Für eine Zahnreinigung kommen Tierbesitzer sogar aus Hamburg nach Forsbach zu Angela Hartmann in ihre Praxis „Pfötchenwohl“
LasertherapieZahnpflege für den Hund ist auch ohne Vollnarkose möglich

Tierphysiotherapeutin Angela Hartmann von Pfötchenwohl entfernt Zahnstein bei einem vierbeinigen Patienten.
Copyright: Sigrid Schulz
Für eine Zahnreinigung kommen Tierbesitzer sogar aus Hamburg nach Forsbach Sigrid SchulzViele Tierfreunde kennen die Verzweiflung, wenn der beste Freund auf vier Pfoten gesundheitliche Probleme hat. Mittlerweile müssen in so einem Fall auch immense Summen aufgebracht werden. Um so sinnvoller ist da Vorbeugung. Zum Beispiel durch Zahnpflege. Zähne putzen können die Tierhalter selbst, aber trotzdem ist es bei vielen Hunden sinnvoll, hin und wieder auch den Zahnstein entfernen zu lassen. Besonders bei kleinen Rassen, bei denen die Zähne eng zusammenstehen.
Doch die meisten Tierärzte bieten diese Behandlung nur in Vollnarkose an. Dabei ist jede Narkose ein Risiko und so eine Behandlung ist natürlich auch sehr teuer. Sie habe schon von Preisen bis zu 2000 Euro gehört, sagt die Tierphysiotherapeutin, Tierpsychologin und Heilpraktikerin Angela Hartmann, die in Forsbach die Praxis „Pfötchenwohl“ führt. Bei Pfötchenwohl seien die Tierbesitzer schon mit 60 Euro dabei.
Zunächst kamen Hundebesitzer mit schwer vorerkrankten Tieren
Das schone nicht nur den Geldbeutel, es sei auch teilweise alternativlos. „So ist das auch mal entstanden, mit schwer vorerkrankten Tieren, die nicht mehr für eine Zahnreinigung in Narkose gelegt werden konnten“, erzählt Hartmann. Das habe sich dann herumgesprochen und so sei eine große Nachfrage auch bei Tierbesitzern entstanden, deren Vierbeiner keine Vorerkrankung haben. Üblich sei dieses Angebot keineswegs, so Hartmann: „Wir sind die einzige Praxis im Umkreis, die das überhaupt macht. Wir haben Kunden aus Neuss, aus Düsseldorf, aus Hamburg, die extra für die Zahnreinigung zu uns kommen.“
Hartmann und ihr Team sind inzwischen überzeugt: „Es ist nicht notwendig, das ist ganz wichtig, wenn man die Zähne reinigen und den Zahnstein entfernen möchte, eine Narkose zu machen.“ Aber was ist, wenn es ein großer und unfreundlicher Hund ist, der das nicht dulden möchte? Der Mut der Tierphysiotherapeuten bei Pfötchenwohl ist kaum zu fassen: „Das geht! Mit jedem Hund und jeder Rasse.“
Hunde unter Schmerz schnappen oder beißen schon mal
Während viele Hunde in erster Linie an den Leckereien interessiert sind, mit denen sie auf der Behandlungsfläche reichlich belohnt werden, gibt es auch ganz andere Fälle: „Wir haben natürlich auch die, die uns wirklich beißen oder töten wollen.“ Deshalb habe sie letztes Jahr sechs Wochen einen Gips tragen müssen, berichtet Hartmann. „Weil ein kleiner Terrier gesagt hat: Ich töte euch alle.“ Dadurch sei sie körperlich einige Zeit beeinträchtigt gewesen, psychisch allerdings überhaupt nicht. „Wir haben das so häufig, auch in anderen Bereichen, dass Hunde unter Schmerz schon mal schnappen oder beißen. Damit können wir umgehen. Wir sind darauf vorbereitet, dass das passieren kann.“
Angela Hartmann erläutert Teile der Tierphysiotherapie so: „Lasertherapie ist für Arthrose- oder Schmerzpatienten wichtig. Wir haben relativ viele Hunde, die wir mit der Lasertherapie begleiten und so den Schmerz reduzieren. Ein anderer Bereich ist der Muskelaufbau. Da wird unter anderem mit verschiedenen Kissen gearbeitet. Es gibt Hunde nach einer Kreuzband-Operation, die wieder lernen müssen, alle vier Beine wieder richtig zu benutzen.“
Häufig heißt es, die Tiere müssten in Narkose
Sie finde „die Pauschalität“ vieler Tierärzte schwierig, sagt Hartmann. „Es wird per se immer gesagt, jeder muss in Narkose und dann müssen auch Zähne gezogen werden. Und wir haben teilweise Zahnreinigungen, die zehn Minuten dauern, wo nichts wackelt, trotzdem haben die Leute vorher so etwas gesagt bekommen. Das frustriert natürlich.“ Das treffe allerdings nicht auf alle Tierärzte zu, manche würden ihre Patienten sogar zu ihnen schicken.
Ihr Angebot habe klare Grenzen, betont Hartmann: „Wenn da Entzündungen sind, Wackelzähne, irgendetwas wie Eiter oder Ähnliches, dann machen wir keine Zahnreinigung. Dann wird das Tier zum Tierarzt verwiesen. Wir können keine Medikamente verabreichen, dann wird ein Tierarzt gebraucht.“
