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Patronatsfest in Bergisch GladbachPastor kritisiert in Reimrede die geplante Pfarreienfusion des Erzbistums

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Das Foto zeigt Pastor Wilhelm Darscheid auf dem Patronatsfest der Hander Schützen

Pastor Wilhelm Darscheid hielt eine Reimrede

In Bergisch Gladbach-Hand feierten die Schützen ihr Patronatsfest.

Das Patronatsfest der Hander Schützen hat es in sich. Im vergangenen Jahr stellte sich hier das versammelte Brauchtum von Schützenbruderschaft und Karnevalisten im Schulterschluss mit einer Reihe von Politikern hinter Wilhelm Darscheid, den Präses und Bezirkspräses der Schützen und katholischen Pfarrer in den Pfarreien von Hand, Paffrath und Schildgen, der in einem „Modellprojekt“ einer neuen „Pastoralen Einheit Bergisch Gladbach“ eigentlich seine Pfarrstelle zum 1. März aufgeben sollte.

Entschlossener Protest – auch in der ähnlich betroffenen Pfarrei in Refrath – führte wie berichtet am Ende zum Stopp des „Modellprojekts“. Wie die beschlossene Fusion der katholischen Kirchengemeinden in der Kreisstadt nun umgesetzt wird, ist seitdem noch nicht wieder offen angegangen worden.

Bürgermeister als Gast

Entsprechend gespannt erwarteten die Besucher der Festmesse zum Patronatsfest der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft samt Dreigestirn, Kinderdreigestirn, Prinzengarde, Landrat und Bürgermeister jetzt die Reimpredigt, mit der Pfarrer Wilhelm Darscheid das Patronatsfest maßgeblich mitprägt.

„Was letztes Jahr kaum wer gedacht, hat Gottes Fügung wahr gemacht: Zusammensteh'n ohne Verdruss. Mein Dank, dass keiner fehlen muss“, reimte der Seelsorger, um sich dann der Krippe im Altarraum von St. Konrad Hand zu widmen, genauer den Schafen davor.

„Weil Weihnacht trifft das Patronat, das Schaff uns was zu sagen hat“, reimte Darscheid und brach eine Lanze für das Schaf, das zu unrecht als „blöd, verträumt und dumm“ gilt. „Fühlt sich nur in der Herde wohl, wenn Hirten zeigen, was es soll“, stellte Darscheid in den Raum, um gleich dagegen zu sprechen: „Wer so denkt, ist kein Realist, weil er den Wert des Schafs vergisst.“

Kritik am Modellprojekt

Eine Kritik an den Planern des „Modellprojekts Bergisch Gladbach“ auch im Kölner Generalvikariat. Wer mochte, konnte das heraushören. „Weil nichts dann noch Gemeinschaft stiftet, die Herde auseinander driftet. Und wenn der Hirt die Schafe blendet, sich auch nichts mehr zum Bess'ren wendet.“

Der gute Hirte stattdessen kenne die Schafe, wisse um ihre Situation, und sie hörten auf seine Stimme, predigte Darscheid weiter in Reimen: „Der gute Hirt will nicht betören.“ Jesus selbst hat oft von den Wolltieren gesprochen: „Noch mehr traut Jesus Schafen zu, sendet sie aus wie ich und du. Weiß ganz genau, sie sind verletzlich, und eben deshalb unersetzlich.“ Wenn das kein Hoch auf die Herde auch der Gemeinde ist.. „Ein Schaf hat deshalb nicht nur Mut, es spürt, wie gut Gemeinschaft tut. In seiner Herde aufgehoben, vertrauensvoll den Hirten loben.

Das Schaf in uns

Das ist des Schafes Macht und Stärke. Und bringt viel Gutes dann zu Werke.“ Der Bogen zum Patronatsfest? Selbstverständlich: „Genau das hat Sebastian in seinem Leben auch getan. Er war als überzeugter Christ entschieden, mutig, ohne List.“ Darscheids Wunsch: Dass etwas ,Schaf' uns allen innewohne. „Macht euch bewusst, was ,Schaf-sein' heißt, und wie es uns zusammenschweißt.“

Noch viel ist auch darüber nach der Festmesse gesprochen worden, an deren Gestaltung sich der Kirchenchor an St. Clemens und St. Konrad ebenso beteiligte wie Brudermeister Peter Knoob, das Dreigestirn und die Prinzengarde.