Bergheim-Kenten – Ein ungutes Gefühl hatte Karl-Heinz Lasinka schon länger, doch als vor zwei Wochen auf der Autobahn 61 ein Geisterfahrer einen schweren Unfall verursachte, schickte Lasinka einen Brief an den „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Es grenzt an ein Wunder, dass dort noch nichts Schlimmeres passiert ist beziehungsweise ein Geisterfahrer aufgefahren ist“, schreibt Lasinka und meint die Autobahnauffahrt Bergheim-Süd in Kenten in Richtung Venlo.#
Lasinka hat dort einen „erheblichen Mangel“ entdeckt. Das Richtungsschild an der Kreisstraße 22 nach Venlo stehe gleich an der Ausfahrt und zeige auch in die Ausfahrt. „Es wirkt so, als ob die Ausfahrt die Einfahrt wäre“, sagt Lasinka.
Und der Bergheimer hat mit seinem Einwand Recht: Die Autobahnmeisterei hat das Schild auf der Seite der Ausfahrt inzwischen entfernt. „Das Schild war dort falsch aufgestellt“, sagt ein Sprecher des Landesbetriebs Straßenbau, der für die Autobahn 61 zuständig ist. Es gebe Regeln, nach denen die Richtungsschilder aufzustellen seien, doch seien diese Regeln in diesem Fall offenkundig nicht befolgt worden. Das große blau-weiße Richtungsschild sei an dieser Stelle vorherrschend. „Die Einbahnstraßenschilder, die vor der Einfahrt in die falsche Richtung warnen, gehen dagegen unter.“
Wer das Schild wann dort aufgestellt habe, lasse sich nicht mehr klären. Letzte Lücken in der Autobahn 61 zwischen Bedburg und Kerpen-Türnich wurden in den 80er-Jahren geschlossen. Mitte Juni hatte ein 79-jähriger Geisterfahrer nahe der Abfahrt Bergheim-Süd einen schweren Unfall mit fünf Autos verursacht, bei dem er selbst lebensgefährlich verletzt worden war.
Der Mann war in Erftstadt auf die A 61 gefahren.

