Nach den Sommerferien soll es schon Ergebnisse zum Fortgang der Schulsanierung in Kürten geben
SchulsanierungKürtener Verwaltung hofft auf schnelle Ergebnisse

Die Gesamtschule soll abgebrochen werden
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Im Kürtener Rathaus treibt Geschäftsbereichsleiter Michael Advena die Planungen für den möglichen Neubau der Gesamtschule auf dem Schulgelände an der Olpener Straße mit Hochdruck nach vorne. „Wir werden die Sommerferien nutzen, um mit allen Akteuren zu sprechen“, erklärt er.
Er selbst habe erst nach den Sommerferien Urlaub, was jetzt günstig sei. Schon Anfang September, so das Ziel, wolle er der Politik mitteilen, ob es Anlass für Optimismus gebe. Auf der Gesprächsliste, berichtet Advena, stehe unter anderem die Katholische Kirchengemeinde St. Marien Kürten als Eigentümerin des Sportplatzes und der weiteren Schulflächen.
Gepachtet von der Kirche
Sollte nach einer vertieften Prüfung tatsächlich auf dem Sportplatz gebaut werden können, müsste die Kirche zustimmen; das könnte entweder über Kirchenvorstand oder Pfarrgemeinderat gelingen, auch eine Absprache mit dem Erzbistum erscheint vorstellbar. Die Gemeinde ist sogenannter Erbpachtnehmer des Areals, bei Veränderungen ist die Kirche zu hören.
Auf der anderen Seite des Geländes, im Steinbruch nahe Waldmühle, gehört einem Kürtener Tiefbauunternehmen die Parzelle. Sollte im Steinbruch eine neue Schule entstehen, müsste dieser Tiefbauer sein Grundstück hergeben. Noch sei nichts entschieden zum Sportplatz, sagt der Geschäftsbereichsleiter nachdrücklich. Selbstredend sei, dass gegebenenfalls in Schulnähe ein Alternativ-Sportplatz gefunden werden müsse.
Angebote für Leichtathletik
Über die Ausgestaltung dieser Anlage ist politisch kein Beschluss getroffen worden, die aktuelle Sportstätte bietet Kunstrasenplatz, 400-Meter-Tartanlaufbahn und Anlagen für Leichtathletik. Ein Verlust der Leichtathletik könnte die Kürtener Athletinnen und Athleten hart treffen. Wo ein Ersatz entstehen könne, sofern tatsächlich die Schule auf dem Sportplatz entstehen soll, ist eine der wichtigsten Fragen, die beantwortet werden muss.
In Sachen der Sanierung der Gesamtschule wendet sich jetzt der Kürtener Projektplaner Leo Wulf mit einer Anregung nach Paragraph 24 der Gemeindeordnung an Bürgermeister und Ratsmitglieder. Auf der jüngsten Ratssitzung hatte ihn Bürgermeister Mario Bredow (parteilos) nicht zu Wort kommen lassen.
Auf neue Zahlen warten
Bis zur Vorlage einer aktualisierten Schulentwicklungsplanung soll neben der beschlossenen Vorzugsvariante „Neubau auf dem Schulgelände“ auch die Komplettsanierung der Schulgebäude weiterverfolgt werden. Wulfs Eingabe wird in der Ratssitzung nach der Sommerpause behandelt, sagt Kürtens Bürgermeister. Unterstütze eine Mehrheit der Ratsmitglieder die Eingabe gehe sie weiter in den Sanierungsausschuss zur Beratung. „Eine Sanierung der bestehenden Gebäude ohne Erweiterung, benötigt wesentlich weniger Kosten als ein vergleichbar großer Neubau“, sagt Wulf.
Er hatte in einer separaten Berechnung 80 Millionen Euro für das Gesamtprojekt einschließlich des Neubaus der beiden Sporthallen ermittelt, deutlich weniger als die rund 120 Millionen für die Vorzugsvariante Neubau. Nach Wulfs Ansicht sollten die konkreten Schülerzahlen der kommenden Jahrzehnte genau überprüft werden. Eine Schule in der Größenordnung von 950 bis 1050 Schülern sei nicht begründbar, eine Raumplanung ohne Erweiterung ausreichend.
Zur Ratssitzung hatte Udo Raabe von der von der Kommune engagierten Planungsgruppe Darmstadt Wulfs Zahlen zurückgewiesen, einige Parameter seien aus seiner Sicht nicht haltbar. In der Abstimmung folgten die Politiker dem Vorschlag der Verwaltung: Neubau auf dem Schulgelände als Vorzugsvariante.
