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FriedensbotschaftDas Altenberger Licht strahlt in die Herzen

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Das Foto zeigt, wie die Flamme weitergereicht wird

Von Flamme zu Flamme wird das Licht weitergegeben

Am 1. Mai ist im Altenberger Dom das Altenberger Licht entzündet worden. 2000 junge Menschen nahmen an der Aussendungsfeier teil

Beim Altenberger Licht 2026 entzünden junge Menschen ein Zeichen — zum 76. Mal. Eine große Prozession zieht um 10 Uhr in den Altenberger Dom ein. Priester, Diakone, Messdienerinnen und Messdiener sowie zahlreiche Fahnenträger sind dabei. Jede Gruppe, die zum 1. Mai nach Altenberg gekommen ist, ist in der großen Apsis des Domes präsent. Doch das Ereignis beginnt bereits am Vorabend.

Die Jugendlichen treffen ein, bauen ihre Zelte auf und richten ihre Nachtquartiere in den Seminarräumen von Haus Altenberg ein. Kurz vor Mitternacht begeben sie sich zur Vigil. Der Dom ist in Dunkelheit gehüllt. Jugendseelsorger Tobias Schwaderlapp entzündet in dieser Finsternis viele Kerzen mit dem Altenberger Licht. „Ein Zeichen dafür, dass Gott Licht in unsere Welt bringt“, erklärt er. Zum Schluss brennt ein Herz — das Symbol für das diesjährige Thema: „Herz an — Verlässlich und wahr.“

Sie kommen aus ganz Deutschland, aus Europa, manche sogar von weiter her. Sie kommen, um eine Flamme zu entzünden und sie mitzunehmen. Schwaderlapp blickt in die vielen Gesichter und bemerkt: „Viele von Euch haben hier übernachtet, waren gestern Abend in der Vigil und sind heute noch müde. “

Hochfest bei Kaiserwetter

Doch diese Aussendung, dieses Hochfest bei Kaiserwetter, weckt sie wieder auf. Besonders begrüßt er eine Delegation aus der Ukraine. Auch dorthin wird das Licht gebracht. „Ein kleines Symbol, aber für uns sehr wichtig“, sagt der ukrainische Diakon und berichtet, dass diese kleine Flamme zu drei Orten in das kriegsgebeutelte Land gebracht wird.

Das Altenberger Licht entstand 1950 in den Mauern der ehemaligen Zisterzienser-Abtei, die heute als Jugendbildungsstätte des Erzbistums Köln dient. Der Gründungsmoment war der Erfahrungsschock des Zweiten Weltkriegs. Junge Menschen brachten die Flamme damals als Zeichen der katholischen Jugend für Versöhnung und Frieden in Europa auf den Weg.

Seitdem ist sie nie erloschen. In diesem Jahr stellt der Initiativkreis keine Krise ins Zentrum, sondern eine Haltung: Herz an. Eine Einladung, das eigene Herz in die Hand zu nehmen. Nach Angaben der Projektleiterin Katharina Nowak rückt das Leitwort eine Haltung in den Mittelpunkt, die zu Offenheit und Verlässlichkeit in Beziehungen aufruft.

Aus der Offenbarung

Als biblisches Fundament dient ein Wort aus der Offenbarung des Johannes: „Siehe, ich mache alles neu.“ Herz an! Das bedeutet, mitfühlend in der Welt unterwegs zu sein, echte Nähe zuzulassen, sich von seinen Mitmenschen berühren zu lassen, erklärt das Vorbereitungsteam. Diözesanjugendseelsorger Pfarrer Tobias Schwaderlapp, der die Messfeier leitet, bringt die Botschaft auf den Punkt: Ein verschlossenes Herz verkümmert — deshalb lautet die Einladung: Lass dich auf Beziehung ein.

In seiner Predigt erinnert er sich an die Zeit der Pandemie: „Der Dom war leer und ich habe in die Kamera gesprochen. “ Das war keine Beziehung. Das war eine Krücke. „Doch ich bin dankbar, dass wir die Krücke hatten“, fährt Schwaderlapp fort. „Wie schön ist es, wenn sich nun Herz zu Herz, Mensch zu Mensch begegnen. “

Die Botschaft der Vigil-Flamme

Aus der Vigil-Flamme wird an diesem 1. Mai eine Botschaft. Es hat sich die gute Tradition entwickelt, dass junge Menschen das Licht in Altenberg abholen und dann in ihre Gemeinden tragen. Dort wird oft noch ein Aussendungsgottesdienst gefeiert, um das Altenberger Licht von dort in die Häuser und Einrichtungen des Ortes zu bringen. Dieses Mal sind es über 2000 meist junge Menschen, die das Licht empfangen und weitertragen.

Sie lauschen der Botschaft zur Aussendung, die vom Vorbereitungsteam eindringlich gesprochen wird: „Herz an. Nicht auf Stand-by, nicht halb, ganz. In einer wirren Welt voller Ansprüche, voller Nachrichten, voller Tempo, brauchst du ein Herz, das wirklich schlägt. Das in dir schlägt, nicht nur für dich. Ein Herz, das zuhört und hinsieht. Ein Herz, das mitfühlt. Ein Herz, das nicht kalt wird. “ Draußen, vor dem Dom, wird die Flamme mit dem Nächsten geteilt. Kerze an Kerze. So war es 1950. So ist es heute.

Es geht dem Team des Altenberger Licht um die starke Botschaft, die sie den Besuchern zum Schluss zuruft: „Schaltet euer Herz an – für eure Freundinnen und Freunde, für Fremde, für die, die niemand sieht. Lasst dieses Licht weiterleuchten: in Worten, in Gesten, in Taten, im Mut zur Liebe. “