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RösrathBürger Energie freut sich über reiche Ernte an Sonnenenergie

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Solarpanelen auf einem Flachdach

Auch auf der evangelischen Kindertagesstätte Volberg Rösrath-Hoffnungsthal betreibt die Genossenschaft eine PV-Anlage.

Energie-Genossenschaft Rösrath hat bereits fünf PV-Anlagen in der Stadt installiert. Mieterstrom-Projekt soll folgen.

Auf der Sonnenseite sieht sich die Bürger Energie Rösrath (BER eG) in ihrem inzwischen dritten Geschäftsjahr. Die 2023 an den Start gegangene Genossenschaft präsentierte auf ihrer Generalversammlung im Saal des Werkstattgebäudes von Schloss Eulenbroich viel Positives: mehr Umsatz, eine erfreuliche Menge erzeugten Solarstroms und den ersten Bilanzgewinn – drei Jahre nach Gründung. Eine Dividende wird allerdings nicht gezahlt. Eine Ausschüttung könnte jedoch in der Generalversammlung 2027 noch mal auf den Tisch kommen.

Nach Angaben von Finanzvorstand Andreas Voß wurden durch den Verkauf von solarerzeugtem Strom 47.490 Euro erlöst, 66 Prozent mehr als 2024. Dank weiterer 2000 Euro aus Zinserträgen stünden damit zusammen mit dem noch nicht verausgabten Genossenschaftskapital rund 200.000 Euro für weitere Investitionen auf Rösrather Hausdächern bereit, so Voß. Zudem weist die Genossenschaft erstmals einen Gewinn in Höhe von knapp 10.800 Euro aus. Knapp 3400 Euro fließen in die Steuerkassen von Kommune, Land und Bund.

Die hohe Eigenverbrauchsquote von jeweils 90 Prozent ist genau das, was wir uns wünschen.
Johann Stumpf, Technikvorstand der Bürger Energie Rösrath

Mittlerweile hat die Bürger Energie Rösrath fünf Photovoltaik-Anlagen in Rösrath installiert: am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, die Turnhalle des Schulzentrums, das Wöllnerstift sowie die Kindertagesstätten Akazienweg und Volberg. 2025 wurden 375.000 kWh Sonnenstrom produziert. Das entspricht laut BER eG etwa der Hälfte des Stromverbrauchs der gut 400 Genossenschaftsmitglieder. Positiv habe sich bei beiden Schulanlagen die Umstellung von Voll- auf Überschusseinspeisung ausgewirkt. „Die hohe Eigenverbrauchsquote von jeweils 90 Prozent ist genau das, was wir uns wünschen“, erläuterte Technikvorstand Johann Stumpf. Denn der Direktverbrauch ist von schwankenden Strompreisen unabhängig.

Zwei weitere PV-Projekte bereitet die BER eG Rösrath bereits vor: Albert-Einstein-Schule und Augustinushaus. Neues Terrain möchte sie mit einem Dachflächenpachtvertrag für die Wohnanlage Im Weidenauel am Sülztalplatz betreten und perspektivisch in den Stromverkauf an dann 48 Mieterparteien einsteigen. „Hier sehen wir noch erhebliches Potenzial in Rösrath“, sagte Stumpf. Als weiterer Schritt könnten Pkw-Ladesäulen auf dem Parkplatz des Mehrparteienhauses folgen.

Weitere 2500 Immobilien in Rösrath eignen sich möglicherweise für PV

Angesichts bereits bestehender 2500 Anlagen in Rösrath inklusive Balkonkraftwerken schätzt Stumpf weitere 2500 von rund 10000 Immobilien in der Kommune als solartaugliches Potenzial ein. „Als Genossenschaft sehen wir, dass sich die Anlagen bei hohem Eigenverbrauch auch ohne Einspeisevergütung lohnen.“ Die Vergütung sei für viele ohnehin nicht mehr wesentliches Kriterium für eine PV-Investition.

Einen Einblick ins Tagesgeschäft eröffnete bei der Gesellschaftsversammlung ein Austausch von BER eG-Vorstandsvorsitzendem Christoph Schmidt und Johann Stumpf mit Philipp von Bomhard, Chef des Rösrather Unternehmens Elysia Solar GmbH. Von Bomhard, dessen Firma auch die PV-Anlage der KiTa Volberg gebaut hat, berichtete von wachsenden Beschaffungsproblemen: „Noch im Herbst 2025 konnten wir Module und Bauteile innerhalb eines Tages ordern und damit auf die Baustelle fahren. Seit Januar ist der Modulpreis um 30 Prozent gestiegen, die Lieferzeiten liegen bei mehreren Wochen.“ Nach einer starken Exportoffensive chinesischer Lieferanten hätten eine drastische Rohstoffverteuerung vor allem von Silber und Kupfer, die Verunsicherung der Verbraucher hinsichtlich des drohenden Endes der Einspeisevergütung und der Irankrieg für erhebliche Turbulenzen gesorgt. Den aktuellen Preis für eine 10 kWp PV-Anlage mit 10-kW-Speicher kalkulierte der Unternehmer mit knapp 19.000 Euro.