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Kurze SitzungKreisausschuss Rhein-Berg vertagt Kontroversen

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Rhein-Berg, Bergisch Gladbach, Heidkamp, Kreishaus, großer Sitzungssaal, gemeinsame Sitzung von Kreisausschuss und Ältestenrat unter Corona-Bedingungen.

Eine Sitzung des Kreisausschusses Rhein-Berg im Bergisch Gladbacher Kreishaus (Archivfoto).

Außer Spitzen und Spesen nichts gewesen: Der rheinisch-bergische Kreisausschuss hat am Donnerstagabend die Aussprache über den umstrittenen neuen Stellenplan der Verwaltung kurzerhand in den Kreistag vertagt. 

Diesen Weg ins Kreishaus hätte sich Robert Lennerts, der Bürgermeister von Odenthal, auch sparen können: Pünktlich vor Beginn der Kreisausschuss-Sitzung am Donnerstag um 17 Uhr nahm der Verwaltungschef der kleinsten der acht rheinisch-bergischen Kommunen im Zuschauerraum des großen Sitzungssaals Platz und wurde freundlich von Landrat Stephan Santelmann und mehreren Kreistagsabgeordneten begrüßt. Doch das war’s dann auch.

Durch die Tagesordnung im Galopp

Im Galopp ging es durch die Tagesordnung, die für die öffentliche Sitzung immerhin 23 Haupt- und diverse Unterpunkte benannte, aber die Haushaltsberatungen und insbesondere eine Aussprache über die geplante Stellenexplosion im Kreishaus wurde ohne jede Debatte in den Kreistag in zwei Wochen vertagt.

Einzig der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Werner Conrad, ließ eine kleine Spitze in Richtung der unter anderem mit Santelmann, Kreisdirektor Dr. Erik Werdel und Kämmerer Klaus Eckl angetretenen Verwaltungsspitze los. Conrad lobte die Unterlagen zur einstimmig befürworteten Übernahme der Gladbacher Berufskollegs und die damit verbundene Stellenmehrung um drei Posten: „Die Vorlagen sind top, die Stellenbegründung ist beispielhaft. So hätte ich mir das auch an anderer Stelle gewünscht.“

SPD kündigt Antrag an

Zuvor hatte in Sachen Berufskollegs auch der Landrat die „sehr guten Gespräche“ mit dem Gladbacher Bürgermeister und den übrigen Beteiligten gelobt, was ebenfalls als Bezugnahme auf den Riesen-Hauskrach in der kommunalen Familie verstanden werden kann. SPD-Fraktionschef Gerhard Zorn kündigte noch einen Antrag zum Stellenplan an – aber das war dann auch alles zu der Forderung der Kreisverwaltung nach 91 weiteren Stellen.

Beendet war die öffentliche Sitzung angesichts der großen Sprechdisziplin des ganz überwiegenden Teils der Ausschussmitglieder damit bereits um kurz nach 17.30 Uhr – womit den Politikern, wenn sie das so wollten, hinreichend Zeit für den Weg zum Fernseher blieb, wo ab 20 Uhr das im Ergebnis ebenfalls unergiebige letzte Spiel der deutschen Nationalelf bei der Fußball-WM übertragen wurde.

Odenthals Bürgermeister Lennerts wollte sich am Abend nicht zum Thema äußern. Das hatte er bereits zu Beginn der Woche getan: „Es ist aus meiner Sicht nicht nachvollziehbar, dass die Gemeinde Odenthal per einstimmigem politischen Beschluss gehalten ist, zehn Prozent ihrer Personalkosten bis 2030 einzusparen und im Kreis findet alljährlich eine deutliche Stellenmehrung statt.“