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Zweites SparpaketHier will Rhein-Berg die Busfahrpläne ausdünnen und 900.000 Euro sparen

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Bus zwischen Herkenrath und Spitze.

Auch die Buslinie 454 zwischen Bensberg und Bechen soll nach den Sparvorschlägen des Kreises ausgedünnt werden

Sparen auch mit der Stadt Köln: Verbindung zum Flughafen soll gekappt werden – Weitere Kürzungen drohen abends und am Wochenende.

Wer abends oder am Wochenende mit dem Bus durch den Rheinisch-Bergischen Kreis fährt, muss sich möglicherweise auf längere Wartezeiten einstellen. Nach den bereits beschlossenen Einschnitten für 2026 legt die Kreisverwaltung jetzt den nächste Sparpaket-Vorschlag für den Öffentlichen Personennahverkehr vor. Darin werden unter anderem dünnere Takte auf zahlreichen Linien geprüft.

Mit den für 2027 vorgeschlagenen Maßnahmen sollen zunächst rund 862.000 Euro eingespart werden. Für die Jahre 2027 bis 2029 rechnet die Verwaltung mit einem durchschnittlichen Einsparvolumen von etwa 900.000 Euro jährlich, insgesamt rund 2,7 Millionen Euro.

Es wird überprüft, ob dieser dichtere Takt unter Berücksichtigung der Nachfrage weiterhin angemessen ist
Rhein-Bergs Kreisverwaltung zum Ansatz der Sparvorschläge

Die Vorschläge stehen am Donnerstag, 17. September, ab 18 Uhr im Ausschuss für Mobilität und Verkehrsinfrastruktur auf der Tagesordnung. Getagt wird im Großen Sitzungssaal des Kreishauses in Bergisch Gladbach-Heidkamp.

Das größte Einsparpotenzial sieht die Verwaltung bei Fahrten, die über den „allgemeinen Bedienstandard“ des Kreises hinausgehen. Montags bis freitags gilt nach 21 Uhr grundsätzlich ein 60-Minuten-Takt. Einige Linien fahren jedoch weiterhin halbstündlich oder zumindest auf Teilstrecken häufiger. Ob das angesichts der Fahrgastzahlen so bleiben soll, wird nun überprüft.

Auch die Linie 227 nach Moitzfeld und Schnellbusverbindungen sind von Sparplänen betroffen

Betroffen sind unter anderem die Linie 227 zwischen Bergisch Gladbach und Moitzfeld, der Schnellbus SB24 zwischen Leverkusen und Hilgen sowie die Linien 423 (bislang Flughafen – Rösrath – Bensberg), 255 (Leverkusen – Leichlingen), 258 (Leichlingen – Hilgen) und 260.

Bei der Linie 423 wird zum einen geprüft, ob der dichtere Takt werktags nach 21 Uhr reduziert werden kann. Grundsätzlich sieht der „Bedienstandard“ des Kreises ab 21 Uhr nur noch einen 60-Minuten-Takt vor; die 423 gehört zu den Linien, bei denen derzeit teilweise darüber hinausgehende Leistungen angeboten werden.

Linie 423 soll künftig nicht mehr bis zum Flughafen Köln/Bonn fahren – Auch der Eifelverein protestiert

Zum anderen gibt es eine konkrete Änderung aufgrund der Sparmaßnahmen der Stadt Köln: Die bisher zum Flughafen verkehrende Linie 423 soll auf Kölner Stadtgebiet nur noch bis Königsforst fahren (siehe „Köln kürzt Flughafenlinie weg“).

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Die Linie 260 fährt in Richtung Wermelskirchen bislang bis 2 Uhr halbstündlich. Allein durch mögliche Taktreduzierungen an Werktagen nach 21 Uhr könnten laut Kreis jährlich rund 200.000 Euro eingespart werden.

Auch am Wochenende nimmt der Kreis das Angebot ins Visier. Samstags wird geprüft, ob die Linien SB24 255 weiterhin abschnittsweise häufiger als alle 30 Minuten verkehren sollen. Nach 20 Uhr stehen zusätzlich die Linien SB25 (Köln – Leichlingen – Solingen), 227, 258 und 260 auf der Liste. Sonntags geht es erneut um SB24 und 260. Das Einsparpotenzial der Wochenendmaßnahmen beziffert die Verwaltung auf zusammen 105.000 Euro jährlich.

Rheinisch-Bergischer Kreis versucht, rund 900.000 Euro im Öffentlichen Personennahverkehr einzusparen

Weitere 150.000 Euro sollen durch punktuelle Änderungen an einzelnen Linien erzielt werden. Genannt werden Fahrten der Linie 454 (Bensberg – Kürten-Bechen) in den Tagesrandzeiten, eine mögliche Einkürzung der Linie 335 (Lindlar – Biesfeld – Herrenstrunden) auf Biesfeld und eine Beschleunigung der Linie 436. Welche Verbindungen oder Haltestellen entfallen könnten, steht noch nicht fest.

Nicht jede Position des Pakets bedeutet allerdings eine tatsächliche Kürzung des Verkehrsangebots. Rund 257.000 Euro will die Verwaltung einsparen, indem sie finanzielle Risikopuffer im Haushalt auf ein Minimum reduziert. Sie betont selbst, dass dies „keine reale Einsparung“, sondern zunächst nur eine Entlastung des Haushalts sei. Dafür steige das Risiko, später außerplanmäßig Geld nachschießen zu müssen.

Im Verkehrsausschuss des Kreises soll erst einmal ein Prüfauftrag beschlossen werden

Beschlossen werden die möglichen Fahrplankürzungen am Donnerstag im Verkehrsausschuss noch nicht. Der Ausschuss soll die Verwaltung zunächst beauftragen, die betroffenen Städte und Gemeinden zu beteiligen und die Vorschläge weiter auszuarbeiten. Anschließend sollen die Stellungnahmen der Kommunen gemeinsam mit den entscheidungsreifen Maßnahmen dem Kreistag vorgelegt werden.

Der Spardruck bleibt erheblich: Für die Jahre 2024 bis 2029 hatte der Kreis ursprünglich Einsparungen von 20,1 Millionen Euro im ÖPNV angepeilt. Durch bereits umgesetzte oder beschlossene Maßnahmen sind bislang 8,2 Millionen Euro gesichert – rund 41 Prozent des Ziels. Ob weitere Millionen an Einsparungen zusammenkommen, hängt damit auch davon ab, wie viele Busfahrten der Kreis seinen Fahrgästen noch anbieten will.