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Abzocke durch RadarfallenKommentar zu: Rhein-Erft-Kreis kassiert 5,3 Millionen Euro durch Blitzer

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Das Bild zeigt ein mobiles Blitzgerät in einem Auto.

Mit mobilen und stationären Blitzern nahm die Kreisverwaltung im Rhein-Erft-Kreis vergangenes Jahr 5,3 Millionen Euro ein.

Udo Beißel über die Einnahmen des Rhein-Erft-Kreises durch Geschwindigkeitskontrollen

Diese Woche haben nicht nur die Spritpreise an den Tankstellen viele Menschen auf die Palme gebracht. Auch die Debatte über die Einnahmen aus stationären und mobilen Blitzern des Kreises hat die Leser nach der Veröffentlichung bewegt. 5,3 Millionen Euro hat der Rhein-Erft-Kreis im vergangenen Jahr mit seinen Messanlagen eingenommen – das Geld aus Kontrollen durch die Polizei ist nicht dabei. Das geht auf das Konto des Landes.

Von Abzocke ist bei manchen Autofahrern die Rede, anderen treibt es zumindest ein Stirnrunzeln ins Gesicht. Doch wer genauer hinschaut, sieht, dass die Kritik zu kurz greift. Wer glaubt, dass die Kreisverwaltung mit zusätzlichen Kontrollen die Kasse füllen möchte, liegt falsch. Die Einnahmen durch zu schnelles Fahren im Kreisgebiet liegen auf gleichem Niveau wie in den Vorjahren.

Udo Beißel

Udo Beißel

Stellvertretender Leiter der Lokalredaktion Rhein-Erft des „Kölner Stadt-Anzeiger“ und der „Rhein-Erft Rundschau“. Jahrgang 1966, wohnhaft in Frechen. Verlagskaufmann, Volontariat beim NP-Express und ...

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Zur Realität gehört auch ein weiterer Aspekt, der gerne vergessen wird: den 5,3 Millionen Euro Einnahmen stehen auch nicht unerhebliche Ausgaben an Technik, Fahrzeugen und Wartung sowie natürlich Personal gegenüber.

Vor allem aber wird der eigentliche Zweck der Kontrollen oft ausgeblendet. Auch die Autofahrerinnen und Autofahrer, die gerade geblitzt worden sind, müssen einräumen, dass Geschwindigkeitskontrollen nicht dazu dienen, die Kassen zu füllen, sondern vielmehr Leben zu schützen. Schließlich ist überhöhte Geschwindigkeit die Unfallursache Nummer Eins.

Wie sollen Straßen, auf denen schon schwere Unfälle passiert sind, sonst sicherer gemacht werden? Blitzer sind dafür eines der Instrumente, wenn Schilder und Umbauten ihre Wirkung verfehlen. Wer die Blitzer abschaffen will, muss einen alternativen Vorschlag bringen.

Jeder, der geblitzt wird, hatte es selbst in der Hand, dies zu vermeiden, indem er sein Tempo anpasst. Am Ende bleibt eine klare Erkenntnis: Nicht der Blitzer ist das Problem, sondern derjenige, der zu schnell fährt. Und genau dort gehört die Verantwortung auch hin.