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Flughafen Köln/BonnDie Deutsche Flugsicherung plant einen Radarturm in Rösrath

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Eine Maschine der Fluggesellschaft Eurowings startet vom Flughafen Köln/Bonn.

Das Rösrather Stadtgebiet liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Flughafen Köln/Bonn. Das hat Folgen.

Die bundeseigene DFS möchte einen 43 Meter hohen Betonturm auf einem Grundstück der Stadt an der Brander Straße errichten. 

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) des Bundes möchte eine Radaranlage für die Ortung des Luftverkehrs auf städtischem Grund bauen. Es geht um ein knapp 8900 Quadratmeter großes Grundstück an der Brander Straße gegenüber Hausnummer 152, dem ehemaligen „Bambi“. Mit dem Anliegen beschäftigt sich am 18. Mai der Stadtentwicklungsausschuss. Er soll, so die Beschlussvorschlag der Rösrather Stadtverwaltung, der „Umsetzung des Vorhabens der Deutschen Flugsicherung“ zustimmen.

Das Thema dürfte für die Ausschussmitglieder überraschend auf den Tisch kommen. Wie die Stadt erläutert, hatte die DFS ursprünglich vorgehabt, ihre stark sanierungsbedürftige Anlage am Flughafen Köln/Bonn wieder instand zu setzen. Während der Sanierungsarbeiten sollte vorübergehend eine Ersatzanlage auf besagter städtischer Fläche den Luftraum erfassen.

Das als Interim gedachte Grundstück könnte zum Dauerstandort werden

Doch das ursprünglich nur als Interim gedachte Grundstück der Stadt Rösrath hat nach Einschätzung der DFS auch das Zeug zum Dauerstandort. „Die DFS plant daher, die Radaranlage als Dauerlösung an dem Standort zu betreiben“, heißt es in der Beratungsvorlage für den Ausschuss. Vorgesehen ist laut Planunterlagen der DFS ein rund 43 Meter hoher Betonturm; durch Blitzfangstangen erreicht die Anlage insgesamt etwa 50 Meter.

Der Baustart ist für Mitte 2029 geplant. Die Inbetriebnahme der neuen Anlage ist für 2031 vorgesehen, ein Parallelbetrieb mit dem bisherigen Standort am Flughafen Köln/Bonn für den Zeitraum bis 2032. Danach soll die Altanlage zurückgebaut und renaturiert werden.

Auch die elektromagnetische Strahlung ist ein Thema

Die DFS erläutert in ihrer Präsentation für den Ausschuss, dass die geplante Anlage in Rösrath den Luftraum zwischen rund 900 und 1.500 Metern Höhe überwachen – die kritische Zone an der Grenze zwischen Sicht- und Instrumentenflug – und eine Reichweite von 180 Kilometern abdecken soll.

Auch das Thema elektromagnetische Strahlung greift die DFS in ihrer Präsentation auf. Gleichzeitig wird deutlich, dass die konkreten Grenzwerte für den Standort noch nicht feststehen. Die Gesellschaft will die Standortbescheinigung mit verbindlichen Sicherheitsabständen erst dann bei der Bundesnetzagentur beantragen, wenn der genaue Standort feststeht.

Die Rösrather Stadtverwaltung zeigt sich offen für die Planung

Die Stadtverwaltung zeigt sich offen für das Vorhaben: Aus baurechtlicher Sicht „könnte“ die Anlage „nach erster Einschätzung … zulässig sein“, heißt es von Seiten der Stadtverwaltung. Dabei bezieht sich die Stadt auf Paragraf 35 des Baugesetzbuchs. Der regelt Vorhaben im sogenannten Außenbereich – also auf Flächen, die weder im Geltungsbereich eines Bebauungsplans noch innerhalb eines im Zusammenhang bebauten Ortsteils liegen.

Grundsätzlich ist Bauen dort unerwünscht. Es gibt aber Ausnahmen für privilegierte Vorhaben, die dort ausdrücklich zulässig sind, etwa Windkraftanlagen, landwirtschaftliche Betriebe - oder eben Anlagen, die einem öffentlichen Versorgungszweck dienen. Ob das Grundstück tatsächlich als Außenbereich einzustufen ist, muss sich erst im Baugenehmigungsverfahren zeigen.

Ein Bauantrag der Deutschen Flugsicherung liegt noch nicht vor

Ein förmlicher Bauantrag der DFS liegt jedenfalls noch nicht vor. Gleichwohl möchte die DFS möglichst bald einen Pachtvertrag über das städtische Grundstück abschließen. Dafür soll die Stadt Rösrath nun die Bereitschaft bekunden, und der Ausschuss soll sein Go dafür geben. Dafür wird vermutlich noch zu besprechen sein, ob und unter welchen Bedingungen die Stadt danach noch zurückrudern kann.

Gleiches gilt für den Punkt, wie die Konditionen eines Pachtvertrags für den Dauerstandort aussehen könnten, etwa mit Blick auf die Laufzeit. Die bundeseigene, privatrechtlich organisierte DFS Deutsche Flugsicherung GmbH des Bundes kümmert sich seit 1993 um die Sicherheit des Luftverkehrs in Deutschland. Ab 2027 will sie bis 2037 die Radartechnik bundesweit modernisieren.