Das Instrument wird in der Kürtener Werkstatt Potthoff gebaut und soll Ende 2026 in Altenberg erklingen. Weitere Spenden sind willkommen.
Private SpendeLange war es still, nun erhält die Markuskapelle Altenberg wieder eine Orgel

Orgelbauer Oliver Fischer an der hölzernen Windlade, dem Herz der Orgel.
Copyright: Stephanie Peine
Noch ist die Markuskapelle stumm, doch sie soll bald wieder eine Stimme bekommen. Seit 2020 verfügt das älteste erhaltene Gebäude des ehemaligen Zisterzienserklosters Altenberg über keine Orgel mehr. Damals musste man sich von dem hier stehenden Instrument trennen, weil es in so desolatem Zustand war, das eine Reparatur nicht mehr lohnte. Die Orgel pfiff auf dem letzten Loch.
Nur ein Jahr später wäre sie allerdings selbst in besserer Verfassung dem Untergang geweiht gewesen: Beim Juli-Hochwasser 2021 stand die Markuskapelle mannshoch unter Wasser, Altar und andere Einrichtungsgegenstände schwammen auf der trüben Dhünn-Brühe.
Viele vermissen eine Orgel in der Markuskapelle
Seit Frühjahr 2024 ist die kleine Kapelle frisch restauriert und steht wieder für religiöse Feiern zur Verfügung. Auch das benachbarte Edith-Stein-Exerzitienhaus, das in wenigen Tagen den Betrieb aufnehmen wird, will den kleinen Raum künftig für spirituelle Angebote nutzen. Deshalb soll hier wieder die Musik spielen.
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Die Markuskapelle in Altenberg nach der Restaurierung 2024. Die neue Orgel soll ihren Platz links an der Wand erhalten.
Copyright: Christopher Arlinghaus
„Viele vermissen die Orgel“, berichtet Domorganist Rolf Müller - und manche werden sogar aktiv. Ein privater Spender, der namentlich nicht genannt werden wolle, sei auf den Plan getreten. Aus persönlicher Verbundenheit mit Altenberg und der Markuskapelle habe dieser „einen namhaften finanziellen Betrag für eine Orgel zugesagt“, berichtet Müller.
Eine neue Orgel kostet rund 30.000 Euro
Ein ganz beträchtlicher Teil der Kosten, die für eine neue Orgel entstünden, sei damit gedeckt, sagt der Musiker. Neue Instrumente seien auf dem Markt für etwa 30.000 Euro zu erhalten. Von einer gebrauchten Orgel habe man Abstand genommen, „die sind oft sehr abgerockt“, meint der Organist. Weitere Spenden für die neue Orgel nehme er noch gerne entgegen: „Es wäre schön, wenn das Projekt auf einer breiten Basis stünde“, findet Müller.
Das neue Instrument, für das sich das Erzbistum als Eigentümer der Markuskapelle entschieden habe, wird derzeit in der Kürtener Orgelwerkstatt Potthoff gebaut. Die Wahl fiel nicht auf eine mobile Truhenorgel, sondern auf ein sogenanntes Orgelpositiv, also eine fest installierte Orgel. Die verfüge über fünf Register und etwa 260 Orgelpfeifen, so Orgelbaumeister Oliver Fischer.
Das Instrument wird gefertigt in der Orgelbauwerkstatt Potthoff in Kürten
Der Inhaber des Unternehmens steht gerade an der hölzernen Windlade. „Das ist das Herzstück der Orgel, erklärt er. „Die Windlade steuert, welche Pfeife den Wind kriegt“ und damit Töne produziert. Gleich nebenan stapeln sich die Holzpfeifen unterschiedlicher Länge und wenn Fischer eine von ihnen nimmt und hinein pustet, dann schwingt der Ton in der Werkstatt. Die Holzpfeifen werden noch Verstärkung bekommen durch einige Metallpfeifen, die anderenorts gefertigt werden.
Mit ihren Maßen (circa 1,9 Meter hoch, ein Meter breit und 70 Zentimeter tief) eigne sich die Orgel gut für den Raum der Markuskapelle, meint Fischer, der das Instrument, gefertigt aus Lärchen- und Eichenholz, ursprünglich für den eigenen Wohnraum geplant hatte. „Doch dann hat sich schnell herausgestellt, dass die Orgel dafür zu groß wird“, für die Markuskapelle aber passe sie ideal, freut sich Fischer.
Jede Orgel ist individuell
Es sei zwar ein kleines Instrument, aber so konzipiert, dass eine breite Palette der Nutzung möglich sei. „Eine clevere Konstruktion auf sehr kleiner Fläche“, fügt Geselle Nils Wiedemeyer hinzu. Maßgeschneidert für die Markuskapelle in Altenberg – im benachbarten großen gotischen Dom hingegen würde ihr wohl schnell die Puste ausgehen.
„Das Schönste an meinem Beruf ist, dass jede Orgel individuell ist, man baut nie etwas zweimal“, beschreibt Oliver Fischer, der selbst gar nicht Orgel spielen kann. „Das Verlangen, die Orgel selbst zu spielen, habe ich nicht“, gesteht überraschend der Instrumentenbauer. Wichtiger für sein Gewerk sei es, musikalisch zu sein, sich mit Tönen auszukennen. Daher sei er in der Lage, die Orgel am Ende auch zu stimmen.
Das Instrument anschließend in der Markuskapelle intonieren, also die Pfeifen untereinander und auf den Raum abstimmen, das werde der erfahrene Firmengründer Josef Potthoff übernehmen. „Den ersten Auftritt an der Orgel“, so Oliver Fischer, „hat dann eigentlich immer der lokale Organist.“ Vielleicht schon Ende des Jahres.

