Bergheim – Tag eins nach dem dramatischen Hauseinsturz Im Rauland. Weitere Teile des Hauses stürzten ohne Fremdeinwirkung in die Baugrube. Am Mittwoch waren bei einem Haus, das auf der Grenze zu einer Baugrube für einen Neubau steht, die Giebelwand und Teile der Fassade eingestürzt, nachdem vermutlich eine Stützwand nachgegeben hatte.
Nachdem der Vormittag den Gutachtern und Sachverständigen auf der abgesperrten Einsturzstelle gehörte, sollte am Mittag ein Unternehmen mit einem Hubsteiger das Dach abdecken, weil dem Dachstuhl durch die weggebrochene Giebelwand der Halt fehlte und er sich über Nacht bedrohlich geneigt hatte. „Noch während der Überlegung, wie vorgegangen werden soll, stürzte das komplette Dach am späten Mittag ein“, berichtet Wolfgang Sevenich von der Stadt. Zudem stürzten weitere Teile der Straßen- und Rückfassade des Hauses ein.
Auch das Hausbesitzer-Ehepaar, das nach Angaben der Stadt vorläufig bei Freunden wohnt, war vor Ort. Während der Besitzer gefasst wirkte, rang seine Frau tränenreich und sprachlos um Fassung. Durch die neuerlichen Einstürze wurden Schränke und Regale im Dachgeschoss freigelegt. Kleidungsstücke hängen an den Geschossdecken oder waren ebenfalls in die Tiefe gestürzt, Heizkörper baumeln an ihren Zuleitungsrohren.
Um 14.30 Uhr rückte erneut ein Fahrzeug mit einem Teleskopkorb an. Nachdem zunächst aus sicherem Abstand mit einer Stange lockere Mauerteile beseitigt worden waren, bargen die Helfer erste persönliche Gegenstände aus dem ausgebauten Dachgeschoss. „Es soll versucht werden, das Haus vorsichtig abzutragen, damit möglichst viele Gegenstände gerettet werden können“, versichert Ute Krämer-Rottland vom Ordnungsamt.
Sicherheitskräfte an der Unglücksstelle
In der Nacht hatte das Ordnungsamt Sicherheitskräfte an der Unglücksstelle postiert, „einerseits, um zu verhindern, das Schaulustige sich in Gefahr bringen, andererseits, um zu verhindern, dass Wertgegenstände aus dem offenen Haus entwendet werden“, sagt Sevenich. „Die Nacht war ruhig. Ab 9 Uhr kamen viele Schaulustige“, berichtet ein Sicherheitsmitarbeiter.
Zur Ursache des Einsturzes gibt es keine Erkenntnisse. Vom Bauamt sei der Abbruch des Nachbargebäudes genehmigt und Anfang Juli nach Abschluss abgenommen worden. „Da waren alle Auflagen erfüllt“, sagt Sevenich. Auch eine Baugenehmigung für einen Neubau, den eine Seniorenpension nutzen will, sei bereits erteilt worden. Ob bei der beginnenden Baumaßnahme alles mit rechten Dingen zugegangen ist, wollte die Stadt mit Hinweis auf die laufenden Untersuchungen nicht kommentieren. Die Straße Im Rauland bleibt zwischen Graf-Otto- und Pliesmühlenstraße gesperrt, an der Einsturzstelle auch für Fußgänger. Und auch die benachbarte Pizzeria darf nicht betreten werden, „bis der Statiker bestätigt, das Betrieb und Bewohnbarkeit sichergestellt sind“, sagt Sevenich. Wann das sein wird, sei offen.
