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Bergisch GladbachZanders-Quartier soll schnell kommen

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Das Foto zeigt den Schriftzug Zanders und Gohrsmühle

Was wird aus der ehemaligen Papierfabrik Zanders?

Mit Booster-Projekten soll die Umwandlung der Papierfabrik Zanders Fahrt aufnehmen

 Als vor etwas mehr als fünf Jahren die Mitarbeitenden der Papierfabrik Zanders zu ihrer letzten Schicht ins Werk kamen, war manchen noch nicht klar, was folgen würde. Die zweite Insolvenz brach dem Gladbacher Traditionsunternehmen das Genick, Knall auf Fall endete die Produktion. Die Stadt Bergisch Gladbach hatte am Morgen des 1. Mai 2021 eine knapp 37 Hektar große Industriebrache. Schneller soll es werden mit der Umwandlung des riesigen Geländes.

Das ist einer der wichtigsten Punkte im sogenannten „Haushaltsbegleitbeschluss“, den der Stadtrat im März mehrheitlich verabschiedet hatte. Das Wort klingt sperrig, meint im Kern die Modernisierung der Verwaltung, die Konsolidierung der Ausgaben und eine agile Verwaltungssteuerung. Seit einem halben Jahr werden auf allen Ebenen der Verwaltung, quer durch alle Fachbereiche die Köpfe zusammengesteckt.

Ein Aspekt von vielen

Effizienter, zügiger soll alles werden, die Bürgerinnen und Bürger sollen von einer zeitgemäßen Stadtverwaltung profitieren. Einer von vielen Aspekten ist dabei die Umwandlung der Papierfabrik in ein modernes Stadtviertel, idealerweise mit zeitgemäßer Infrastruktur und lebendiger Anbindung an die Stadtmitte.

Die Stadt ist schon da – Das ist der Leitspruch für die in bunten Bildern gezeichneten Visionen in Struktur- und Handlungsplänen. Seit Mai liegt per Ratsbeschluss auch eine verbindliche Städtebauliche Entwicklungsplanung vor, Zonen für die geplanten Wohngebiete sind identifiziert, fürs Arbeiten, fürs Miteinander, für Sport oder Einkaufen. Auf dem Papier macht das Quartier viel her, ein neuer Leuchtturm für Bergisch Gladbach wird entstehen.

Planung wird vorbereitet

Eine Erschließungsplanung für das gesamte Projekt wird aktuell aufgestellt, noch in diesem Herbst soll mit der Bauleitplanung begonnen werden. Dies alles sind Meilensteine. Was dem Markt, also Entwicklern oder Projektsteuern, vorgestellt werden wird in nächster Zeit, sind „Booster-Projekte“.

Das Wort Booster kommt aus dem Englischen und findet im Deutschen keine exakte Übersetzung. Gemeint sind Vorbildprojekte, die als Durchlauferhitzer zügig umgesetzt werden und Vorbildcharakter für die weitere Entwicklung haben. Mit den „Boostern“ soll Zanders einen weiteren Schub bekommen, ganz wie im Begleitbeschluss eingefordert. Die Stadt könnte sich also einen Bereich oder ein Bauwerk herauspicken und dieses beschleunigt zur Vermarktung bringen.

Dies könnte, nur als Beispiel, vielleicht das Kraftwerk sein, ein beispielhaftes Monument, das stilbildend für die Bauarchitektur in den spätern 1920er-Jahren entstand. Oder die Stadt nimmt eine der zahlreichen Fabrikhallen und bittet Interessenten um Konzepte. Stadt und Aufsichtsrat der Zanders-Entwicklungsgesellschaft beraten zum Thema derzeit intern. Im politischen Spiel könnte sich schnell zeigen, ob Stadt und Projektentwickler zueinander finden könnten.

Verbindliche Planungen

Die Stadt spricht von schnell umsetzbaren Einheiten und einer gewissen Verbindlichkeit, mit der sie auf die Entwickler zugehen könnte. Allerdings müsste zuvor verbindlich geregelt sein, ob die in Rede stehenden Immobilien in Erbpacht abgegeben oder verkauft werden. Diese Weiche muss alsbald gestellt werden. Mittlerweile sind mehr als acht Millionen Fördergeld akquiriert worden, alles für den Bereich der Städtebauförderung.

Der A-Stempel bei der Regionale 2025/Bergisches Rheinland diente dabei als Türöffner. Größter Brocken dabei ist die Umgestaltung der Alten Zentralwerkstatt zu einem sozialen und kulturellen Zentrum der Stadt. Der Umbau wird voraussichtlich in Kürze beginnen, unter Beachtung aller Aspekte des Denkmalschutzes. Ein Förderantrag für die Offenlegung der Strunde ist im Mai beim Bund eingegangen. Sollte der Rat zustimmen, könnte in diesem Herbst ein weiterer Antrag auf Städtebauförderung gestellt werden.

Im Mittelpunkt soll dann die auf Zanders geplante Stadtbibliothek stehen und die Flächen in deren Umgebung. Die baufällige alte Forum-Bücherei an der Hauptstraße aus den 70ern soll im umgebauten „Forum“ auf dem Zandersgelände einen zukunftsfähigen neuen Platz finden.