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Kommt Neubau?Rat ringt um Millionenentscheidung für Kürtener Schulzentrum

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Das Foto zeigt die Baustelle am Schulzentrum Kürten

Seit Oktober 2025 ruht die Arbeit an den beiden Sporthallen. Gesucht wird aktuell ein Planungsbüro für die Fertigstellung

In der Ratssitzung am Mittwoch (15. Juli) wird über die Fortsetzung der Schulsanierung Kürten entschieden.

Am heutigen Mittwoch soll im Kürtener Gemeinderat die Entscheidung fallen, auf welche Weise die Sanierung des Schulzentrums Kürten fortgesetzt wird. Die Politikerinnen und Politiker kommen ab 17.30 Uhr zur Ratssitzung ins Bürgerhaus. Es ist vielleicht die schwierigste Entscheidung, die in den vergangenen Jahrzehnten getroffen werden muss. Der Ausgang erscheint offen, auch eine Vertagung ist nicht ausgeschlossen.

Vorab hat sich die CDU als Vorzugsvariante auf einen Neubau auf dem Schulgelände entschieden und folgt damit der Empfehlung der Verwaltung. Allerdings müsse der Prüfauftrag deutlich weiter gefasst, die Politik intensiver eingebunden und offene Fragen müssten geklärt werden. Grundstücksfragen zum möglichen Neubau der Schule auf dem Sportplatz gelte es zu beantworten, und es müsse ein Alternativ-Standort für den Sportplatz gefunden werden.

Varianten zur Auswahl

Acht Jahre nach dem Grundsatzbeschluss der Schulsanierung geht es um einen Neubau der Schulgebäude in Nachbarschaft der Schule (117 Mio.), um eine Sanierung der Gebäude im laufenden Schulbetrieb (116 Mio.) oder die Fortführung der Sanierung in zwei Etappen (124 Mio). Das sind derzeit die wirtschaftlichsten Varianten.

Der Kürtener Diplom-Ingenieur Leo Wulf hat eine Alternativberechnung vorgelegt, die für die Gebäudesanierung kürzere Sanierungszeiten bei Gesamtkosten von 80 Millionen Euro vorsieht – in allen Berechnungen sind die Ausgaben für den laufenden Neubau der beiden Sporthallen inbegriffen. Fragen stehen viele im Raum. Die Verwaltung hat im Vorfeld der Entscheidung ausdrücklich vor einer Sanierung im laufenden Betrieb gewarnt. Diese soll laut Gutachter Udo Raabe von der „Planungsgruppe Darmstadt“ zwölf Jahre dauern.

Ersatz für den Sportplatz

Dies sei aus Sicht der Verwaltung keine nachhaltige oder tragfähige Lösung, betont Bürgermeister Mario Bredow (parteilos) in einer Zusammenfassung. Auch müssten dann Abschreibungskosten in kürzester Zeit in den Haushalt der Gemeinde eingespeist werden. Damit werde der finanzielle Spielraum zu sehr eingeengt, die Kommune könne dies finanziell nicht leisten.

Bei der Entscheidung für einen Neubau an anderer Stelle auf dem Schulgelände gehen die Blicke zum Kunstrasensportplatz mit Tartanlaufbahn und Leichtathletikanlage. Auf dem Platz könnte eine neue Schule entstehen, Platz wäre laut Raabe genug da . Allerdings müsste im Hauptort Kürten ein Ersatz für den Sportplatz gefunden werden.

Möglichkeiten dazu gibt es kaum, Ideen gingen zuletzt ins Tal der Sülz, in die Umgebung von Hallenbad mit Fitnesszentrum und der Firma Nordhaus. Der Verwaltung schwebt grundsätzlich ein Ideenwettbewerb vor, bei dem Lösungen gefunden werden sollen. Uneinigkeit herrscht auch über die Lesart der Variantenuntersuchungen. Leo Wulf, ein Fachmann für Bauplanung, hat seine Berechnungen an Verwaltung und Politik geschickt.

Keine Einigkeit bei Zahlen

Wulf betont, dass er die gleichen Zahlen wie die „Planungsgruppe Darmstadt“ zugrunde gelegt habe. In einer Replik der „Planungsgruppe“ werden die Ergebnisse von Wulf als nicht tragfähig bewertet. Wulf habe, so erklärt es Udo Raabe, mit fünf Prozent aus seiner Sicht einen zu geringen Risikozuschlag eingesetzt, in den Berechnungen der „Planungsgruppe Darmstadt“ sei von 25 Prozent ausgegangen worden. Eine Differenz von 16 Millionen Euro ergebe sich auch aus dem Verzicht auf Erweiterungsflächen.

Weil die Schülerzahlen in den kommenden Jahren von rund 1000 auf etwas über 900 zurücklaufen, diskutierte die Politik zuletzt darüber, das Schulgebäude nicht aufzustocken. Ein anderer Ansatz bei Auslagerungskosten und eine aus seiner Sicht zu sehr reduzierte Erneuerung bei der Gebäuden machten die weiteren Unterschiede aus. Auch über diese Expertendebatte berieten die Politiker in ihren Fraktionssitzungen in den vergangenen Tagen.

Die Schulgemeinde hatte sich vorab entschieden, einen Neubau auf dem Schulgelände zu favorisieren. Damit sei die Bauzeit am geringsten, begründete Schuleiter Dr. Markus Hintze-Neumann die Entscheidung. Auch die Verwaltung hatte vorab für diese Variante plädiert.