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KlimawandelBergheim setzt beim Thema Hitze auf Informationskampagnen

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Vor einem wolkenlosen blauen Himmel zeigt ein Außenthermometer in einem Garten bereits am Vormittag über 30 Grad Lufttemperatur an. A

Die Stadt Bergheim setzte bereits im Sommer Sofortmaßnahmen gegen Hitze um (Symbolbild) 

Die Kommune beschäftigte bereits im Sommer die steigende Hitze im Zuge des Klimawandels. Aber auch längerfristige Projekte sind im Gang.

Mit dem Klimawandel und der Aussicht auf noch heißere Tage machen sich viele Kommunen Gedanken darum, wie sie ihre Anwohnerinnen und Anwohner vor Hitze schützen können. Auch die Stadt Bergheim hat zu diesem Zweck einige Sofortmaßnahmen für den Sommer umgesetzt.

Diese hatte die Verwaltung bereits im Ausschuss für Klima, Umwelt und Mobilität im Juni mitgeteilt. Dabei hatte sie auch deutlich gemacht, dass sich mit der Hitze auch Fragen um die soziale Gerechtigkeit stellen, da besonders ältere Menschen, Kinder und Schwangere davon betroffen seien.

Bergheim: Diese Sofortmaßnahmen setzte die Stadt bereits um

Als Sofortmaßnahmen setzte die Stadt im Sommer eine Informationskampagne um, wie Dr. Ruth Laengner vom Fachbereich Strukturwandel auf Anfrage erklärte. Auf einem Hitzeportal, mit einem Hitzeknigge und mit Plakaten, die auch in der Stadt verteilt wurden, informierte die Stadt mit Tipps zum richtigen Verhalten bei Hitze, und wies auch mit einer Karte auf kühle Orte und Refill Stationen für Wasser hin. Zudem ließ die Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft (REVG) kreisweit Warnhinweise in den Bussen und auf Displays laufen, um aktuelle Hitzewarnungen zu verbreiten.

Wie die Verwaltung bereits im Ausschuss erklärte, ging es bei der Kampagne aber nicht nur darum, sich an Einzelpersonen zu richten und ihnen zu erzählen, dass sie mehr Wasser trinken sollen. Die Kampagne sollte vielmehr das allgemeine Bewusstsein dafür stärken, dass Klimawandel nicht nur bauliche Veränderungen erfordert, sondern auch gemeinsames Handeln im sozialen Alltag.

Ob sie dahingehend erfolgreich war, könne die Verwaltung nicht mit vertretbarem Aufwand messbar machen, so Ruth Laengner. „Dafür müssten wir vor und nach der Kampagne Umfragen starten. Da diese auch nicht immer aussagekräftig sind, konzentrieren wir uns auf die Umsetzung der Maßnahmen. Auf jeden Fall ist es keine Kurzstrecke.“

Diese Bereiche in Bergheim sind besonders anfällig für Hitze

Doch welche Bereiche sind in Bergheim für Hitze besonders anfällig? „Wir berufen uns auf Karten des LANUV“, sagte Ruth Laengner. „Hier wissen wir, dass es in der Innenstadt, im Bereich der Fußgängerzone vergleichsweise warm ist sowie in Quadrath-Ichendorf auf der Köln-Aachener-Straße.“ Die weiteren Stadtteile seien nicht so stark bebaut und durch den ländlicheren Charakter besser durchlüftet. „Dennoch werden wir Stück für Stück auch dort die kühlen Orte und gegebenenfalls Refill Stationen ausweisen und auf der Karte sichtbar machen.“ In größeren Städten sei die Problemlage deutlich größer als in Bergheim.

Neben den Sofortmaßnahmen setze die Stadt auch auf weitere Projekte. „Der Erhalt und die Erlebbarmachung sowohl der Grünen Lunge, als auch des Fortunafelds sind konkrete Maßnahmen, um Bergheim Freiluftschneisen und kühle Orte zu verschaffen“, sagt Ruth Laengner. Dies sei noch wichtiger als bauliche Maßnahmen. „Auch diese haben wir jedoch durch die Neugestaltung der Innenstadt und weiterer geplanter Stadtbäume. Langfristig sind Baugebiete mit Schwammstadtprinzip geplant, aber auch Neubauten der Verwaltung werden mit Dachbegrünung (Verdunstungskälte) geplant und gebaut. Wir werden nach und nach auch Bestandsgebäude potentiell damit ausstatten, insbesondere dann, wenn Maßnahmen der Dachsanierung anstehen.“

Alle relevanten Fachbereiche und Abteilungen seien sich der Situation bewusst, versichert Laengner. „Die Maßnahmen werden im ganzen Haus gerade bei Neu- oder Umgestaltungen mit gedacht, man kann vielleicht sagen, dass es in unsere DNA übergeht.“ Die Stadt kooperiere auch mit dem Kreis-Gesundheitsamt und stimme sich insbesondere mit den Seniorenheimen ab, um Tipps und Informationen relevant für Bergheim und der kommenden Gefahrensituationen entgegenzuwirken.


Die Grünen forderten in einer Pressemitteilung, ein entschlossenes Programm zur Entsiegelung und zum Schutz der Bäume als Herzstück einer klimafesten Schwammstadt. Anlass war eine alte Linde in Bergheim, die ohne Genehmigung gefällt wurde. Die Partei nahm das zum Anlass, mehr Grün zu fordern: „Bäume sind unsere natürliche Klimaanlage. Sie spenden Schatten, kühlen die Luft und speichern Wasser. Wer sie erhält, schützt Menschen und Stadtklima zugleich“, so Bürgermeisterkandidat Peter Hirseler.