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Neuer VorstandTierschutzverein sortiert sich neu

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Sie sollen es nun im Tierschutzverein richten: Die stellvertretende Schriftführerin Maximiliane Krüger, Vorsitzender Reinhard Hasselbach, Kassiererin Christina Kremer, ihr Stellvertreter Franz Schallenberg und Schriftführerin Heidrun Khanu (v.l.).

Bergheim – Der Tierschutzverein Bergheim hat sich in einer Krisensitzung neu aufgestellt. Mehr als 60 Mitglieder waren am Freitagabend ins Sportlerheim Oberaußem gekommen: Eine große Mehrheit verweigerte dem Vorstand die Entlastung, lediglich dem Vorsitzenden Reinhard Hasselbach sprach die Mitgliederversammlung ihr Vertrauen aus. Die anderen Vorstandsmitglieder, die erst vor weniger als einem Jahr nach anhaltenden Querelen im Verein gewählt worden waren, nun aber mit Hasselbach zerstritten sind, traten daraufhin zurück oder wurden von den Mitgliedern abberufen. Nun soll es ein neuer Vorstand um den verbliebenen Vorsitzenden richten.

Vorangegangen waren den Entscheidungen hitzige Diskussionen über die Arbeit im Vorstand und die unklare finanzielle Lage des Vereins. Nach Angaben Hasselbachs steuert der Verein, der Träger des Tierheims in Niederaußem ist, geradewegs auf die Insolvenz zu, was eine Rechnungsprüferin bestätigte. Die monatlichen Ausgaben lägen bei rund 25.000 Euro, die Einnahmen seien deutlich geringer, so dass jeden Monat ein Minus von bis zu 17.000 Euro bliebe. Das Barvermögen werde bald aufgebraucht sein. Man habe zwar "immer schon in den Miesen" gearbeitet", jedoch noch nie so hoch, sagte Hasselbach, der sein Amt auch erst im vorigen November übernommen hat. "Es ist eine Minute vor zwölf."

Kassenbericht 2012 fehlt weiterhin

Der bisherige Vorstand räumte zwar ein, dass das Barvermögen nur noch bei rund 75.000 Euro liegt, verwies aber auf bevorstehende Einnahmen aus einem Grundstücksverkauf, einer Spende sowie einer Erbschaft. Rechne man auch die mutmaßlich veruntreuten Gelder durch frühere Vorstandsmitglieder in Höhe von knapp 120.000 Euro hinzu, die man auf juristischem Weg einzutreiben hoffe, beliefe sich das Vereinsvermögen auf 390.000 Euro.

Großen Unmut gab es auf der Versammlung, da immer noch kein Kassenbericht für das Jahr 2012 vorliegt, die Rechnungen nicht geprüft seien und das Finanzamt die Gemeinnützigkeit des Vereins für die Jahre 2011 und 2012 wegen fehlender Unterlagen aberkannt habe. Erfülle man nicht schleunigst die Auflagen der Finanzbehörde, drohe eine hohe Nachbesteuerung. "Das wäre eine Katastrophe", meinte ein Mitglied, das sich als pensionierter Finanzbeamter vorstellte und auch gleich seine Hilfe in Steuerfragen anbot. Wenn man keine Spendenquittungen ausstellen dürfe, würde auch niemand spenden. "Wie kann es nur sein, dass ein früher so starker Verein, der das Vertrauen in der Bevölkerung genoss, so vor die Wand gefahren wird?"

Aus der Versammlung kam die dringende Mahnung an die zerstrittenen Vorstandsmitglieder, "die Grabenkämpfe sein zu lassen". Gegenseitige Vorwürfe, wer wann wen informiert habe oder auch nicht, seien "kleinkariert". Und es gab den Appell, die nun ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder nicht zu verunglimpfen. "Sie haben es sicher nur gut gemeint und haben nach bestem Wissen und Gewissen gearbeitet", sagte ein Mann. Die Arbeit sei aber laienhaft gewesen.

Mit großer Mehrheit bestimmte die Versammlung Christina Kremer aus Auenheim zur neuen Kassierin. Schriftführerin ist nun Heidrun Khanu aus Oberaußem, ihre Stellvertreterin ist Maximiliane Krüger aus Elsdorf. Zum stellvertretenden Kassierer wurde der Oberaußemer SPD-Stadtrat Franz Schallenberg bestimmt, jedoch vorerst nur kommissarisch, da er noch nicht Mitglied des Vereins ist. Auch die Stadträte Rüdiger Huhnke (SPD) und Harald Satzky (CDU) wohnten der Versammlung bei.

Der verbliebene Vorsitzende Hasselbach aus Düsseldorf, der auch als Tierarzt im Tierheim Niederaußem arbeitet, bat dringend um Futterspenden, da nur noch für zwei bis drei Tage Tiernahrung vorhanden sei. Das Tierheim ist erreichbar unter der Telefonnummer 02271/54020.