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Literatur am Dom in AltenbergVon schwebenden Bahnen und anderen Sternen der Buchszene

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Eine Bühne unter großen Sonnenschirmen. Auf der Bühne spricht eine Frau in ein Mikrofon.

Zum fünften Mal steht Altenberg beim Open-Air-Festival „Literatur am Dom“ vier Tage lang im Zeichen des Buches.

Vom  25. bis zum 28. Juni 2026 lädt das Festival „Literatur am Dom“, wieder zu Lesungen und zwanglosen Autorengesprächen ein. Das Programm.

Die Welt der Bücher ist wieder zu Gast in Altenberg: Ab Donnerstag, 25. Juni, steht der idyllische Ort am Altenberger Dom wieder vier Tage lang im Zeichen des Festivals „Literatur am Dom“, zu dem der gleichnamige Förderverein einlädt. Bis zum 28. Juni können Literaturinteressierte dann wieder Autoren mit ihren aktuellen Werken live erleben und ihnen rund um den historischen Küchenhof zwanglos begegnen.

„Von der Schwebebahn zu den Sternen, vom Wasser zur Luft führt uns das Festival dieses Jahr“, verrät die Literaturagentin und Übersetzerin Karin Graf, die seit 2022 das Programm gemeinsam mit dem Literaturkritiker Denis Scheck zusammenstellt. „Das ist die Hauptfreude für mich, dass das Programm von ‚Literatur am Dom‘ dem Publikum jedes Jahr eine veritable Abenteuerreise bietet.“ Und zum Glück sei die imaginäre Reise nicht ganz so gefährlich wie die in Kristof Magnussons Roman „Die Reise ans Ende der Geschichte“, die in diesem Jahr auch im Kräutergarten geboten wird.

Das viertägige Programm

Donnerstag, 25. Juni 2026, 18.30 Uhr: Die Eröffnungslesung führt in das nahe gelegene Wuppertal: Hanns-Josef Ortheil nimmt das Publikum mit „Schwebebahnen“ mit in eine Kindheit in den 1950er-Jahren und die Erfahrungswelt eines hochbegabten Jungen im damaligen Westdeutschland. Moderation: Denis Scheck. Den Dingen, die sich wie im Roman in der Schwebe befinden, wird am Freitag, 26. Juni, 20 Uhr, noch einmal beim Lesedinner mit Hanns-Josef Ortheil und Denis Scheck im Altenberger Hof nachgespürt.

Freitag, 26. Juni, 18.30 Uhr: Anja Kampmann wirft in ihrem für den Preis der Leipziger Buchmesse nominierten Roman einen Blick in die noch weiter zurückliegende deutsche Vergangenheit: „Die Wut ist ein heller Stern“ erzählt vom aufsteigenden Faschismus in den 1930er-Jahren aus der Sicht einer Varietétänzerin. Moderation: Denis Scheck.

20 Uhr: Lesedinner mit Hanns-Josef Ortheil und Denis Scheck im Altenberger Hof.

20 Uhr: Mit „Widdersehen“ bietet Autorin Leonie Swann ein tierisches Abenteuer, eine Reise zurück ins vertraute Glennkill, wo Schafe Kriminalfälle aufklären und eine Herde ihre verschollene Hirtin rettet. Moderation: Bettina Böttinger.

Ein Mann liest auf einer Bühne aus einem Buch. Daneben hält ein Mann einen blauen Regenschirm über ihn.

Hanns Josef Ortheil (links) war schon mehrmals als Autor dabei. Diesmal liest er aus seinem neuen Buch „Schwebebahnen“. Es moderiert Denis Scheck.

Samstag, 27. Juni, 16.30 Uhr: der DDR-Chronist Christoph Hein liest aus „Das Narrenschiff“, einem „figurenreichen Gesellschaftsroman über Mitläufer, Denunzianten und die schrecklich seltene Ressource Rückgrat“. Moderation: Denis Scheck.

19 Uhr: Mit Helga Schubert und „Luft zum Leben“ bleibt der Alltag in der DDR das Thema - geprägt von Sehnsucht und Fernweh, Aufbruch und Abschied, von Diktatur und innerer Freiheit, lakonisch erzählt in gesammelten Geschichten. Moderation: Sabine Küchler.

21 Uhr: Küchenparty im Altenberger Hof: Die Drei-Sterne-Koch-Legende Dieter Müller und Marlon Rademacher, Küchenchef im Michelinstern-gekrönten „La Cuisine Rademacher“ in Köln-Dellbrück, tischen gemeinsam auf, Denis Scheck sorgt bei der Küchenparty für die literarische Würze.

Sonntag, 28. Juni, 16 Uhr: Kristof Magnussons neuer Roman „Die Reise ans Ende der Geschichte“, greift die Idee der literarischen Zeitreise auf: Ein Dichter wird am Anfang der 1990er-Jahre zum Spion und nimmt das Publikum mit in eine Zeit voller Optimismus und politischer Weichenstellungen, die bis heute nachwirken. Moderation: Denis Scheck.

18 Uhr: Nora Gomringer begibt sich mit ihrem Roman „Am Meerschwein übt das Kind den Tod“ auf eine innere Expedition. In ihrem „Nachrough“, so ihr Wort für einen „unfrisierten Nachruf“, stellt Gomringer ihre Mutter in den Mittelpunkt und erzählt auf erstaunlich komische Weise von Trauer und Tod. Moderation: Bettina Böttinger.

20 Uhr: Nino Haratischwili macht einen Abstecher ins Georgien der 1980er-Jahre: Das Buch „Das mangelnde Licht“ erzählt von historischer und sexualisierter Gewalt, aber auch von Freundschaft und Leichtigkeit im Leben von vier Frauen, an die sie sich gemeinsam erinnern. Moderation: Bettina Böttinger.

NRW-Kulturministerin Ina Brandes hat die Schirmherrschaft

„Literatur ist nach Albert Camus die Lüge, mit der wir uns die Wahrheit sagen. Auch in diesem Jahr laden wir alle Leserinnen und Leser ein, in Altenberg jene Wahrheiten der Literatur zu erfahren, wie sie nicht in der Zeitung stehen“, so Denis Scheck zum Festivalprogramm.

Die Veranstaltung steht unter Schirmherrschaft von Ina Brandes (MdL), NRW-Ministerin für Kultur und Wissenschaft. Der Förderverein Literatur am Dom e. V. organisiert das Festival unter Vorsitz von Sema Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein, mit finanzieller Unterstützung der Volksbank Berg, der BELKAW GmbH, der Sparkasse Leverkusen, dem Altenberger Hof und der Steingruppe sowie in Kooperation mit dem Rheinisch-Bergischen Kreis.

Die Open-Air-Lesungen finden im Kräutergarten des Restaurants Küchenhof statt. Für Lesedinner und Küchenparty öffnet der Altenberger Hof Türen und Terrasse. Tickets sind ab sofort erhältlich unter: www.literatur-am-dom.de. Der Eintritt für alle Lesungen kostet 24 Euro, ermäßigt 18 Euro. Beim Lesedinner kann man für 95 Euro und bei der Küchenparty für 195 Euro dabei sein.