Für die geplante Klimaschutzsiedlung in Kürten haben Bürgerinnen und Bürger ab 28. August die Möglichkeit, Eingaben zum Planungsverfahren zu machen.
BauprojektKürtener „Klimaschutzsiedlung“ geht nächsten Schritt in der Planung

Solaranlagen sollen auch die geplante Klimaschutzsiedlung in Kürten prägen
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Am Montag, 28. August, beginnt im Bebauungsplanverfahren die Offenlage für die „Klimaschutzsiedlung“ in Schanze. In der 30-tägigen Frist bis 29. September haben Bürgerinnen und Bürger und die sogenannten „Träger öffentlicher Belange“ die Möglichkeit, Eingaben zu machen. Die Einwände zur frühzeitige Bürgerbeteiligung nahmen jetzt die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses zur Kenntnis.
Ohne Diskussion, so Planungsleiter Oliver Wiesner, beschlossen sie die Offenlage. 19 Grundstücke sollen nahe Schanze entwickelt werden, in einem Mischgebiet (Bauen und Wohnen). Für die Gebäude sollen ökologisch-nachhaltige Baustoffen genutzt werden, Gebäudekonstruktionen in Holzrahmenbau erfolgen, die autarke Energieversorgung mit Photovoltaik und Erdwärmenutzung erfolgen.
Autarke Energieversorgung
In der Bilanz wird eine 100-prozentige Energieversorgung aus dem Baugebiet selbst angestrebt. Um Gewerbetreibenden möglichst viele Angebote machen zu können, regelt ein städtebaulicher Vertrag, dass auf mindestens 50 Prozent der Baugrundstücke gewerbliche Nutzungen kommen sollen.
Um den Ökocharakter zu verstärken, soll in den Grundstückskaufverträgen geregelt werden, dass zehn Prozent der Fläche eines Grundstücks als extensive Blumenwiese genutzt werden sollen. Weil der Begriff Klimaschutzsiedlung nicht verbindlich definiert werden kann, soll über Verträge der ökologische Charakter der Siedlung festgezurrt werden.
In städtebaulichen Verträgen wollen die Kürtener darauf achten, dass der Gewerbetreibende auch vor Ort wohnt; also in der Umgebung der Siedlung und nicht beispielsweise in Solingen oder Siegburg. Auf diese Weise sollen Berufsverkehre reduziert werden.
Bald Tempo 50
Nach eingehenden Verkehrsuntersuchungen kündigt sich eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit an: Bislang gilt auf der Bechener Straße zwischen der nördlichen Einmündung Oberblissenbach und der Einmündung in die Kölner Straße Tempo 100. Künftig soll hier Tempo 50 als Höchstgeschwindigkeit gelten, der Bereich als Ortsdurchfahrt ausgeschildert werden. Dies erhöht aus Sicht der Planer die Sicherheit der Radfahrer auf der vielbefahrenen Landstraße.
Die vor 15 Jahren angestellte Überlegung, gemeinsam mit der Nachbarkommune Odenthal ein Gewerbegebiet auszuweisen, legen die Kürten mit den Plänen zu den Akten. Die Odenthaler Eigentümer seien für eine grenzüberschreitende Entwicklung nicht bereit gewesen.
Alternative Standorte auf Kürtener Gebiet seien hingegen nicht vorhanden, auch solche nicht mit einem stärkeren Zugang zu Siedlungen.

