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ZukunftsdebatteJunge Bevölkerung trifft in Rösrath-Mitte auf hohe Arbeitslosigkeit

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Laut Sozialbericht des Kreises leben in Rösrath-Mitte auffallend viele Menschen mit Problemen.

Rösrath – Was soll die Stadt gegen die sozialen Probleme tun, die sich besonders im Ortsteil Rösrath abzeichnen? Das haben haben Vertreter von Stadt- und Kreisverwaltung bei einer „Fachplanungskonferenz“ besprochen. Sie reagierten damit auf den Sozialbericht 2017 des Rheinisch-Bergischen Kreises: Dieser stellte für die Ortsteile Forsbach, Hoffnungsthal und Kleineichen eine überdurchschnittlich günstige soziale Situation fest, für den Ortsteil Rösrath dagegen eine Häufung von Problemen (wie berichtet).

Bei der Konferenz analysierten die Verwaltungs-Fachleute zunächst die Stärken und Schwächen in Rösrath-Mitte. Zu den Stärken gehören demnach die relativ junge Bevölkerung und die gute Integration von nicht-deutschen Bürgern. Zu den Herausforderungen zählen die hohe Arbeitslosenquote, der hohe Anteil von Menschen, die soziale Grundsicherung (darunter Hartz-IV-Leistungen) beziehen, der relativ hohe Anteil von nicht-deutschen Bewohnern und die Integration von Flüchtlingen.

Rösrath-Mitte „kein sozialer Brennpunkt“

Auf der Konferenz sei „klar“ gewesen, dass Rösrath-Mitte kein sozialer Brennpunkt sei, sagte Katharina Hörstermann von der Kreisverwaltung, die im Sozialausschuss des Stadtrats von den Ergebnissen berichtete. Doch gebe es dort immerhin 979 Personen in Haushalten, die Hartz IV beziehen. Ein Drittel sei jünger als 18 Jahre. Jedes achte Kind im Stadtteil sei betroffen. Es kristallisierten sich drei Zielgruppen für weitere Hilfen heraus:

  1. Kinder und Jugendliche,
  2. Senioren,
  3. Alleinerziehende Eltern,

Nach dem Bericht von Hörstermann soll zunächst die erste Zielgruppe im Fokus stehen – also Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Ziel sei mehr „Chancengerechtigkeit“, erklärte die Expertin. Welche Maßnahmen dazu beitragen könnten, dem Ziel näherzukommen, sei aber noch zu diskutieren – bei einem weiteren Treffen von Fachleuten, einer „Sozialraumkonferenz“. Diese Wortschöpfung bezeichnet ein Diskussionsforum, bei dem neben Vertretern der Verwaltungen auch Wohlfahrtsverbände, Jobcenter und „Akteure vor Ort“ – das heißt: auch Betroffene – teilnehmen sollen.

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Der Beigeordnete Ulrich Kowalewski (CDU) kündigte an, die Stadt wolle zur „Sozialraumkonferenz“ bereits für Anfang 2019 einladen. Sie solle „keine Laberrunde“ sein: „Es sollen konkrete Maßnahmen verabredet werden.“ Ein Beispiel sei die Idee eines „Quartierkümmerers“ – es könne auch mehrere „Kümmerer“ geben, die bereits aktiv seien. SPD-Ratsherr Gerhard Kupich betonte, beim Thema Kinderarmut gehe es auch um Hilfen für die betroffenen Familien. Er forderte, nicht nur auf Rösrath-Mitte zu blicken. Die von Armut Betroffenen in anderen Stadtteilen dürften „nicht vergessen“ werden – „bloß weil sie statistisch nicht so auffällig sind“.