Bergisch Gladbach – Wer für regelmäßig fällige Zahlungen Einzugsermächtigungen erteilt hat, geht davon aus, dass die Beträge auch automatisch vom Bankkonto abgebucht werden. Doch in einer Vielzahl von Daueraufträgen können schon mal Daten verloren gehen. So geschehen bei der Stadtverwaltung Bergisch Gladbach. Bei 15 Gladbacher Haushalten wurden vergangenes Jahr die Grundbesitzabgaben nicht abgebucht. Der Fehler fiel nun erst in Verbindung mit den neuen Bescheiden für 2014 im Januar auf. Prompt erhielten die betroffenen Haushalte von der Stadt Zahlungsaufforderungen über die ausstehenden Gebühren und Steuern von 2013 – verbunden mit einer recht kurzen Zahlungsfrist.
„Wir haben es einfach nicht bemerkt, dass die Stadt die Abgaben nicht abgebucht hat. Das ist bei uns im Alltag untergegangen“, erklärt Claudia Nolte-Reußner. Sie ist mit ihrer vierköpfigen Familie betroffen von den nachträglichen Zahlungen. Seit Mai 2013 seien die Quartalsbeträge von 117 beziehungsweise 118 Euro dreimal vom Konto ihres Mannes nicht abgebucht worden. In den Abgaben sind die Grundsteuer B für den privaten Grundbesitz sowie die Gebühren für Abfall- und Abwasserentsorgung, Straßenreinigung und Winterdienst enthalten. Mit dem neuen Abgabenbescheid für 2014 erhielt die Familie auch die Nachforderung über 352 Euro. Zu zahlen bis 1. April, heißt es im Schreiben der Stadt Bergisch Gladbach.
„Bei einem recht knapp geplanten monatlichen Budget, ist das für eine Familie nicht so einfach zu tragen“, sagt Nolte-Reußner. Sie ärgert sich über die Art und Weise wie die Verwaltung mit den Bürgern umgeht. „Natürlich müssen wir die fehlenden Abgaben bezahlen. Aber es war doch das Verschulden der Stadtverwaltung, dass dort unsere Daten verloren gegangen sind. Uns sollen alle Beträge zum nächsten Termin abgebucht werden.“ Anderenfalls würden Mahn- und Vollstreckungsverfahren drohen. Auf die Nachfrage bei der Verwaltung, ob eine Ratenzahlung möglich sei, hieß es, „das sei in diesem Falle leider nicht vorgesehen“, berichtet die Gladbacherin.
Das es ein Verschulden innerhalb der Verwaltung ist, räumt Pressesprecher Martin Rölen unumwunden ein: „Es war schlicht technisches Versagen. Wenn man eine Einzugsermächtigung erteilt hat, muss man sich eigentlich nicht mehr darum kümmern, dass die Beträge abgebucht werden.“ Da der Computerfehler erst im Januar aufgefallen ist, bittet die Verwaltung Bürger, bei denen die Grundbesitzabgaben 2013 nicht abgebucht wurden, sich zu melden.
Rölen sicherte zu, dass sich die Verwaltung bei Notsituationen von Bürgern kompromissbereit verhalte. Im Falle der Familie Nolte-Reußner sei die Verwaltung inzwischen von sich aus aktiv geworden. „Es wurde für die Nachzahlung der Abgaben eine einvernehmliche Lösung gefunden“, sagte Rölen. Zuständiger Ansprechpartner für die Grundbesitzabgaben ist der Leiter der Stadtkasse, Manfred Mäurer, ☎ 02202/142701.
