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RenaturierungRösrather Wehr ist kein Hindernis für Fische mehr

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Die Sülz fließt wieder ohne Hindernis.

Der Aggerverband baute die Wehranlage der ehemaligen Fabrik Reusch zurück - die Sülz fließt wieder ohne Hindernis. 

Das Wehr wurde abgebaut: Gut für die Fische in der Sülz und den Hochwasserschutz.

Für naturnähere Verhältnisse in der Sülz sorgt der Abbau der Wehranlage bei Lehmbach, die vor Jahrzehnten von der früheren Firma Reusch betrieben wurde. Das Wehr diente der Energiegewinnung für das Unternehmen, nach Ende der industriellen Produktion bei Reusch wurde die Wehranlage nicht mehr benötigt. Daher hat sich der Aggerverband darum bemüht, sie abzubauen.

Er verständigte sich mit allen Beteiligten und konnte im Juni die Arbeiten beginnen, die nun weitgehend abgeschlossen sind. „Restarbeiten“ sollen bis Ende September erfolgen. Der Abbau des Wehrs soll laut Aggerverband einen „vollständig natürlichen Gewässerlauf in diesem Sülzabschnitt“ gewährleisten. Damit können Fische die Stelle passieren und sich in dem Abschnitt ungehindert ausbreiten. In der Fachsprache heißt das „Durchgängigkeit“ des Flusses, damit werden die Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie der EU umgesetzt.

Wehr-Abbau sorgt für Hochwasserschutz

Ein weiterer Effekt des Wehr-Abbaus ist, dass Wasser sich nicht zurückstaut, was ein Beitrag zum Hochwasserschutz ist - wenn auch nur ein bescheidener. Eine Rolle bei dem Projekt spielte auch der Denkmalschutz, wie Vertreter des Aggerverbands erläutern. Aufgrund des Alters der Wehranlage sei sie aus denkmalpflegerischer Sicht besonders erhaltenswert. „Um der heutigen, insbesondere aber künftigen Generationen eine Vorstellung von der Funktionsweise und dem Aussehen einer solchen Anlage zu vermitteln“, habe der Aggerverband ein sieben Meter breites Reststück der Wehranlage erhalten - in Abstimmung mit der Denkmalbehörde.

Vertreter von Aggerverband und Stadtverwaltung sind mit dem Abbau des Wehres zufrieden.

Vertreter von Aggerverband und Stadtverwaltung sind mit dem Abbau des Wehres zufrieden.

„Es ist immer ein Kompromiss“, sagt Wim Dissevelt vom Aggerverband zu dem Abwägen zwischen naturnaher Gestaltung und Denkmalschutz. „Hier ist ein guter Spagat gelungen.“ Vor dem Rückbau sei die Wehranlage rund 30 Meter lang gewesen, etwa ein Viertel sei also erhalten geblieben. Mit dem Abbau des Wehrs bei Lehmbach wird die Sülz für Fische aber noch keineswegs barrierefrei. Die „Durchgängigkeit“ des Gewässers wird aber Schritt für Schritt hergestellt.

Bereits 2022 wurde die Wehranlage „Flocke“ bei Untereschbach abgebaut. Im Zusammenhang mit dem vom Landesbetrieb Straßen NRW geplanten Neubau der Sülzbrücke in der Hauptstraße, am Rathaus Hoffnungsthal, soll laut Aggerverband auch das dortige Wehr beseitigt werden. Das soll auch dort den Rückstau von Wasser verringern und zur Hochwasservorsorge beitragen. Beim Abbau der Wehranlage bei Lehmbach entstanden laut Aggerverband Gesamtkosten von rund 550 000 Euro. Der Rechtsnachfolger des früheren Anlagenbetreibers beteilige sich daran. Die nach Abzug der Beteiligung verbleibenden Kosten würden zu 80 Prozent vom Land NRW übernommen.