Bergheim – Die offizielle Einweihung war schnell kein Thema mehr. Noch bevor Bürgermeisterin Maria Pfordt die Wasserspiele in Betrieb nehmen konnte, hatten die vielen Kinder in der Erftaue bereits den Knopf entdeckt. Und daher sprudelte und spritzte es auch schon aus Speiern sowie aus Löchern, als noch gar nicht alle Gäste eingetroffen waren.
Am Dienstagmittag ist das „Auenland“ der Öffentlichkeit übergeben worden. Seit April hat eine Gartenbaufirma das Areal zwischen Dänischem Weg, Erft und Sportpark zu einem Naherholungsgebiet umgestaltet – unter emsiger Hilfe von Schülern des Gutenberg-Gymnasiums und der Astrid-Lindgren-Schule, von Kindern mehrerer Kitas und der Arbeiterselbsthilfe Sprungbrett. „Das ist ein wunderbares Naherholungsgebiet geworden“, sagte Bürgermeisterin Pfordt.
Die Eröffnung fand als „Picknick im Park“ statt. Überall im Auenland hatten es sich Familien auf Decken im Grünen bequem gemacht. Zu entdecken gab es viel Neues: An der Erft gibt es nun mehrere Reihen großer Natursteinquader als Sitzgelegenheiten, der geologische Pfad hat neue Schilder erhalten, die Wasserspiele laden zum Planschen ein, es gibt einen Bewegungsparcours, einen Lehrpfad Flora und Fauna, mehrere Grillplätze, neue Spielgeräte, etwa eine große Doppelschaukel mit einer Schaukelhöhe von 4,5 Metern, ein Insektenhotel oder auch einen Barfußpfad.
Das verbindende Element auf der ganzen Anlage ist ein barrierefreier Rundweg. Der asphaltierte Weg ist einen Meter breit, 900 Meter lang und sowohl von Inliner-, Roller- und Rollstuhlfahrern sowie mit dem Rollator zu nutzen. „Wir müssen uns barrierefrei aufstellen und machen das auch hier“, sagte Maria Pfordt. Der Weg kann auch für Rund- und Wettläufe von Schulen, Kindergärten und Vereinen genutzt werden.
Entlang des Rundwegs sind immer wieder auch große Infotafeln zu sehen, die Schüler des Gutenberg-Gymnasiums entworfen haben. Auf den Schildern gibt es Informationen über Plastikmüll, Lebewesen in der Erft oder Tiere im Boden. Neu ist auch eine Streuobstwiese. Mehrere Obstbäume wurden gepflanzt, alle Anwohner dürfen das Obst ernten. Kosten des Gesamtprojekts, das unter der Federführung der Entwicklungsgesellschaft Bergheim stand: 373 000 Euro.
Nicht alle Ideen, die bei zwei „Erftauentagen“ unter Schülern und Anwohnern gesammelt wurden, konnten allerdings umgesetzt werden. Die Trittsteine in der Kleinen Erft etwa, die ein Überqueren des Flusses ermöglichen sollten, durften nicht gesetzt werden, weil sie zu gefährlich seien, hieß es bei der Entwicklungsgesellschaft. Und die Erftbrücke am Einlauf der Kleinen Erft in den Flutkanal bleibt gesperrt und wird nicht erneuert – der Stadt fehlt das Geld.
