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AuszeichnungChorleiter, Cartoonist und Carsten Henn

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Foto (v. l.): Landrat Michael Kreuzberg, Chorleiter Hermann-Jürgen Schmitz, Dieter Gerhards von der Max-Ernst-Gesellschaft, Krimi-Autor Carsten Sebastian Henn, Cartoonist Martin Perscheid, Engelbert Schmitz vom Kulturbüro des Rhein-Erft-Kreises, Moderator Olly Hahn von Radio Erft.

Rhein-Erft-Kreis/Kerpen – Hermann-Jürgen Schmitz ist ein Mann mit Ambitionen. Und deshalb hat sich der Chorleiter auch getraut, mit dem Dekanatsjugendchor „San Franceso“ Musicals wie „Jesus Christ Superstar“, „Elisabeth“ und „Jekyll & Hyde“ einzustudieren, der weit über 3000 Besucher begeisterte. Das Programm des ehrwürdigen Männergesangvereins Bedburg hat er mit Pop-Songs aufgefrischt; auch die musikalische Gestaltung der Abschlussmesse zum Weltjugendtag lag in seinen Händen. Für seine vielfältigen Verdienste im Bereich der Chormusik wurde ihm jetzt von Landrat Michael Kreuzberg der Kulturpreis des Rhein-Erft-Kreises verliehen.

„Es macht einfach Freude, mit Menschen unterschiedlichen Alters zusammenzuarbeiten und mit ihnen die Liebe zur Musik zu teilen“, erklärte Schmitz bei der Preisverleihung im Capitol-Theater, wo die zahlreichen Gäste musikalische Kostproben aus „Jekyll & Hyde“ zu hören bekamen. „Der Preis ist auch den Chören zuzuschreiben“, sagte Schmitz bescheiden, der die Auszeichnung als „große Ehre“ empfand.

Um die drei Preisträger, die zu Fanfarenklänge die Bühne betraten, hatte es „ein hartes Ringen“ gegeben, wie der Landrat gestand, aber „am Ende findet man immer einstimmige Beschlüsse“.

Ein Paradebeispiel für bürgerschaftliches Engagement ist die im Jahr 2000 gegründete Max-Ernst-Gesellschaft, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Werk des berühmten Surrealisten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das geschieht durch eine Vielzahl von Veranstaltungen unter Federführung des Vorsitzenden Dieter Gerhards. Darüber hinaus hat die Gesellschaft durch ihr finanzielles Engagement Ankäufe für das Max-Ernst-Museum ermöglicht und erst kürzlich durch die Verdopplung des Preisgeldes maßgeblich zu einer Aufwertung des Max-Ernst-Stipendiums beigetragen. Fast 300 000 Euro sind von den rund 300 Mitgliedern in den zurückliegenden 14 Jahren aufgebracht worden.

Ausgezeichnet wurde auch Carsten Sebastian Henn, der „König des kulinarischen Krimis in Deutschland“. Der Hürther bringt in seinen Büchern Mord und Totschlag mit seiner Leidenschaft für gutes Essen und erlesene Weine in Einklang und hat sich damit eine breite Leserschaft erworben. Mit über 350 000 verkauften Büchern, die zum Teil auch als Hörbücher verfügbar sind, sei er „ein wunderbarer Kulturexport in den deutschsprachigen Raum“, lobte Landrat Kreuzberg. Dass Henn auch ein hervorragender Vorleser ist, konnte man bei einem Kapitel aus seinem neuen Buch „Ave verum“ erleben.

Der „Sonderpreis für besondere Originalität“ in Höhe von 500 Euro ging an Martin Perscheid, der zu den großen Cartoonisten in Deutschland zählt. Auf Alltagsbeobachtungen basiert seine Cartoon-Serie „Abgründe“, die in über 50 Tageszeitungen und Zeitschriften erscheint. „Ich gehe durch die Gegend und gucke mir die Leute an“, verriet der Wesselinger im Gespräch mit Moderator Olly Hahn. „Er ist jemand, der genau hinschaut und Situationen auf den Punkt bringt“, stellte Perscheids „Kulturpate“, Wesselings Bürgermeister Erwin Esser, fest, der sich für die „klare Handschrift“ des Zeichners begeisterte.

Die nächste Kulturpreisverleihung findet 2016 statt.