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Geburt in BergheimNevio wollte nicht warten

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Die stolzen Eltern Janna Rodder und Angelo Galeotafiore mit ihrem Sohnemann. Der kleine Nevio hatte es besonders eilig und kam im Badezimmer seines Elternhauses zur Welt.

Bergheim-Thorr – Es sollte eine ganz entspannte Geburt werden. In einem Geburtshaus in Köln. Ohne Ärzte. Ohne die sterile Stimmung einer Klinik. „Dort tut man alles dafür, damit es eine natürliche Geburt wird, ohne Periduralanästhesie und ohne Kaiserschnitt“, sagt die junge Mutter. Dass es aber eine derart wohnliche Umgebung sein würde, in denen ihr Sohn Nevio zur Welt kommt, damit haben Janna Rodder und Angelo Galeotafiore nun doch nicht gerechnet. Und geplant war es so schon gar nicht: Der jüngste Spross der Familie ist im heimischen Badezimmer in Thorr zur Welt gekommen.

Am 17. Mai nachts um etwa 1 Uhr sei ihr die Fruchtblase geplatzt, berichtet Jana Rodder, die mit ihrem zweiten Kind hochschwanger war. „Wehen hatte ich da noch nicht“, sagt die Sozialpädagogin. Die Hebamme, mit der sie sich im Geburtshaus treffen wollte, habe am Telefon noch beruhigt. „Wartet mal ab“, habe sie gesagt, „das kann noch ein paar Stunden dauern.“

Tat es aber nicht. Als dann um 2 Uhr die Wehen einsetzten, wollte Papa Angelo zwar schon die Tasche fürs Geburtshaus packen. „Aber die Schmerzen waren von jetzt auf gleich so stark, dass wir uns überlegt haben, ob wir überhaupt noch fahren können“, sagt Janna Rodder. Während für ihren Mann bereits feststand, dass eine Fahrt unmöglich ist, zögerte sie noch. „Eigentlich wollte ich das Kind nicht zu Hause zur Welt bringen. Das war mir denn doch ein wenig zu unheimlich.“

Doch eine Fahrt selbst ins nahegelegene Bergheimer Krankenhaus klappte nicht mehr. Die Wehen kamen bereits im Fünf-Minuten-Takt, und die Hebamme gab telefonisch Bescheid, dass sie nicht ins Geburtshaus, sondern nach Thorr fahren würde. Und sie gab Tipps, wie die Geburt daheim vorzubereiten ist. „Ich habe Handtücher zum Aufwärmen in den Backofen gelegt und Wasser heiß gemacht“, sagt Gastronom Angelo Galeotafiore.

Hebamme kam wenige Minuten später

Die Hebamme kam laut Janna Rodder zwar noch vor der Geburt, jedoch nur wenige Minuten. „Und sie kam sich ziemlich überflüssig vor.“ Ins Bett schaffte es die werdende Mama nicht mehr, das Kind kam im Badezimmer im Stehen zur Welt. Papa Angelo wollte gerade heißes Wasser nach oben bringen. „Da kam aber auch schon ein Schrei von oben, dass ich jetzt kommen solle“, erinnert sich Galeotafiore.

Um 2.47 Uhr schließlich kam Söhnchen Nevio zur Welt, 3560 Gramm schwer, 51 Zentimeter groß. Seit zweieinhalb Wochen nun komplettiert er die Familie, zu der auch der gemeinsame Sohn Alessio (3) und Angelo Galeotafiores Tochter Lena (8) gehören. Der große Vorteil der komplikationslos verlaufenen Hausgeburt: „Wir konnten danach gleich in unser Bett. Und wir konnten am nächsten Morgen zusammen zu Hause frühstücken“, sagt Janna Rodder. Im Pass des kleinen Schnellstarters steht als Geburtsort nun „Bergheim, Ortsteil Thorr“. „Das hat auch nicht jeder“, sagt die glückliche Mama.