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Kreis kürzt BusverkehrWie der ÖPNV-Sparplan die Gemeinde Kürten trifft

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Ein Bus fährt durch die Allee zwischen Herkenrath und Spitze.

Nur wenige eingesparte Fahrten auf Buslinien ziehen die ÖPNV-Sparpläne des Kreises in der Gemeinde Kürten nach sich.

ÖPNV: Wenige Busfahrten in der Gemeinde Kürten stehen bislang auf der Streichliste – Sorge vor weiteren Kürzungen durch den Kreis.

Mit einem blauen Auge davongekommen: Das vom Rheinisch-Bergischen Kreis vorgelegte Streichkonzert zu den Bussen und Bahnen tangiert die Gemeinde Kürten nur am Rande. Einzelne Busfahrten werden gestrichen, Abfahrten um einige Minuten verschoben. Im Ausschuss für Infrastruktur, der das Thema Verkehr behandelt, war die Stimmung deshalb vergleichsweise ruhig.

Die Gemeinde sei nicht so stark betroffen, stellte auch Bürgermeister Mario Bredow (parteilos) für die Verwaltung fest, „es hätte Kürten stärker treffen können“, meinte er mit Blick auf die Nachbarorte. Werktags soll eine Fahrt der Linie 426 ab Broch/Wende nach Bergisch Gladbach entfallen (ab 19.32 Uhr), in Richtung Wipperfürth hat der Kreis die Fahrt ab 20.13 Uhr auf dem Kieker Bei der Linie 4278 steht die Fahrt 20.00 Uhr ab Bechen nach Bensberg auf der Streichliste.

Kritik an Wegfall von Nachtbus-Fahrten nach Kürten

Junge Nachtschwärmer, die aus Köln zurückkehrten, hätten mit der geplanten Streichung der letzten Nachtbusfahrt deutlich weniger Möglichkeiten, kritisierte Björn Radtke, sachkundiger Bürger der Grünen. Er schlug vor, die Busfahrer eine längere Pause zwischen erster und zweiter Fahrten machen zu lassen. So könne sich die Abfahrtszeit nach hinten verschieben, was günstig für die aus Köln zurückkehrenden Partygäste sei.

Bürgermeister Bredow bremste den Vorschlag, dies könne deutlich höhere Personalkosten wegen der Standzeiten zu Folge haben. Auch Werner Conrad, für die Freien Wähler auch im Kreistag, verdeutlichte die Folgekosten.

Gemeinde Kürten schreibt Stellungnahme an den Rheinisch-Bergischen Kreis

In der Stellungnahme der Gemeinde an den Kreis werden die möglichen Veränderungen begrüßt, angesichts der angespannten Haushaltslage sollten Strukturen überprüft werden. Die Veränderungen für die Gemeinde seien „maßvoll und gut vertretbar“. Da es keine grundlegenden Veränderungen gebe, trage die Gemeinde die Vorschläge mit. Allerdings zähle der ÖPNV zur Daseinsvorsorge besonders im ländlichen Raum. Abends könne die Kommune bei größeren Änderungen faktisch vom Netz abgeschnitten werden. Dies solle berücksichtigt werden bei künftigen Veränderungen.

Dass diese kommen werden, war eine deutliche Aussage von BfB-Vertreter Conrad. Auch für 2027 und 2028 werde der Kreis Sparmaßnahmen zur Haushaltskonsolidierung über Einschnitte bei Bussen und Bahnen einbringen. Ein Arbeitskreis auf Kreisebene sei bereits abgesprochen.