Politik und Verwaltung suchen gemeinsam nach „pragmatischen Lösungen“ für ein offensichtliches Problem.
UmweltRösraths appelliert an die Bürger, weniger Flächen zu versiegeln

Mit versiegelten Flächen, hier am Schulzentrum Sandweg, will sich die Stadtverwaltung beschäftigen.
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Für die Entsiegelung öffentlicher Flächen im Stadtgebiet haben sich CDU und Grüne eingesetzt. Sie beantragten schon im Vorjahr eine Bestandsaufnahme, um anschließend versiegelte Flächen nach Möglichkeit zu entsiegeln und zu bepflanzen. Inzwischen hat die Stadtverwaltung dazu einen Standpunkt entwickelt.
In einem „Pilotprojekt“ hat sie die Situation im Ortsteil Kleineichen untersucht. Den Aufwand für eine Untersuchung im gesamten Stadtgebiet sieht sie aber „in keinem angemessenen Verhältnis“ zur Wirkung. Mit dem Personal der Verwaltung sei sie nicht leistbar, eine Auftragsvergabe an ein externes Büro sei mit hohen Kosten verbunden.
Verwaltung will das Bewusstsein für das Thema Entsiegelung schärfen
Die Stadtverwaltung empfiehlt daher eine „pragmatische“ Vorgehensweise: Sie will bei ihren Beschäftigten das Bewusstsein für das Thema Entsiegelung „schärfen“ und „zeitnah konkrete Maßnahmen umsetzen“.
Die Versickerung von Niederschlägen vor Ort und nach Möglichkeit die Begrünung von Flächen sollten „Bestandteil jeder städtischen Planung“ sein. Im Ausschuss für Bau, Landschaft und Vergabe erklärte Dezernent Christoph Herrmann dazu, die Stadt wolle die Ziele in Sachen Entsiegelung „so weit wie möglich“ bei aktuellen Bauprojekten umsetzen.
Wir ziehen an einem Strang, und ich freue mich sehr, dass das so ist.
Das stieß im Ausschuss auf ein überwiegend positives Echo. „Wir ziehen an einem Strang, und ich freue mich sehr, dass das so ist“, stellte Peter Mathei (Grüne) fest. Auch Bastian Wittfeld (SPD) hielt das anvisierte „pragmatische“ Vorgehen der Stadtverwaltung für sinnvoll: „Anders geht's nicht. Mehr kann man nicht machen.“ Monika Karakurt (ZLR) fand dagegen, der „tolle Antrag“ von CDU und Grünen sei von der Verwaltung „kleingemacht“ worden.
Es sei vernünftig, nach Kleineichen auch die Situation in den anderen Ortsteilen systematisch zu überprüfen. Daran könnten sich Bürgerinnen und Bürger beteiligen, somit sei ein Auftrag an teure Fachleute vermeidbar. Dirk Mau (parteilos) wiederum fand eine umfassende Bestandsaufnahme nicht vordringlich und wies darauf hin, es stehe Privatleuten frei, versiegelte Flächen auf ihrem Grundstück zu entsiegeln. Am Ende der Diskussion bestätigte der Ausschuss das anvisierte Vorgehen der Stadt — der Beschluss fiel einstimmig, Karakurtenthielt sich.

