Aus geschätzten 2,6 Millionen Euro sind inzwischen neun bis zwölf Millionen geworden: Der geplante Radweg zwischen Dabringhausen und Burscheid-Hilgen entlang der K18 könnte bis zu viermal so teuer werden wie ursprünglich angenommen. Mit dem Projekt beschäftigt sich am 12. November der Mobilitätsausschuss des Rheinisch-Bergischen Kreises.
Schwierige Strecke treibt die Kosten
2021 hatte der Kreistag die Planung eines gemeinsamen Geh- und Radwegs beauftragt, der Dabringhausen an die Balkantrasse anbinden soll. Die Strecke hat es allerdings in sich: Kurven, Kuppen und steile Böschungen sowie die Eifgenbachbrücke machen den Bau aufwendig. Hinzu kämen Stützkonstruktionen, Gewässerquerungen und Maßnahmen für Natur- und Artenschutz. Weil die Trasse im Naturschutzgebiet liegt, könnte ein Planfeststellungsverfahren erforderlich werden. Dann rechnet der Kreis bis zum Baurecht mit acht bis zehn Jahren.
Alternativroute seit dem 6. Oktober
Seit dem 6. Oktober gibt es eine Alternative. Die 5,5 Kilometer lange Route führt über Arnzhäuschen, Emminghausen und Neuemühle nach Herrlinghausen zur Balkantrasse. Dafür wurde unter anderem ein rund 700 Meter langer Forstwirtschaftsweg ertüchtigt. 2027 will der Kreis zählen, wie viele Radfahrer die Verbindung nutzen. Das Ergebnis soll in die Entscheidung über den K18-Radweg einfließen. Die Kostenentwicklung ruft nun auch eine alte Idee wieder auf den Plan. Henning Rehse von den Vereinigten Wählergemeinschaften erneuert seinen Vorschlag, das Eifgental mit einer Hängebrücke zu queren.
Hängebrücke fand 2021 keine Mehrheit
Bereits im Jahr 2021 hatte er für eine rund 100 Meter lange Brücke geworben, deren Kosten damals mit etwa 500.000 Euro zuzüglich Zuwegung angegeben wurden. Damals fand die Idee keine Mehrheit. Unter anderem wurde dagegengehalten, dass Radfahrer ihr Rad über die Brücke schieben müssten.
K18 nur Nebenroute im Radwegenetz
Rehse sieht sich durch die Kostenentwicklung nun in seiner damaligen Skepsis bestätigt und will seinen Vorschlag erneut in die Diskussion bringen. Auch die Prioritäten haben sich verschoben: Im kreisweiten Radwegenetz ist die K18 nur als Nebenroute eingestuft. Die Potenzialanalyse erwartet dort nicht mehr als 500 Radfahrer täglich. Der Kreis will daher zunächst untersuchen, wie gut die neue Alternativroute angenommen wird – bevor über weitere Millioneninvestitionen entschieden wird. (wg)

