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Die gute SeeleDie Begeisterung für die Feuerwehr lässt Leon Meyer aus Brühl nicht mehr los

4 min
Zu sehen ist Leon Meyer.

Leon Meyer leitet seit 2024 die Jugendgruppe der Feuerwehr in Brühl. 

Mit zwölf Jahren fand der Brühler zur Jugendfeuerwehr, heute zeigt er selbst dem Nachwuchs, worauf es im Ernstfall ankommt.

Die Begeisterung packte Leon Meyer sofort. Ein Freund hatte ihn im Alter von zwölf Jahren mit zur Gruppenstunde der Brühler Jugendfeuerwehr genommen. „Ich war von Tag eins Feuer und Flamme“, erinnert sich der inzwischen 26-Jährige. Direkt habe er sich auch im Team wohl gefühlt, das Zusammengehörigkeitsgefühl der Feuerwehrleute untereinander gespürt und die Faszination für die feuerwehrtechnischen Gerätschaften empfunden. „Das ist meine Welt“, dachte er bereits als Kind und Jugendlicher.

Bis heute hält diese Begeisterung an. Von der Jugendgruppe wechselte er 2018 im Alter von 18 Jahren in die aktive Einsatzgruppe der freiwilligen Feuerwehr in Brühl. Parallel dazu übernahm er auch die Aufgabe als Ausbilder in der Jugendgruppe. Seit 2024 ist dort erster Ansprechpartner und Leiter der Jugendgruppe mit aktuell 39 Mädchen und Jungen im Alter von zehn bis 18 Jahren. „Ich möchte, dass auch sie Feuer fangen – dass sie so wie ich für die Feuerwehr brennen, dass dieser Funke auch auf sie überspringt“, sagt Meyer.

Die Feuerwehr ist inzwischen mehr als nur ein Hobby

Für ihn ist die Feuerwehr ja längst nicht nur ein Hobby. Auch hauptberuflich fand Leon Meyer bei der Feuerwehr in Brühl sein Glück – nach seiner Ausbildung zum Berufsfeuerwehrmann ist er aktuell dabei, die Zusatzausbildung zum Notfallsanitäter zu absolvieren. Weiterhin ist er aber auch freiwilliger Feuerwehrmann und immer mittwochs von 18 bis 20 Uhr ist er zusätzlich auch Ausbilder des Brühler Feuerwehr-Nachwuchses.

In den wöchentlichen Gruppenstunden mit der Jugend dreht sich natürlich alles um die Feuerwehr und ihre Aufgaben. „Mir ist es wichtig, dass die jungen Leute erfahren, wie wertvoll dieses Hobby auch für unsere Gesellschaft, für das Zusammenleben und für sie ganz persönlich ist“, erklärt er. Dieses Gefühl von Gemeinschaft und gegenseitiger Verlässlichkeit werde ja nirgends sonst so intensiv empfunden wie bei der Feuerwehr, es werde aber auch nirgends sonst so unbedingt gebraucht.

„Es ist für die jungen Menschen unglaublich schön zu spüren, dass sie Teil dieser Feuerwehrfamilie sind, dass sie wirklich gebraucht werden, wichtig sind und, dass jeder dazugehört – egal, was er ist und wie er ist.“ Ihm sei es wichtig, der Jugend solche Werte zu vermitteln. „Die empfindet man nämlich nicht zu Hause beim Computerspiel“, sagt er. Dafür müsse man raus in die echte Welt und unter richtige Menschen – am besten zur freiwilligen Feuerwehr.

Regelmäßig nimmt er dabei auch das Thema Prävention in den Blick. Dabei erfahren die Kinder und Jugendlichen. wie sie Brände verhindern können. Inzwischen können auch seine 39-Nachwuchsfeuerwehrleute es auswendig singen: „Weder Feuerwerkskörper noch Feuerzeug oder Streichhölzer dürfen im Kinderzimmer entzündet werden.“ Feuer sei eben kein Spielzeug, sagt Meyer. Er erklärt dem Nachwuchs auch, dass der Herd beim Kochen nicht alleine bleiben soll und heißes Fett niemals mit Wasser abgelöscht werden darf.

Zu sehen ist Leon Meyer bei einer Übung in Feuerwehrmontur.

Leon Meyer auch schon als Jugendlicher bei der Feuerwehr aktiv.

„Meine Eltern mussten sich von mir als Zwölfjährigem auch schon erklären lassen, dass sogar eine brennende Kerze niemals alleine in einem Zimmer zurückbleiben sollten – auch nicht mal ganz kurz“, erinnert er sich. Bei ihm zu Hause habe die Sensibilisierung und Achtsamkeit rund um den vorbeugenden Brandschutz sogar dazu geführt, dass sich seine Eltern auf sein Drängen hin einen Feuerlöscher zugelegt haben.

„In den Gruppenstunden lernen bereits die Kinder und Jugendlichen natürlich auch den sachgerechten Umgang mit den Feuerlöschern“, erklärt er. Auch richtige Löschangriffe werden trainiert ebenso wie das Zusammenkuppeln von Löschschläuchen. „Und schon die Jugendlichen lernen, dass jeder Platz im Einsatzfahrzeug einer bestimmten Aufgabe an der Einsatzstelle zugeordnet ist“, erklärt Meyer.

Routine und Wissen sparen im Ernstfall wertvolle Zeit

Im Ernstfall spare das sehr viel Zeit – weil ja schon bei der Anfahrt jeder seine Aufgaben entsprechend dem Platz, auf dem er sitzt, kenne. „Insbesondere bei der Jugend kommt es natürlich schon mal vor, dass alle gleichzeitig auf den Plätzen sitzen wollen, die für den eigentlichen Löschangriff zuständig sind“, sagt Meyer. Doch in den allermeisten Fällen würden sich seine fleißigen Einsatztrupps untereinander einigen.

Spielerisch werden die jungen Leute so Stück für Stück auf den aktiven Dienst vorbereitet. Aktuell seien auch gemeinsame Übungen mit den Jugendfeuerwehren in Wesseling und Erftstadt und der Jugend des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) in Wesseling in der Planung. Dass sich der Einsatz lohnt, sieht Meyer auch daran, dass mehr als die Hälfte der Jugendlichen im Alter von 18 Jahren von der Jugendgruppe in die aktive Freiwillige Feuerwehr wechseln.