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Otto-Hahn-SchulenSanierungstermin ist geplatzt

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Die Schulsanierung verzögert sich in Bensberg.

Bergisch Gladbach – Für die Otto-Hahn-Schulen in Bergisch Gladbach ist es die denkbar schlechteste Nachricht: Die Vergabekammer in Köln hat der Stadt mitgeteilt, dass sie die Beanstandung an dem Ausschreibungsverfahren für die Schulsanierung nicht vor März bearbeiten werde. Das heißt laut Stadtsprecherin Marion Linnenbrink: „Wir können nicht in diesem Sommer mit der Sanierung beginnen.“ Das Schulzentrum soll für 18 Millionen Euro saniert werden – die größte Sanierung im Stadtgebiet. Aber das gesamte Verfahren steht still. Erst muss das Kölner Gericht entscheiden, was aus der Beanstandung wird.

Der Bensberger Architekt Michael Neuendorff hatte das Ausschreibungsverfahren im September 2012 vor die Kölner Vergabekammer gebracht. Dort liegen die Unterlagen unbearbeitet. Neuendorff, der sich mit seinem Büro an der Ausschreibung beteiligt hatte, kann die Ergebnisse nicht nachvollziehen. „Ich möchte einfach wissen, wie die Stadt gerechnet hat“, sagte er im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Er hat bei der Stadt mehrfach Akteneinsicht verlangt – und auch erhalten. Aber nach seiner Darstellung seien seinem Rechtsanwalt und ihm Papiere vorgelegt worden, auf denen die entscheidenden Passagen geschwärzt waren. „Dadurch bin ich kein Stück schlauer geworden.“ Neuendorff berichtet, dass ihn die betroffene Schule angeschrieben habe. „Die wollen natürlich, dass ich meine Klage zurückziehe, damit gebaut werden kann.“ Aber er fühle sich nicht verantwortlich für die Verzögerungen. „Wenn die Stadt mir die vollständigen Unterlagen zeigt, kann ich schon morgen meine Klage zurückziehen.“

Die Liste der „Unverständlichkeiten“ ist für Neuendorff lang. Es geht zum Beispiel um die Berechnung der Kosten von Ersatzflächen, die während des Umbaus nötig seien, oder um die Honorarabrechnung. Für die Architektenleistung gelten durch die „Honorarordnung für Architekten und Ingenieure“ (HOAI) verbindliche Regeln. So darf ein Architekt seine Honorare nicht kleinrechnen, nur um einen Auftrag zu bekommen. Neuendorff: „Ich glaube, dass die Stadt Bergisch Gladbach mit einer alten Fassung der HOAI gearbeitet hat.“ Mit anderen Worten: Der Kollege könnte ein verboten preiswertes Angebot vorgelegt haben.

Die Bezirksregierung in Köln bestätigte auf Anfrage, dass es aktuell „wegen personeller Engpässe“ zu Verzögerungen bei der Bearbeitung der Beanstandungen komme. Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ hat die Verwaltung inzwischen mehrfach bei der Vergabekammer vorgesprochen, um das Verfahren zu beschleunigen. Dort erhielt sie immer die gleiche Auskunft: Die Beanstandung werde vorrangig geprüft, aber es brauche trotzdem noch Zeit.

Zeit, die die Stadt nicht hat. Ohne Planungssicherheit kann die Stadt die Sanierungsarbeiten am Otto-Hahn-Schulkomplex nicht vorantreiben – was auch Auswirkungen auf die Arbeiten für das Nicolaus-Cusanus-Gymnasium hat. Denn die Arbeiten und die Finanzierungen waren zeitlich aufeinander abgestimmt.