In diesen Tagen feiert Kürtens Pfarrvikar Janusz Szewczuk ein Ortsjubiläum: Er ist seit 25 Jahren in Kürten
PfarrjubiläumPfarrvikar Janusz Szewczuk wirkt seit 25 Jahren in Kürten

Pfarrvikar Janusz Szewczuk daheim im Pfarrhaus von Kürten
Copyright: Anton Luhr
„Mir gefällt es in Kürten. Ich möchte bleiben. Das habe ich damals spontan bei einem Anruf im Generalvikariat gesagt.“ Herzhaft muss Kürtens Pfarrvikar Janusz Szewczuk lachen, wenn er an seine Anfänge im bergischen Kürten zurückdenkt.
Vor 25 Jahren, im Januar 2001 war das, der Geistliche begeht also in diesen Tagen ein besonderes Ortsjubiläum. Als er das erste Mal nach Kürten gefahren sei, habe er nichts von diesem Ort gewusst. „Ich habe mich bei Pastor Josef Prinz vorgestellt, im Pfarrhaus von Biesfeld. Direkt gut verstanden habe ich mit ihm“, erinnert sich der Jubilar.
Die Menschen, die Landschaft
Der Anruf ins Generalvikariat folgte, Pater Janusz, wie er wegen seiner damaligen Zugehörigkeit zum Orden der Franziskaner genannt wurde, bekam den Zuschlag. Im Pfarrhaus von Kürten hätten damals noch umfangreiche Renovierungsarbeiten stattgefunden nach dem Auszug seines Amtsvorgängers Heinz Kramm, „wie auf einer Baustelle“, sagt Szewczuk und muss schmunzeln. Nur eine Matratze habe es in den ersten Tagen gegeben.
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Heute sei Kürten zu seiner Heimat geworden, mit den Menschen und der Landschaft, die ihn an seinen Geburtsort erinnert, ein kleines Dorf bei Lublin im südöstlichen Polen. Dass er mit ganzem Herzen an Kürten hängt, ist beim Kürtener Pfarrvikar in jeder Sekunde zu spüren. „Herrlich ist es hier“, sagt er und schaut auf den liebevoll hergerichteten Weihnachtsbaum, den seine Haushälterin mit viel Lametta geschmückt hat. Das ansteckende Lachen und die warmherzige Freundlichkeit prägen das seelsorgerische Wirken von Janusz Szewczuk.
Fotos des Papstes
„Beides hat mir der liebe Gott mitgegeben“, sagt der Ortsjubilar bescheiden. Als Menschenfischer kann der Seelsorger schon seit jungen Jahren auf Menschen zugehen und sie mitnehmen zum christlichen Glauben. An der Wand im Kürtener Pfarrhaus hängen die Bilder, die ihm das Wichtigste sind. Es sind Porträtfotos von Papst Johannes Paul II. aus dem Vatikan.
Im Vatikan kreuzten sich seine Wege und die des aus Polen stammenden Papstes. „Ich habe ihn fast jeden Tag gesehen“, berichtet Szewczuk. Im „Papamobil“, dem Gefährt des Papstes, sei Johannes Paul II. oft an ihm vorbeigefahren. Geboren wurde Janusz Szewczuk nahe Lublin in Polen. Eine bäuerliche Familie, acht Geschwister. 50 Bauernhöfe 220 Menschen, 200 Schweine.
Die Familie sei groß gewesen: „Drei Jungs vor, drei hinten“, sagt er. Er sei der Jüngste gewesen und der Einzige, der sich für die Kirche entschieden habe. Mit 15 kam er ins Knabenseminar nach Liegnitz, nach dem Abitur ins Priesterseminar nach Krakau, mit Karol Woytila als Erzbischof, dem späterem Papst Johannes Paul II. 1984 führte ihn sein erste Kaplanstelle nach Penzig an der Grenze zur DDR, nahe der Stadt Görlitz.
Seelsorge in Galizien
Es war die erste Station eines bewegten Seelsorgerlebens. 1986 und 1987 folgte der nächste Einsatz, am Kalvarienberg im galizischen Teil von Polen, nahe der Ukraine. Hin und her ging es für den Geistlichen in diesen Jahren. Der Franziskanerorden schickte den jungen Geistlichen, damals Ende 20, von 1987 bis 1989 nach Würzburg. „In der Würzburger Residenz habe ich die erste Trauung vorgenommen. Würzburg, eine schöne Stadt.“ Von 1989 bis 1998 war Szewczuk Kaplan in Ratingen bei Düsseldorf
. Es folgten zwei Jahre in Ungarn, in Misgolz, zum Sprachstudium bis Ende 1999. Zahlreiche Stationen der Seelsorge waren es, ehe Szewczuk den Ruf in den Vatikan erhielt. Beichtpriester für die Pilger im Vatikan wurde er nach seinem Einsatz in Misgolz, schon kurz nach seiner Ankunft habe er die ersten Beichten abnehmen müssen. „Aber es gab keine Trauungen für mich, keine Taufen, keine Firmungen, keine Beerdigungen.“
Der Papst wusch ihm die Füße
Mit einem alten Transit sei er gemeinsam mit einem Mitbruder nach Rom gereist, das weiß Szewczuk noch sehr genau. Am Gründonnerstag 2000, im Heiligen Jahr 2000 der katholischen Kirche, wusch ihm bei der Messe zum letzten Abendmahl Papst Johannes Paul II. die Füße, eine Geste, die an die Fußwaschung von Jesus für seine Jünger erinnert.
Als Beichtvater sollte er im Petersdom die Beichten abnehmen, zuständig war er für Pilger aus Polen, Ungarn, Russland, der Ukraine und Deutschland. Szewczuk war damals 42 und fühlte sich nicht berufen für diese Herausforderung. „Der vierte Beichtstuhl rechts im Petersdom, das war meiner“, erinnert er sich. Seine Kollegen seien alle weit jenseits der 60 gewesen. Unglücklich sei er in dieser Zeit gewesen, sagt Szewczuk heute. „Zehn Stunden am Tag die Beichte abzunehmen, ist einfach zu viel.
Um Versetzung gebeten
Den Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner rief er nach einem Jahr an und bat um Versetzung nach Deutschland. „In Kürten ist gerade etwas frei, wurde mir damals gesagt.“ Zunächst war er Pfarrer für Kürten und Kürten-Olpe, seit 2004 ist er mit für alle Kirchen in Kürten zuständig, gemeinsam mit den Kollegen im Seelsorgeteam. „Ich lade zur Dankmesse am 1. Februar ein, und danach Pizza-Essen für alle im Jugendheim“, sagt er voller Vorfreude auf die Feier.
Der 67-Jährige möchte auch im Ruhestand in Kürten wohnen bleiben. Bis er 70 Jahre alt ist, darf er im Pfarrhaus bleiben. Wie lange er seelsorgerisch wirkt, ist in diesen Tagen offen. „Ich habe das Erzbistum um vorzeitige Entpflichtung zum Jahresende aus gesundheitlichen Gründen gebeten“, berichtet der Seelsorger.
Statt Pfarrvikar würde er dann Pfarrer im Ruhestand sein und nur noch sehr gelegentlich bei den Messen unterstützen. Heilige Messe zum 25-jährigen Ortsjubiläum von Pfarrvikar Janusz Szewczuk, Sonntag, 1. Februar, 10 Uhr, Kirche St. Johann Baptist Kürten. Anschließend Pizza-Essen im Pfarrheim Kürten.

