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Rettungshundestaffel sucht NachwuchsCasting für Mensch und Hund

Die Johanniter-Rettungshundestaffel sucht Nachwuchs und testet Mensch und Hund beim Casting – denn trainiert wird bei jedem Wetter.

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Bei der Eignungsprüfung für die Rettungsstaffel muss der Hund beweisen, dass er sich konzentrieren kann...

Kristin Vogelsang und Yvonne Batzdorf beobachten jede Bewegung des Rüden. Hugo lässt es an Elan nicht mangeln. Die Trainerinnen der ehrenamtlichen Rettungshundestaffel des bergischen Johanniter-Regionalverbands interagieren mit Hugo mittels Spielzeug, das Besitzerin Jule Herrmann mitgebracht hat. Danach werden die beiden von den Johannitern umzingelt, mit jedem Schritt wird der Kreis enger. Wird der Hund nervös?

Casting für Rettungshunde: Die Staffel braucht Nachwuchs

Die Übungen sind Teil eines Castings für Rettungshunde, das die Staffel am Wochenende veranstaltet hat. Die Staffel braucht Nachwuchs. „Wir hatten fünf einsatzgeprüfte Teams, doch aufgrund von Alter und Todesfällen sind es aktuell nur noch vierNach der DRK-Rahmenrichtlinie für Rettungshundearbeit gilt eine Staffel nur dann als einsatzfähig, wenn sie über mindestens fünf geprüfte Teams sowie die vorgeschriebene Mindestausstattung verfügt – die bergische Staffel liegt damit derzeit unter dieser Schwelle.“, berichtet Staffelleiterin Sandra Horn. „Wir müssen immer schauen, dass wir genug Nachwuchs haben, der nach der dreijährigen Ausbildung zügig nachrücken kann.“ Das sei nicht so einfach, der Einsatz in der Rettungshundestaffel nicht für jeden geeignet. Nachwuchsprobleme bei Rettungshundestaffeln sind nach Angaben des Fachportals Verbandsbüro.de bundesweit bekannt: Vielen Staffeln fällt es schwer, dauerhaft neue Mitglieder zu gewinnen, weil der Zugang zur Arbeit als schwer greifbar gilt – und zu wenig Nachwuchs die bestehenden Aktiven zusätzlich belastet. „Hat man sich aber darauf eingelassen, ist man Teil einer großen Familie und unternimmt neben dem Trainingseinheiten im Wald auch tolle Ausflüge.“

Nichts für Warmduscher

Die Staffel ist bei jedem Wetter im Einsatz. „Das Training wird nicht verschoben, nur weil es regnet, matschig ist oder der Schnee in dicken Flocken vom Himmel fällt“, gibt Horn den Kandidaten beim herbstlichen Probetraining zu bedenken. „Wir sagen immer: Wer den Winter in der Rettungshundestaffel übersteht, der bleibt.“ Im November findet ein weiteres Probetraining im Wald statt, damit Mensch und Hund im Vorfeld der Ausbildung erleben, wie das echte Training aussieht. „Dann merken auch schon viele, ob es wirklich was für sie ist“, weiß Sandra Horn aus Erfahrung.

Wann die Rettungshundestaffel ausrückt

Die Johanniter-Rettungshundestaffel rückt zum Beispiel aus, wenn an Demenz Erkrankte sich verlaufen haben, Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen vom Wege abgekommen sind, Kinder spurlos verschwunden sind oder unter Schock stehende Verletzte bei unübersichtlichen Großschadensereignissen gefunden werden müssen.

... Und nicht leicht ablenken lässt.

Zwei Übungseinheiten testen Hund und Mensch

Sandra Horn und ihr Team sind mit der Resonanz zufrieden. Acht Hunde sind von ihren Besitzern angemeldet worden. An diesem Tag geht es darum, mithilfe zweier Übungseinheiten herauszufinden, ob Hund und Mensch überhaupt geeignet sind, ein Teil der Rettungshundestaffel zu werden. Bei der ersten Übung, an der die Hunde einzeln mit ihren Besitzern teilnahmen, wurde getestet, wie die Tiere auf fremde Menschen reagieren. In der zweiten Übung geht es unter anderem um das Laufen unter einer Stoffplane, die sich bewegt. „So testen wir, wie sich die Hunde in solchen Momenten verhalten, wie sie untereinander agieren und ob sie mit anderen Hunden verträglich sind“, so Horn.

Das ideale Alter für den Ausbildungsstart

Denn bei dieser zweiten Übung bekommen Hugo, ein belgischer Tervueren-Schäferhund, und Jule Herrmann Verstärkung durch den Border-Aussie-Mischling Neelo mit seiner Halterin Larissa Bestgen aus Fürthen im Landkreis Altenkirchen. Mit drei Jahren zählt Neelo zu den älteren Anwärtern. Staffelleiterin Horn sagt: „Am besten geeignet sind die Hunde im Alter von ein bis zwei Jahren. Älter als drei sollten sie nicht sein, wenn sie die dreijährige Ausbildung antreten.“

Stimmen der Teilnehmerinnen

Hundehalterin Larissa Bestgen hat bereits Erfahrungen in einer anderen Rettungshundestaffel gesammelt und möchte nun wechseln. „Ich hab den Aufruf der Johanniter gesehen und dachte mir, dass ich mir das hier mal anschaue. Die Idee des Castings finde ich sehr gut, weil man so im Vorfeld bereits die Möglichkeit hat, dass Team kennenzulernen.“

Jule Herrmann aus Drespe wollte mehr für sich und ihren Hund: „Es soll eine Aufgabe sein, die zudem den Hund fördert, uns als Team zusammenschweißt und ein gemeinsames Hobby ist, das Körper und Geist herausfordert“, sagt Jule Herrmann und lacht. „Joggen reicht nicht aus.“