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Grube ApfelAus für den Zeltplatz im Freudenthal

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Bergisch Gladbach – Grube Apfel, Hausnummer 8. Das Fachwerkhaus der ehemaligen Försterei im Freudenthal gammelt vor sich hin – seit sechs Jahren. Die Scheiben sind eingeworfen. Von den Fensterläden blättert der grüne Lack ab, und der Putz bröckelt an vielen Stellen. Aus dem Küchenfenster, lediglich geschützt mit einem verrosteten Eisengitter, strömt ein modriger Gestank. An der Decke baumelt eine Lampe, an der Wand steht ein Ofen – Relikte aus bessern Zeiten. „Hier ist nichts mehr zu stehlen. Alles hinüber und baufällig“, steht mit Kreide auf einer Tür geschrieben. Auch das zweite Gebäude, ein eingeschossiges Wasch- und Kochhaus im Fachwerk, wirkt verfallen. Die als Stellplätze für Zelte angelegten Terrassen sind als solche nicht mehr zu erkennen: Brennnesseln und Gras wuchern meterhoch.

Der einstige Jugendzeltplatz auf dem Gelände der Grube Apfel hat keine Zukunft. Der einzige Kaufinteressent, die „Deutsche Freischar – Bund der Wandervögel und Pfadfinder“, ist abgesprungen – nach drei Jahren zäher Verhandlungen mit der Stadt. Die Investitionen seien zu hoch, Auflagen und Einschränkungen des Naturschutzes stünden der Nutzung als Zeltplatz entgegen, lautet die Begründung der Deutschen Freischar. Jetzt muss die Stadtverwaltung erneut auf die Suche nach einem Investor gehen. „Dabei werden wir uns von der Idee der Gemeinnützigkeit verabschieden müssen,“ bedauert Stadtsprecher Stefan Kunze. Die Deutsche Freischar mit 300 aktiven und 800 fördernden Mitgliedern hatte vor, auf dem Gelände ihr Bundesheim zu etablieren. Genutzt werden sollte der Standort als Jugendtreffpunkt für Fahrten bis zu 60 Personen. Zugang sollten aber auch andere Gruppen wie Pfadfinder und Messdiener erhalten.

„Doch leider sind die Hindernisse unüberwindbar“, bedauert Brigitte Lenz von der Deutschen Freischar. Allein 70 000 Euro hätte die Errichtung eines Pumpwerks für Schmutzwasser gekostet, dazu wäre noch der Kaufpreis für das 8000 Quadratmeter große Gelände gekommen. 100 000 Euro, hieß es 2008, wolle die Stadt durch den Verkauf einnehmen.Außerdem seien im Grundbuch Pflichten vermerkt, die nicht zu löschen seien – etwa, dass der Eigentümer für mögliche Bergschäden aufkommen müsse. Das Altlastenkataster sei unvollständig, fügt Lenz hinzu. Was für böse Überraschungen eventuell im Untergrund lauern, wisse man also nicht. Unumstößlich sind auch die Auflagen des Naturschutzes: „Bestimmte Stellen dürfen nicht betreten werden, weil Tiere gestört werden könnten.“ Also kein Lagerfeuer, keine abendliche Gitarrenmusik und kein Planschen im Bach. Lenz fasst zusammen: „Als Zeltplatz für Jugendliche ist das Areal völlig ungeeignet.“

Die Stadtverwaltung habe sich vergeblich bemüht, der Deutschen Freischar einen Weg zu bahnen, betont Stadtsprecher Kunze. Jetzt sei klar, als Freizeitanlage könne der Platz nicht erhalten werden. Zur künftigen Nutzung könne die Verwaltung aber noch nichts sagen. 2008 hatten sich auch Interessenten gemeldet, die eine klassische Wohnbebauung vorhatten.