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Mutter und Tochter erschlagenPolizei verhaftet 52-Jährigen

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Ermittler des Landeskriminalamtes sichern die Spuren am Tatort.

Bergisch Gladbach – „Ich will am Samstag in Urlaub fahren. Darauf habe ich mich seit Wochen gefreut, und nun habe ich keine Lust mehr“, sagt Klaus Guch (Name geändert) am Freitagmorgen dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Er steht kopfschüttelnd am Gartentor eines Bungalows in Schildgen und blickt auf das Haus, in dem am Mittwoch zwei Frauen Opfer einer Bluttat geworden sind. Die 84 Jahre alte Barbara R. und ihre 58-jährige Tochter Erika G. sollen von dem 52-jährigen Gerd T. (Name geändert), einem Bekannten der Familie, erschlagen worden sein.

Massive Gewalteinwirkung

Die Bilder waren nicht leicht zu verarbeiten, mit denen Ermittler der Kölner Mordkommission am Mittwoch gegen 17 Uhr in Schildgen konfrontiert wurden. Im Erdgeschoss des Bungalows lag die Leiche der Seniorin. Die alte Dame hatte schwerste Kopfverletzungen, die auf massive Gewalteinwirkung schließen ließen. Ein Stockwerk höher fanden die Ermittler ihre leblose Tochter.

Entdeckt – so schien es jedenfalls noch am Mittwochnachmittag – hatte die leblosen Frauenkörper der 52 Jahre alte Bekannte der Familie. Ein Handwerker, der schon seit Jahren für die beiden Frauen arbeitet. Gegen 15.30 Uhr soll der 52-Jährige zusammen mit Erika G. ein renoviertes Gartentor montiert haben. 30 Minuten später soll Gerd T. den behinderten Sohn von Erika G. vor dem Haus abgepasst haben.

Er sei dann mit dem 23-Jährigen in das Haus gegangen. „Der Junge wollte die Tür aufschließen. Da hat ihm der Handwerker den Schlüssel abgenommen und ist zuerst ins Haus“, erzählt Nachbar Bernd Müller (Name geändert), der direkt neben dem Tatort wohnt.

Dann sei der 23-Jährige aus dem Haus gelaufen. Müller: „Er war total verwirrt und rannte planlos auf der Straße hin und her.“ Währenddessen informierte der 52-Jährige die Polizei. Wenige Minuten später waren Beamte vor Ort und sicherte den Tatort. Dann fanden die Ermittler die zweite Leiche im Dachgeschoss.

Noch am Nachmittag trafen Spezialisten des Landeskriminalamtes in der Straße ein. Männer in weißen Overalls hasteten über das Grundstück ins Haus. Schemenhaft tauchten die Ermittler immer wieder hinter den zugezogenen Vorhängen in den oberen Stockwerken des Gebäudes auf – ein gespenstischer Anblick. Gegen 22 Uhr wurde der Leichenwagen für die toten Frauen bestellt. Doch die Spurensicherung der Mordkommission dauerte länger als erwartet. Erst am Donnerstagmorgen um 4.20 Uhr wurden die Leichen der getöteten Frauen abgeholt.

Größere Menge Bargeld im Haus

In der Straße scheint es ein offenes Geheimnis zu sein, dass die Opfer immer eine größere Bargeldmenge im Haus hatten. „Mit diesem Geld wurde auch immer der Handwerker bezahlt“, will ein Anwohner wissen. Es brodelt in der Gerüchteküche. So soll eines der Opfer dem Handwerker einen vierstelligen Bargeldbetrag geliehen haben, der zur Rückzahlung anstehe. Auch ist die Rede davon, dass der Verdächtige den Lohn für das reparierte Gartentor aus einer Geldkasse bekommen habe, in der sich noch erheblich mehr Geld befunden habe.

Die Polizei bestätigte am Freitagnachmittag keine der Versionen. Polizeisprecher Lutz Flaßnöcker: „ Wir haben auch von solchen Gerüchten gehört, können sie aber nicht bestätigen. Allerdings besteht mittlerweile ein Haftbefehl gegen den 52-Jährigen wegen zweifachen Mordes. Der Verdächtige ist auf dem Weg in die Justizvollzugsanstalt.“

Seit zwei Tagen ist es merkwürdig ruhig in der idyllischen Straße in Schildgen, die hauptsächlich mit stattlichen Einfamilienhäuser bebaut ist. Nur selten betreten Anwohner die Straße, um dann sofort wieder in ihre Häuser zu huschen. Eine Bluttat passt nicht in diese Wohngegend.

Ein Nachbar: „Wir sind alle fassungslos. Mit so etwas haben wir in unserer Wohngegend nicht gerechnet. Nichts wird hier mehr so sein wie vor der Straftat.“