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TelefonaktionZu viel Brokkoli ist riskant

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Telefonsprechstunde in der Redaktion zum Thema Blutverdünnung

Rhein-Berg – Blutverdünnungsmittel verhindern Thrombose, Embolie, Herzinfarkt und Schlaganfall. In der Redaktion des „Kölner Stadt-Anzeiger“ klärten gestern drei Experten die Leser über die Wirkung und den Einsatz der Medikamente auf: Prof. Dr. Hans-Peter Hermann, Chefarzt der Inneren Medizin und Kardiologie am Evangelischen Krankenhaus, Stephan Hinzmann, Oberarzt der Inneren Medizin am Marien-Krankenhaus, und Dr. Stefan Binder, niedergelassener Kardiologe. Die Patienten hatten viele Fragen:

Darf ich Brokkoli und Kohl essen, wenn ich Marcumar einnehme? Oder ersetzt Vitamin-K-haltiges Gemüse das Medikament?

Letzteres trifft auf keinen Fall zu. Im Gegenteil: Vitamin K verdickt das Blut. Bei Einnahme von Blutverdünnern wie Marcumar oder auch nur ASS wird die Blutverdünnung abgeschwächt. Vitamin K wirkt dann als Gegenspieler. Das ist riskant – es geht um die Verhinderung von Schlaganfall und Herzinfarkt. Nur in Maßen essen.

Kann ich bei Vorhofflimmern und häufigen OPs nicht einfach ASS (Acetylsalicylsäure) nehmen?

ASS ist leider kein adäquater Ersatz. Hier ist die Umstellung auf die neuen Blutverdünner sinnvoll, weil sie erst einen Tag vor dem Eingriff abgesetzt werden müssen. Bei Marcumar zieht sich der Prozess länger hin.

Hat Marcumar Nebenwirkungen auf andere Medikamente?

Bei der Einnahme von Antibiotika, Diabetesmitteln und Cortison wie auch bei Operationen zum Beispiel muss die Dosis angepasst und der INR-Wert zur Überprüfung des Blutgerinnungswertes gemessen werden. Bei zahnärztlichen Eingriffen kann das Mittel weiter genommen werden, weil eine lokale Blutstillung möglich ist. Aber manche Zahnärzte bestehen auf der Absetzung des Mittels.

Trifft das auch für die neuen Medikamente wie Pradaxa und Xarelto zu? Sie sind einfacher einzunehmen.

Ja, aber auch die Neuentwicklungen sind keine bunten Smarties. Die standardmäßige Blutkontrolle fällt zwar weg, aber es handelt sich um starke Blutverdünnungsmittel mit komplexer Wirkung bei Vorhofflimmern, Thrombosegefahr und anderen Erkrankungen. Marcumar gibt es seit 50 Jahren, mit den neuen Medikamenten gibt es noch keine Langzeiterfahrung.

Nach einer Thrombose bin ich Marcumar-Patient und habe jetzt dauernd Blutergüsse an den Zehen. Wie kann ich das verhindern?

Die Einblutungen werden durch die Blutverdünnung verursacht. Mit weichen Sohlen können die Zehen entlastet werden. Ein Orthopädie-Schuhmacher kann Entlastungsschuhe anfertigen, damit der Druck verschwindet.

Ich nehme Marcumar nach einem Schlaganfall, der wohl durch ein Loch in der Herzscheidewand kam. Was kann ich jetzt tun?

Das Loch kann mit einem „Schirmchen“ operativ verschlossen werden. Danach wird nur ein halbes Jahr lang ASS und Clopidogrel verabreicht. Dann sind Blutverdünnungsmittel verzichtbar.