie ist die Passage über die Laurentiusstraße ein Pfeiler des Karnevalszuges am Karnevalssonntag. „Die Baufirma liegt im Zeitplan“, meldet die Verwaltung auf Nachfrage. „Erster ,Meilenstein' ist die Fertigstellung des Abschnitts vom Rathaus bis zur Buchmühlenstraße, damit der Umzug möglichst reibungslos durch die Laurentiusstraße ziehen kann.“
Alles zum Thema Bergisches Land
Es gibt zwei Ausbauarten
Die Baufirma Dohrmann, eine erfahrene Unternehmung aus dem Oberbergischen, hat bereits beide Gehwegseiten und den Parkstreifen einschließlich einer neuen Führung der Bordsteine hergestellt. Der alte Unterbau der Straße ist komplett verschwunden, die neue Fahrbahn bereits in Ansätzen erkennbar. Dass es zwei unterschiedliche Ausbauarten gibt, berichtet die Stadt.
An den Stellen, wo die neuen Bordsteinhöhen unter der alten Fahrbahndecke bleiben, wird die Straße im „Vollausbau“ hergestellt: Asphalt und darunter liegende Tragschicht werden erneuert. Wo das nicht der Fall ist, wird der alte Asphalt abgefräst und auf zehn Zentimeter Binder- und Deckschicht aufgebracht. Diese Details sind zunächst die Feinheiten der Planung, die aber doch für alle Verkehrsteilnehmer Bedeutung haben.
Binderschicht hilft dem Karnevalszug
Falls das Wetter in den kommenden Tagen mitspielt, soll für den Karnevalszug mindestens eine komplette Binderschicht eingebaut worden sein. Außerdem hatte die Baufirma berichtet die Stadt, in den Wochen vor Weihnachten eine zusätzliche Arbeitskolonne eingesetzt. Unter anderem um beim Bau des mittleren Teilstücks schon eine Ausweichmöglichkeit für Passanten anzubieten.
Das Mittelstück der Laurentiusstraße sei mit einem fertigen Ausführungskonzept versehen, berichtet die Stadt. Anwohnenden wird es freuen. Die beiden großen Tiefgaragenzufahrten an der Straße müssen deshalb nur für einen möglichst kurzen Zeitraum gesperrt werden. Bis Anfang September geben noch die Bagger den Takt an, Autofahrer müssen eine Umleitung nutzen, um in die Nähe der Laurentiusstraße zu gelangen. Anfang September zum großen Stadt- und Kulturfest und zum beliebten Stadtlauf am 11. September soll alles wieder in bester Pracht fertiggestellt sein.
Kosten sind kalkuliert
Die Kosten des Straßenumbaus hat die Stadt auf Nachfrage der Politik akkurat aufgeschlüsselt. Das beauftragte Angebot liegt bei 1,775 Millionen Euro, abzüglich drei Prozent Skonto, und beinhaltete auch 167.784 Euro für Maßnahmen des Abwasserwerks. Nicht enthalten sind laut Stadt Kosten der Beweissicherung und Arbeiten der Landschaftspflege, insgesamt 53.831 Euro. Bei Einberechnung auch dieser Kosten ergebe sich, so die Verwaltung eine Auftragshöhe von 1,661 Mio. Euro, unter Abzug von drei Prozent Skonto von exakt 1,611 Mio. Euro.
Anlieger Feix Nagelschmidt, dessen Immobilienunternehmen an der Straße liegt, gilt als kritischer Begleiter der Maßnahme. Er hatte aufgrund des Informationsfreiheitsgesetz Einsicht in Unterlagen zur Beauftragung des Straßenbaus nehmen können. Dokumente habe er auch fotografieren dürfen, berichtet Nagelschmidt.
Weisung von Migenda
Als er jetzt auf Basis des Gesetzes die E-Mails zur Sache des Ersten Beigeordneten Ragnar Migenda (Bündnis 90/Die Grünen) einsehen wollte, habe ihm die Stadt das Fotografieren oder Kopieren der aus Persönlichkeitsgründen geschwärzten E-Mails untersagt. Nachdem er eine E-Mail mit seinem Smartphone habe fotografieren wollen, seien die Unterlagen zugeklappt worden, berichtet Nagelschmidt; dies sei auf Weisung des Beigeordneten geschehen, habe ihm der Mitarbeiter de Verwaltung gesagt. Nagelschmidt kritisiert, dass dieses Verbot des Fotografierens nicht den Vorgaben des Gesetzes entspreche.
Er habe deswegen Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Migenda und einen weiteren Mitarbeitenden gestellt. Die Stadt habe ihm gegenüber betont, dass die Gesetzeslage kein Fotografieren der Dokumente erlaube. Auch das Kopieren sei nicht erlaubt. Nagelschmidt dürfe nur Einsicht in die E-Mails nehmen, mehr nicht.

