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Grüne Dächer sind Fortschritt für Rösrath – auch wenn sie wenig Wirkung haben

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Eine Biene sitzt auf einer Wiese.

Die begrünten Flachdächer sollen in Rösrath das Stadtklima verbessern. 

Die Einigkeit über die Dachbegrünung im Rösrather Stadtrat hat Applaus verdient, meint unser Autor. 

Weitgehend einig zeigte sich die Rösrather Kommunalpolitik bei der künftigen Satzung zur Dachbegrünung. Abgesehen von der AfD stellte keine Fraktion das neue Regelwerk grundsätzlich in Frage. Daher ist es nach dem fast einstimmigen Ja im Planungsausschuss so gut wie beschlossene Sache.

Und das ist ein großer Fortschritt für Rösrath. Das liegt vor allem an der gemeinsamen Einsicht, dass die Stadt ihre Gestaltungsmöglichkeiten in Sachen Umwelt, Klimaschutz und auch Hochwasservorsorge nutzen sollte. Das ist ein Signal, dessen Bedeutung nicht zu unterschätzen ist. Die Kommunalpolitik zeigt, dass sie bereit ist zu handeln. Also können weitere Initiativen folgen.

Wirkung der Dachbegrünung von gering

Der Stadtverwaltung, die bei der Gründachsatzung aktiv geworden ist, gebührt Applaus. Dabei ist die Wirkung des nun auf den Weg gebrachten Regelwerks begrenzt. Zum einen betrifft sie nur Neubauten, zum anderen gibt es Ausweichmöglichkeiten wie eine Dachneigung von mindestens elf Prozent. Doch der Schulterschluss der Politik kann ansteckend sein und auch andere motivieren – auch wenn sie nicht verpflichtet sind, ihr bereits bestehendes Dach zu begrünen oder eine Photovoltaik-Anlage zu installieren.

Ein Schönheitsfehler bei der neuen Einigkeit im umweltbewussten Handeln ist, dass sie erst jetzt kommt. Noch kurz vor der Flut vom Juli 2021 fand eine bürgerschaftliche Initiative zur Gründachsatzung kein Gehör.