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Tiere in Bergisch GladbachSechs Rehe totgebissen

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Helmut Kröll mit einem der toten Rehe.

Bergisch Gladbach – Schon wieder ist im Nußbaumer Wald ein Rehkitz zu Tode gekommen. Es ist der sechste Fall seit Juli. Am vergangenen Freitag hatte Anwohner Helmut Kröll das tote Tier im Unterholz entdeckt. Kröll vermutet, dass ein freilaufender Hund (oder mehrere) das etwa fünf Monate alte Reh totgebissen hat. Die Verletzungen deuteten daraufhin: Dem Kitz ist in den Bauch gebissen worden. Wie der Tierschützer berichtet, soll in Abstimmung mit Kreisveterinär Dr. Thomas Mönig der Kadaver untersucht werden. Kröll erhofft sich davon nähere Erkenntnisse. „Das Reh ist richtig zerfleischt worden. Es hatte keine Chance.“ Vielleicht sei es auch zu Tode gehetzt worden.

Die Rehpopulation im Wald zwischen Nußbaum, Paffrath und Voiswinkel ist durch die jüngsten Fälle weiter gesunken. Kröll ist häufig in diesem Waldstück unterwegs, zumeist an den Wanderwegen, die vom Parkplatz am Paffrather Friedhof ihren Ausgang nehmen. Totgebissene Rehe hat er in diesem Sommer regelmäßig entdeckt, zwei im Juli und August, eines im September. Kröll war vor dem Verkauf Miteigentümer einer größeren Waldfläche, die zum Schutz der Rehe und ihrer Kitze eingezäunt gewesen sei. Nun sei das Gelände nicht mehr eingezäunt. Und die Folge seien die Übergriffe der freilaufenden Hunde. Dem Reh-Pärchen hatte Kröll die Kosenamen „Rieke“ und „Böckchen“ gegeben. Der gesamte Nachwuchs aus ihrem Frühjahrswurf sei jetzt tot, erklärt Kröll. Auch „Rieke“ und „Böckchen“ seien gerissen worden, sagt er traurig.

Die freie Landschaft hinter Paffrath ist ein beliebtes Gelände, das auch Hundehalter gerne nutzen. „Uneinsichtig“ seien einige von ihnen, sagt Kröll. Statt ihre Vierbeiner anzuleinen oder auf sie aufzupassen, ließen Hundefreunde ihre Tiere im Wald streunern. „Es sind so viele schreckliche Fälle gewesen in den letzten Wochen.“ Werde ein Reh durch einen Biss verletzt, schleppe es sich zurück in den Wald und verende. Dass es sich bei den wildernden Hunden um sogenannte „gefährliche Hunde“ oder Jagdhunde gehandelt haben könnte, glaubt Kröll nicht. Auch Hunde anderer Rassen seien dazu in der Lage.

Bei der Kreisverwaltung werden die Zwischenfälle in Paffrath auch mit Sorge betrachtet. Nachdem der Tierschützer das Veterinäramt informiert habe, seien drei Rehe zur Obduktion gegeben worden. „In einem Fall war die Verwesung zu stark fortgeschritten“, berichtet Kreissprecherin Birgit Bär. In den beiden übrigen Fällen stünden die Ergebnisse noch aus. Problem sei, dass die Kadaver oft über Nacht im Wald lägen. „Dann geht der Fuchs an die Tiere. Eine Untersuchung ist deshalb sehr schwer.“ Der Kreis appelliert an die Hundehalter, ihre Vierbeiner angeleint zu halten. In einem Fall sei im Wald bereits ein Bußgeld gegen einen uneinsichtigen Hundefreund verhängt worden. „Wir nehmen die Sache ernst. Uns interessiert auch, woran die Rehe gestorben sind.“