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BaumschutzSozialzentrum an der Christuskirche: Streit um fünf Bäume in Forsbach

Zwei Ahorne stehen unter Schutz: Die neue Initiative will das Sozialzentrum nicht verhindern, aber Alternativen zur Rodung prüfen lassen.

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Den Baumbestand rund um die Christuskirche schützen will eine Initiative.

Noch bevor die Pläne für die neue soziale Mitte auf dem Gelände der Christuskirche weiter ausgearbeitet sind, formiert sich Widerstand gegen einen möglichen Verlust des alten Baumbestands an der Bensberger Straße. Der Forsbacher Josef Röhrig gehört zu einer Bürgerinitiative, die sich derzeit gründet. Ihr Ziel sei nicht, das geplante Sozialzentrum zu verhindern. Vielmehr müssten die vorhandenen Bäume endlich sichtbar in die Planung einbezogen und öffentlich diskutiert werden.

Besonders im Blick hat Röhrig fünf große Bäume. Zwei davon genießen ausdrücklich den Schutz der Rösrather Baumschutzsatzung: Ein Silberahorn und ein Spitzahorn auf den Grundstücken der evangelischen Kirche an der Bensberger Straße 236/238 sind dort unter der Position B03 aufgeführt. Nach einer Bestandsaufnahme haben die beiden Ahorne vor ihrer Verzweigung Stammumfänge von 5,75 und 4,40 Metern. Hinzu kommen zwei Birken mit 2,20 und 1,70 Metern sowie eine Kastanie an der Ecke Höhenweg mit 2,25 Metern Stammumfang.

Initiative fordert Berücksichtigung in der Planung

Die Initiative kritisiert, dass dieser Bestand in den bisherigen Planungen (wir berichteten) aus ihrer Sicht nicht ausreichend vorkomme. „Mir geht es darum, dass die Bäume berücksichtigt werden“, sagt Röhrig im Gespräch mit dieser Zeitung. Er sehe durchaus, dass Bürgermeister, Verwaltung und Politik unter Druck stünden, das Verfahren für das dringend benötigte Sozialzentrum nicht zu verzögern. Auf die notwendige Prüfung der Umweltbelange könne deshalb aber nicht verzichtet werden.

Röhrig verweist dabei auf die Baumschutzsatzung. Danach sind die ausdrücklich geschützten Bäume zu erhalten und vor schädlichen Einwirkungen zu bewahren. Das Verbot erfasst auch Eingriffe in Wurzel- und Kronenbereiche. Ausnahmen sind möglich, etwa wenn eine zulässige bauliche Nutzung nicht auf andere zumutbare Weise verwirklicht werden kann. Genau solche Alternativen müssten deshalb zunächst untersucht werden, argumentiert Röhrig.

Für Bäume zu wenig Platz:

Dabei sieht er Spielraum für einen Kompromiss. Bereits nach der Bürgerinformation im September hatte die Stadt angekündigt zu prüfen, ob der geplante Baukörper unter Einbeziehung eines angrenzenden städtischen Grundstücks weiter nach hinten rücken kann. Dadurch könnte mehr vom Baumbestand an der Bensberger Straße erhalten bleiben. Röhrig begrüßt diesen Ansatz. Auch mittlerweile erworbene Nachbarflächen könnten nach seiner Vorstellung genutzt werden, um den Baukörper weiter von der Straße und damit von den Bäumen abzurücken.

Das Wöllner-Stift plant auf dem Gelände ein soziales Zentrum mit knapp 80 Plätzen. Vorgesehen sind stationäre Pflege und betreutes Wohnen, eine ambulante Wohngemeinschaft sowie ein Hospizangebot. Wegen des großen Bedarfs hatten sich Verwaltung und Fraktionsspitzen zuletzt gegen einen städtebaulichen Wettbewerb ausgesprochen. Dieser hätte das Projekt nach Einschätzung der Stadt um mindestens ein Jahr verzögert.

Offene Fragen

Die Entscheidung gegen einen Wettbewerb bedeutet allerdings nicht, dass der bisherige Entwurf unverändert bleibt. Fragen zur Lage des Baukörpers, zur Verkehrserschließung und zur Tiefgaragenzufahrt sollen im Bebauungsplanverfahren weiter geprüft werden. Auch eine weitere Bürgerinformation ist vorgesehen. Genau dort will die neue Initiative die Bäume zum Thema machen. Röhrig fordert keine Absage an die Neubebauung, sondern eine Planung, die auslotet, welche der alten Bäume erhalten werden können.

Wer die Initiative in ihrem Vorhaben unterstützen möchte, kann sich per E-Mail an Josef Röhrig wenden: jr@roehrig-real-estate.de . (wg)