Der Verschönerungs- und Kulturverein Altenberg plant eine Neuauflage des Klostermarkts am 25. und 26. April. Doch dafür sind 15.000 Euro nötig.
KlostermarktFinanzierung der Veranstaltung rund um Altenberg im Mittelalter ist ungeklärt

Hartes Brot: Auch das Schmiedehandwerk präsentierte sich beim ersten Altenberger Klostermarkt 2025.
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Wie geht es weiter mit dem Klostermarkt in Altenberg? Nach der Premiere im Frühjahr 2025, mit der der Rheinisch-Bergische Kreis und die Gemeinde Odenthal die Verleihung des Europäischen Kulturerbesiegels für den ehemaligen Klosterort feierten, ist es von offizieller Seite still geworden um die Veranstaltung.
Das beunruhigt mittlerweile die Akteure, die den Klostermarkt gerne zur Altenberger Tradition machen würden, so wie es der Adventsmarkt bereits ist. „Wir wollen wieder einen Klostermarkt durchführen und das europäische Erbe der Zisterzienser hochhalten“, warb Markus Wißkirchen am Donnerstag im Odenthaler Kulturausschuss mit Nachdruck für das Projekt.
Die Finanzierung des Klostermarktes ist noch ungeklärt
Wie berichtet, hatten Vertreter der Fraktionen schon im letzten Kulturausschuss 2025 von der damals als Referentin eingeladenen Leiterin der Kulturerbestätte Altenberg, Xandra Wildung, wissen wollen, ob und wie es mit dem Klostermarkt weitergehe. Wißkirchen ist nicht nur CDU-Ratsherr, sondern auch Vorsitzender des Verschönerungs- und Kulturvereins Altenberg (VKA), der vieles im Ort auf die Beine stellt. Doch die Finanzierung des Klostermarktes ist offenbar noch ungeklärt.
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Wißkirchen hat als Termin für den nächsten Klostermarkt das letzte Aprilwochenende (25./26. April) im Auge. Dann möchte er mit dem VKA und den übrigen Akteuren den Besuchern das Leben der Mönche in all seinen Facetten näherbringen. Nach dem alten Leitsatz „Ora et labora“ (bete und arbeite), der allerdings auf den Benediktinerorden und nicht auf die in Altenberg ab dem Mittelalter heimischen Zisterzienser zurückgeht, soll das Programm Alltag und Lebensumfeld der mittelalterlichen Klosteranlage widerspiegeln: Vom religiösen Tagwerk über Landwirtschaft und Handwerk bis hin zur Kulinarik soll alles dabei sein.
Auch die Dombauhütte soll sich wieder präsentieren
Die örtlichen Kirchengemeinden seien wieder bereit, spirituelle Angebote wie Stundengebete oder Vesper zu organisieren, sagte Wißkirchen. Partnerklöster der Cisterscapes-Vereinigung könnten sich präsentieren, an den Ständen sollen wie im vergangenen Jahr typische Produkte der damaligen Zeit offeriert werden - von Kräutern und Gemüse über Honig bis zum gebrannten Klosterschnaps oder dem frisch gebrauten Bier. „Und mit der Altenberger Dombauhütte wollen wir zeigen, wie der Dom gebaut wurde“, nannte Wißkirchen ein weiteres Highlight neben dem auch vorgesehenen Bühnenprogramm.
Soweit der Plan. „Es gibt nur ein kleines Problem: Wir haben noch keine Zusage von Geldern“, sagte Wißkirchen. „Da ist der Kreis und auch die Gemeinde gefragt“, betonte er im Ausschuss. Der Verschönerungs- und Kulturverein Altenberg habe dem Kreis ein Konzept für den Markt eingereicht und den Zuschussbedarf auf rund 15.000 Euro beziffert. Mit genau dieser Summe habe der Kreis die Veranstaltung bei der Premiere im vergangenen Jahr gefördert.
Der Rheinisch-Bergische Kreis hat bisher noch keine Förderung zugesagt
Das Geld sei für den Klostermarkt zwingend erforderlich, da man nicht auf professionelle Standbetreiber setzen wolle, die von Mittelaltermarkt zu Mittelaltermarkt tingeln. Man wolle in Altenberg so authentisch wie möglich sein, begründete Wißkirchen. Insbesondere bei den Handwerkern der Dombauhütte setze man auf ortsansässige Gewerke. So hätten beim ersten Markt 2025 Papierschöpfer der Dombach, Töpfer und Schmiede aus der Region ihre Fertigkeiten vorgestellt.
Ob der Rheinisch-Bergische Kreis finanziell einsteigt und den Markt mit der beantragten Summe unterstützt, dazu konnte Frank Dudley, Pressesprecher des Rheinisch-Bergischen Kreises, am Freitag noch nichts sagen. Am Montag sei allerdings ein Gespräch zwischen Landrat Arne von Boetticher und der Odenthaler Bürgermeisterin Laura Lundberg (beide CDU) angesetzt. Ein Punkt auf der Tagesordnung werde dabei auch „die Klosterlandschaft Altenberg“ sein, so Dudley.
Der Rheinisch-Bergische Kreis und die Gemeinde Odenthal sind gemeinsam im Boot, seit sich Altenberg und weitere Klosterstätten in Europa mit „Cisterscapes“ um die Auszeichnung des Europäischen Kulturerbesiegels beworben hatten. Anfang 2024 hatte man Erfolg und konnte das Siegel in Empfang nehmen. Um die Auszeichnung zu behalten, muss das Projekt Cisterscapes allerdings, so sehen es die Statuten vor, im Europäischen Gedanken stetig weiterentwickelt werden.

