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Bergisch Gladbacher FeuerwehrNeuer Teleskopmastwagen muss ausgemustert werden

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Bergisch Gladbach – Gerade mal sechs Jahre alt ist der neue Teleskopmast der Gladbacher Feuerwehr gewesen – und jetzt wurde er bereits ausgemustert. Der Grund: Vor allem an Straßen mit Gefälle ist das neue Rettungsgerät, das 2009 eine 21 Jahre alte Drehleiter ersetzte, an seine Grenzen gestoßen: Zu kompliziert war die Abstütztechnik, zu langwierig die Einsatzvorbereitung, zu groß das Risiko, dass es im Notfall zu lange dauern würde, bis das auf der Wache Nord stationierte Rettungsgerät einsatzbereit wäre. In einigen Fällen habe das Fahrzeug sogar aufwendig umgesetzt werden müssen, bevor ein Ausfahren des Mastes möglich gewesen sei, heißt es aus Kreisen der Feuerwehr. Keine gute Basis für Einsätze, bei denen Minuten über Leben und Tod entscheiden können.

Deshalb hat die Feuerwehr jetzt die Reißleine gezogen, das Fahrzeug ins niedersächsische Flachland verkauft und als Ersatz eine zehn Jahre alte Drehleiter aus dem österreichischen Leonding erstanden, die nächste Woche in Betrieb genommen werden soll. Dass eine Ersatzbeschaffung älter ist als das ausgemusterte Exemplar, dürfte zwar ein äußerst seltener Fall bei der Feuerwehr-Fuhrparkpflege sein. Dafür aber ähnelt die Gebraucht-Drehleiter aber weitgehend der zweiten Drehleiter der Kreisstadt aus der Wache Süd in Bensberg. So lasse sich der Schulungsaufwand möglichst gering halten, und die neue, alte Drehleiter könne schneller eingesetzt werden, argumentiert die Feuerwehr auf Anfrage dieser Zeitung.

Sogar Experten waren überrascht

War also die 550 000 Euro teure Anschaffung des Teleskopmastes ein glatter Fehlkauf? So weit möchte Feuerwehrsprecher Elmar Schneiders nicht gehen: „Das, was wir uns von dem Fahrzeug erhofft haben, hat sich nicht bestätigt.“ Immerhin sei der Teleskopmast, der auch heute noch allen Normen entsprochen habe, damals rund 100 000 Euro preiswerter gewesen als eine neue Drehleiter. „Wir haben versucht, eine wirtschaftliche Anschaffung durchzuführen, aber für unsere topographische Situation war es einfach nicht zufriedenstellend geeignet“, erläutert Schneiders.

„So ein Mast ist ein tolles Gerät, wenn man mal einen Ast absägen muss, aber für uns war das einfach nichts“, sagt ein Feuerwehrmann in leitender Funktion hinter vorgehaltener Hand. Hätte man das nicht vorher wissen können? „Das war vorher so nicht erkennbar“, sagt Feuerwehrsprecher Schneiders. Teleskopmasten seien damals noch nicht so weit verbreitet gewesen. „Und wir konnten auch nicht alle Straßen mit dem Gerät ausprobieren, bevor wir es gekauft haben.“ Dass Steigungen für Teleskopmasten dieser Bauart in der Praxis eine derartige Herausforderung seien, habe selbst Techniker aus der Herstellerbranche überrascht, bestätigt ein Kenner der Insider, der nicht genannt werden möchte.

Zurück zur Drehleiter

Sowohl bei den Verantwortlichen der Gladbacher Feuerwehr als auch im Rathaus dürfte man jetzt unterdessen aufgeatmet haben: Aus dem Verkaufserlös des Teleskopmastes konnte die gebrauchte Drehleiter einschließlich notwendiger Anpassungen und kompletter Überholung finanziert werden. Ergebnis: Die Rückkehr vom Hightech-Teleskopmast zur konventionellen Drehleiter konnte für die Stadtkasse kostenneutral abgewickelt werden. Auch deshalb, weil der Teleskopmast noch rechtzeitig vor einer teuren Inspektion verkauft werden konnte, die bald angestanden hätte. ZUdem half der Hersteller mit, einen Käufer für den Mast und ein passendes Ersatzgerät für die Gladbacher Feuerwehr zu finden.

Wie viel die zehn Jahre alte Drehleiter gekostet hat und wie viel die Gladbacher für den gebrauchten Teleskopmast noch bekommen haben, dazu möchten sich die Verantwortlichen nicht äußern. Allerdings wird auch nicht dementiert, dass mancher aufgeatmet hat, weil die Rolle rückwärts in Sachen Drehleiter am Ende finanziell so glimpflich ausgegangen ist.