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Nach dem Tod von vier TeenagernAm Tag des Prozessbeginns kommt Bewegung ins Dürschtal

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Eine Straße mit Grabkerzen rechts vor einer Bake und links einem vorbeifahrenden Auto.

Die seit der Straßensanierung 2021 an mehreren Stellen fehlenden Schutzplanken sollen nun tatsächlich montiert werden.

Ab nächster Woche beginnen Vorarbeiten für den Bau von Schutzplanken entlang der Straße.

Es ist eine zeitliche Koinzidenz mit besonderer Tragweite: An diesem Donnerstag hat vor dem Amtsgericht Bensberg hinter verschlossenen Türen der Prozess um den verheerenden Verkehrsunfall im Dürschtal begonnen, bei dem im August vergangenen Jahres vier junge Menschen ums Leben kamen. Und ausgerechnet an diesem Tag kündigt der Landesbetrieb Straßen NRW konkrete Arbeiten an der Dürschtalstraße an: Die seit der Straßensanierung 2021 an mehreren Stellen fehlenden Schutzplanken sollen nun tatsächlich montiert werden.

Jahrelanges Provisorium bekam Brisanz durch den Unfall

Zunächst müssen dafür allerdings Leitungen verlegt werden. Damit beginnen nach Angaben des Landesbetriebs am kommenden Montag, 7. September, verschiedene Leitungsbetreiber entlang der Landesstraße 298 zwischen Kürten-Dürscheid und Oberselbach. Die Arbeiten seien „zwingend notwendig“, damit anschließend die Schutzplanken errichtet werden könnten, hieß es am Donnerstagnachmittag vom Landesbetrieb Straßen. Auf die fehlenden Planken hatte diese Zeitung in den vergangenen Jahren wiederholt hingewiesen und bei Straßen NRW nach dem Stand gefragt. Zuletzt hatte der Landesbetrieb im August auf erneute Nachfrage angekündigt, dass die Leitungsverlegung im September beginnen solle. Bis Ende des Jahres, so die damalige Hoffnung, sollten sämtliche Schutzplanken stehen.

Dass sie überhaupt fehlen, ist eine Folge der Sanierung der Dürschtalstraße im Jahr 2021. Damals waren vorhandene Schutzplanken entfernt worden. Weil Telekommunikationsleitungen im Boden der Wiedererrichtung im Wege standen, blieben Teile der kurvenreichen Strecke anschließend ohne die Sicherung. Aus einer eigentlich vorübergehenden Situation wurde ein jahrelanges Provisorium. Besondere Brisanz bekam die Angelegenheit durch den Unfall vom 16. August 2025. Vier Jugendliche im Alter von 14 bis 19 Jahren starben, nachdem das Auto, in dem sie saßen, in einer Kurve von der Straße abgekommen war. Auch an der Außenseite dieser Kurve fehlt bis heute eine Schutzplanke.

Leitungsarbeiten sollen nun bis Mitte November dauern

Ob eine solche Schutzplanke den Unfall oder seine tödlichen Folgen verhindert hätte, lässt sich allerdings kaum sagen. Nach den Ermittlungen war der Wagen, wie berichtet, mit erheblich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs. Seit diesem Donnerstag muss sich der zur Unfallzeit 16 Jahre alte Fahrer vor Gericht verantworten. Weil für ihn Jugendstrafrecht gilt, findet der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Während im Gerichtssaal die juristische Aufarbeitung der Tragödie beginnt, soll damit wenige Kilometer entfernt nun eine andere, seit Jahren offene Angelegenheit vorankommen. Nach dem aktuellen Zeitplan sollen die Leitungsarbeiten bis Mitte November dauern. Danach will Straßen NRW die Einbahnstraßenregelung aufheben und mit der Montage der Schutzplanken beginnen. Während dieser Arbeiten wird die Fahrbahn jeweils auf eine Spur verengt, Baustellenampeln sollen den Verkehr regeln.

Ab 7. September wird die Dürschtalstraße zur Einbahnstraße

Für die Leitungsverlegung, die laut Landesbetrieb Straße nötig ist, um die seit Jahren entlang der Dürschtalstraße fehlenden Schutzplanken zu montieren, wird die Straße bei Kürten-Dürscheid ab dem kommenden Montag, 7. September, zur Einbahnstraße.

Von Dürscheid aus kann der Verkehr weiterhin in Richtung Lindlar fahren. Wer aus Richtung Lindlar nach Dürscheid unterwegs ist, wird dagegen über die L 329, Bergisch Gladbach-Herkenrath und Kürten-Spitze umgeleitet.

Nach dem Unfall wollte Straßen NRW bis Ende 2025 Schutzplanken montieren

Es wäre der Abschluss einer Angelegenheit, die sich erheblich länger hingezogen hat als ursprünglich vorgesehen. Bereits nach dem tödlichen Unfall hatte Straßen NRW angekündigt, die Leitungen sollten im Oktober 2025 verlegt und die Schutzplanken bis Ende des vergangenen Jahres montiert werden. Daraus wurde nichts. Spätere Erdarbeiten erwiesen sich lediglich als Suchschachtungen, mit denen zunächst Lage und Zahl der Leitungen ermittelt wurden.

Bis heute gilt deshalb auf Teilen der Dürschtalstraße Tempo 50. Wie es mit der Geschwindigkeitsbegrenzung weitergeht, wenn die Schutzplanken stehen, ist noch offen. Nach Abschluss der Arbeiten soll darüber nach Angaben von Straßen NRW gemeinsam mit Straßenverkehrsbehörde und Polizei entschieden werden. Damit bekommt eine Frage, die Anwohner, Verkehrsteilnehmer und Behörden seit Jahren beschäftigt, zumindest einen neuen Zeitplan. Ob er diesmal hält, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.