In Overath aktivUnermüdliche Helferin bekommt Bundesverdienstkreuz verliehen

Auch in Overath war Manu Gardeweg (2. v. l.) schon oft aktiv , hier beim Flüchtlingshilfeeinsatz im Septemberin 2015 in Overath- Untereschbach.
Copyright: Stephan Brockmeier
Sie ist die gute Seele nicht nur ihrer Heimatstadt Lohmar, sondern kommt auch immer wieder über die Kreisgrenze nach Overath, wenn es um bürgerschaftliche Hilfe geht.
Das war schon bei der Migration in 2015 so, als Manu Gardeweg plötzlich an der Notunterkunft in der Glückauf-Halle in Untereschbach parat stand, als die ersten Geflüchteten eintrafen, und das ging so weiter. Wenn Not am Mann oder an der Frau ist, steht sie bereit – zuletzt vergangenes Jahr bei der Gründung der Corona-Nachbarschaftshilfe in Overath.
Jetzt ist Manuela Gardeweg aus Lohmar-Honrath für ihren humanitären Einsatz mit dem Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Kommentar einer wohlmeinenden Overatherin: „Wenn es eine verdient, dann sie.“
Gardeweg engagiert sich seit dem 18. Lebensjahr
Von Amts wegen zuständig für die Aushändigung der staatlichen Auszeichnung an die bürgerschaftliche Aktivistin ist der Landrat von jenseits der Kreisgrenze, Sebastian Schuster.
Der begrüßte die Aktivistin, die er neuerdings auch als Abgeordnete aus seinem Kreistag kennt, bei sich in seinem Siegburger Büro: „Ich freue mich, dass ich die schöne Aufgabe habe, Ihnen das Bundesverdienstkreuz am Bande auszuhändigen.“
Das könnte Sie auch interessieren:
Hilfe für Andere bestimmt das Leben der 58-Jährigen. „Seit Ihrem 18. Lebensjahr engagieren Sie sich ununterbrochen dort, wo Sie gebraucht werden“, zitierte der Rhein-Sieg-Landrat aus der amtlichen Ordensbegründung.
Zunächst war sie 15 Jahre beim Deutschen Roten Kreuz in verschiedenen Funktionen aktiv, beispielsweise als Rettungswagenfahrerin, ausgebildete ABC-Helferin und Einsatzleiterin im Katastrophendienst. Inzwischen ist die verheiratete Mutter eines Sohnes nahezu Vollzeit im Ehrenamt aktiv und übt ihren Beruf als selbstständige Arbeitsvermittlerin nur noch mit wenigen Wochenstunden aus.
Mehr im ehrenamtlich als im Job unterwegs
„Sie sind jederzeit ansprechbar und erreichbar“, so Schuster. Insbesondere für Brandopfer sei Gardewegs Engagement stets außergewöhnlich. So trommelte sie bereits mehrfach nach Bränden – auch in Overath – Helfende und Hilfsmittel zusammen und akquirierte Spenden, um den Menschen, die vor dem Nichts stehen, neuen Lebensmut zu vermitteln.
Besonders herausragend war und ist zudem ihr Einsatz in der Flüchtlingshilfe. Als Teil einer Willkommenskultur initiierte Manuela Gardeweg im Jahr 2015 das Flüchtlingsnetzwerk Lohmar – mit, siehe oben, Ausstrahlung auch nach Overath. Als ausgewiesene Netzwerkerin baute sie in enger Zusammenarbeit mit weiteren Hilfsorganisationen Kleiderkammern auf, vermittelte Kontakte und koordinierte Projekte und diverse Maßnahmen.
Die Geehrte freute sich über die hohe staatliche Auszeichnung auf ihre eigene Weise: Mit dem Kommentar „Sehr hübsch“ postete sie ein Foto davon. Aber ganz so lässig ist sie auch wieder nicht. Im Zeitungsinterview verriet sie: „Im gleichen Kreis mit einem Herrn Drosten (dem Virologen, Red.) zu sein, das ist schon ein Knaller.“



