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ErddeponieKreis stellt Zufahrtsplanungen für Kürtener Lagerstätte vor

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Das Foto zeigt die bergische Landschaft bei Bechen

Eingebettet in diese Landschaft soll bei Bechen eine Erddeponie entstehen

Der Rheinisch-Bergische Kreis hat die Zufahrtsplanungen für die neue Erddeponie bei Bechen abgeschlossen

Die bergischen Tiefbauer und Gartenbauunternehmer werden im Frühjahr aufatmen: Der Baubeginn für die von ihnen lange ersehnte neue Erddeponie in Kürten steht an. Seit vergangenem Jahr liegen dem Bergischen Abfallwirtschaftsverband BAV die rechtlichen Genehmigungen vor, für die grundsätzliche Planung der Deponie und für die Zufahrtsregelung.

Die Kipplaster sollen ausschließlich von Kürten-Neunsaal aus über die Kreisstraße 36, den Hachenberger Weg, die Erddeponie ansteuern. Eine Zufahrt über die Ortschaft Hachenberg wird der Kreis aufgrund der schmalen Straßenführung verbieten, sie wird laut Kreis auch „baulich unterbunden“. Anlieger sehen das Deponie-Projekt weiterhin mit Sorge, befürchtet wird ein verstärkter Verkehr mit Kippern.

Platz für Lkw

Die bauliche Situation des gesamten Hachenberger Wegs wird von den Kritikern in Zweifel gezogen. Sicherheit der EntsorgungDer BAV erfüllt mit den Deponieplanungen die Aufträge von Rheinisch-Bergischem und Oberbergischem Kreis, für „Entsorgungssicherheit“ bei unbelastetem Erdreich zu sorgen. Damit nach Einrichtung der Deponie die Lkw möglichst problemlos die Anlage ansteuern, werden insgesamt sechs Begegnungszonen für Lkw eingerichtet.

Die erste ist rund 20 Meter lang und liegt etwa 170 Meter nach Beginn des Hachenberger Wergs. Die zweite ist etwa 100 Meter lang und liegt zwischen Straßen-Meter 320 und 420. Eine dritte Zone folgt ab Meter 460 bis 580, eine vierte zwischen Meter 650 und 670, eine fünfte zwischen Meter 710 und 760, die letzte zwischen Meter 960 und 980, kurz vor der Zufahrt zur Deponie auf der Kuppe.

Kritische Kurvenbereiche

Wie der Kreis betont seien die Begegnungszonen bewusst im kurvenreichen Abschnitt bei der Ortschaft Hau langgezogen, um ein sicheres Passieren der Lkw zu gewährleisten. Damit es auch in Kurvenbereichen nicht zu Zwischenfällen kommen wird, werden mit Vorrangzeichen eindeutige Regelungen für den Straßenverkehr getroffen. Auf diese Weise soll vermieden werden, dass sich Laster in schmalen Straßenabschnitten begegnen. In kritischen Bereichen reduziert der Kreis außerdem die Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 30.

Parallele Arbeiten

Bauarbeiten für Erddeponie und Straßenumbau sollen möglichst parallel stattfinden, um zügig die Anlage in Betrieb gehen zu lassen. Seit Abschluss des Genehmigungsverfahrens stehen auch die äußeren Rahmenbedingungen der Erddeponie fest. Sie darf über einen Zeitraum von zehn Jahren genutzt werden und umfasst eine Ablagerungsmenge von 294.000 Kubikmeter.

Die Laufzeit wird demnach bis ins Jahr 2036 reichen. Der Abfallverband plant eine öffentliche Deponie, die von jedermann angesteuert werden kann. Die Nutzung der Vorgängerdeponie im Herrscherthal bei Bechen war nur für die Gesellschafterfirmen möglich. Diese Flächen sind mittlerweile vollgelaufen, derzeit werden letzte Anlagen abgebaut, die Rekultivierung läuft. Ähnlich wird es bei der Erddeponie in Höchsten sein: Nach 2036 sollen die Flächen wieder rekultiviert werden.

Voraussichtlich werden sich dann die Kreise Oberberg und Rhein-Berg erneut auf die Suche nach einer passenden Erddeponie machen. Nach jahrelangem Suchbemühungen war im Kürtener Gemeindegebiet ausschließlich die Fläche bei Höchsten als Standort einer Erddeponie übrig geblieben.